Keine Contracting-Lösung

Weiterer Schritt zum Nahwärmenetz um das Miesbacher Rathaus

Die neuen Leitungen für die Nahwärme in der Stadtbücherei liegen schon. Ein moderner Heizkessel soll jetzt dafür sorgen, dass die Leser auch künftig nicht frieren müssen.
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Die neuen Leitungen für die Nahwärme in der Stadtbücherei liegen schon. Ein moderner Heizkessel soll jetzt dafür sorgen, dass die Leser auch künftig nicht frieren müssen.

Miesbach – Die Stadt wird die Nahwärme rund ums Rathaus in Miesbach liefern. Eine Contracting-Lösung wurde abgelehnt. Nun wird auf Pellets und Gas gesetzt.

Derzeit werden das Feuerwehrhaus, der Rathauskeller und die Stadtbücherei über die alte Heizkesselanlage im Feuerwehrhaus versorgt. Nachdem die Verrohrung zwischen den Gebäuden schon erneuert wurde, ist als nächstes der 30 Jahre alte Heizkessel selbst an der Reihe. Um möglichst kostengünstig zu fahren, ließ die Stadt prüfen, ob es sinnvoll wäre, die Heizleistung künftig als sogenannte Contracting-Lösung an einen Fremdanbieter zu vergeben. Der Vergleich zeigte, günstiger ist es, die Anlage im Eigenbetrieb zu fahren und auf regenerative Energien zu setzten.

Die Vergleichsrechnung erstellte Gerhard Schmid von der Firma Eura Ingenieure in München. Nach Gegenüberstellung der Kosten empfahl der Planer die Installation einer eigenen Anlage, die in der Grundlast auf Holzpellets gestützt ist und bei Spitzenlast durch Gas unterstützt wird. Die Kosten für Planung und Bau bezifferte Schmid mit 305.000 Euro. Abzüglich 30-prozentiger staatlicher Förderung blieben 213.000 Euro. Sollte sich die Stadt nur auf Gas stützen, fiele die Förderung weg, weil davon nur Anlagen mit regenerativen Energien profitieren.

Außerdem verwies Schmid auf die kommende CO2-Steuer, die eine reine Gaslösung künftig verteuern würde. Wegen der geringeren Anschaffungskosten sprach sich hingegen Markus Seemüller (FWG) für eine Gaslösung aus. Paul Fertl (SPD) kritisierte, dass Schmids Vortrag sehr einseitig ausfiel und bat um eine ausführlichere Begründung.

Das Gros der Gemeinderäte aber befürwortete, den eingeschlagenen Weg fortzuführen. „Das schließt ja nicht aus“, wie Vizebürgermeisterin Astrid Güldner (Grüne) sagte, „dass wir auch bei dieser Kombilösung noch nach Einsparpotenzialen suchen.“ Gegen die Stimmen von Seemüller und seiner Fraktionskollegin Aline Brunner ermächtigte der Stadtrat schließlich Bürgermeister Gerhard Braunmiller, die vorgestellte Nahwärmeversorgung unter Beachtung der förderrechtlichen Bestimmungen weiter zu verfolgen und die Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung und Kostenschätzung) zu beauftragen. hac

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