Neue Pläne in Miesbach

Wie es mit dem Nahwärmenetz um das Rathaus weitergeht

Über ein Nahwärmenetz sollen Feuerwehrhaus, Rathaus, Stadtbücherei und Beamtenhaus in Miesbach mit regenerativer Energie versorgt werden. Der Stadtrat möchte dazu genaue Zahlen.
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Über ein Nahwärmenetz sollen Feuerwehrhaus, Rathaus, Stadtbücherei und Beamtenhaus in Miesbach mit regenerativer Energie versorgt werden. Der Stadtrat möchte dazu genaue Zahlen.

Miesbach – Ist das Nahwärmenetz für Rathaus, Feuerwehr, Beamtenhaus und Bücherei in Miesbach zu teuer? Der Stadtrat lässt nun Vergleichsangebote einholen.

Das geplante Nahwärmenetz für Rathaus, Feuerwehrhaus, Beamtenhaus und Stadtbücherei in Miesbach ist ein ehrgeiziges Projekt. Die Gebäude mit Wärme aus erneuerbaren Energien einer zentralen Anlage zu versorgen, wäre nicht nur ökologisch vorbildlich, sondern auch ziemlich teuer. Kosten in Höhe von gut 1 Million Euro wurden genannt. Ob es angesichts klammer Kassen sinnvoll ist, das Geld auszugeben, soll ein Vergleichswert zeigen. Markus Seemüller (FWG) beantragte in der jüngsten Sitzung des Stadtrats, ein sogenanntes Contracting-Angebot einzuholen.

„Dann kennen wir den Preis pro Kilowattstunde und wissen, wo wir stehen“, sagte Seemüller. Die Zahlen seien nötig als vernünftige Entscheidungsgrundlage, findet er. Nur so könne das Gremium befinden, ob sich weitere Planungsschritte überhaupt lohnen. So einige Räte hatten jedoch Bedenken wegen einer Contracting-Lösung, bei der der Anbieter Planung, Bau und Betrieb des Nahwärmenetzes übernimmt.

„Was sind die Vorteile?“, fragte Kick van Walbeek. Die sah auch Erhard Pohl (CSU) nicht. „Die Unternehmen wollen ja was verdienen“, sagte er und nannte stattdessen die Gründung eigener Stadtwerke als sinnvollen Weg. „Das wäre ein großer Wurf“, betonte Pohl und fand damit große Zustimmung bei Paul Fertl. „Langfristig ein Gewinn“, plädierte der SPD-Sprecher für „einen neuen Anlauf für ein Kommunalunternehmen“.

Auch Bürgermeister Gerhard Braunmiller zeigte sich nicht abgeneigt: „Das steht bei mir auf der Agenda.“ Er zeigte sich dennoch gewillt, bei zwei Con­tracting-Unternehmen unverbindliche Angebote einzuholen. Weit weniger Fürsprache erhielt sein Vorstoß, das Projekt ruhen zu lassen, bis die Zahlen vorliegen und eine Entscheidung über das Projekt gefallen ist.

„Ich würde das nicht auf Eis legen“, sagte etwa Erhard Pohl. Generell, findet er, sei ein Nahwärmenetz für die vier großen Gebäude nämlich ideal. Und Astrid Güldner (Grüne) wusste, dass in der Nachbarschaft Hauseigentümer eine neue Heizung brauchen. Bei denen könnte man anfragen, ob sie sich nicht anschließen wollen. Denn je mehr Gebäude am Netz hängen, umso rentabler wird es. Zudem forderte sie – auch mit Blick auf eine eventuelle CO2-Steuer – nachhaltig zu denken. Ihre Fraktionskollegin van Walbeek erinnerte an die Ziele der Energiewende Oberland, und SPD-Sprecher Fertl nannte das Projekt einen Beitrag zum Umweltschutz. Auch Franz Mayer (CSU) sprach sich dafür aus, weiter zu planen. Damit die Stadt vorbereitet ist, falls sich Fördermöglichkeiten auftun.

Auf Antrag von Manfred Burger (Grüne) stimmte das Gremium schließlich getrennt über das Einholen eines Vergleichsangebots und das Aussetzen der Planung ab. Letzteres lehnte der Stadtrat mit 16:9 Stimmen ab. Seemüllers Ansinnen, ein Contracting-Angebot einzuholen, folgte das Gremium hingegen einstimmig. ft

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