Rechtsnovelle beschlossen

Diese neuen Regeln gelten für Waffeninhaber im Landkreis

Neues Waffengesetz
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Miesbach/Landkreis – Die Waffenrechtsnovelle betrifft alle Waffeninhaber im Landkreis Miesbach. Das Landratsamt appelliert an die Bürger, denn die Änderungen betreffen nicht nur Schützen.

Das Waffenrecht in Deutschland wird zum 1. September geändert. Auf die Waffenbehörden kommt damit ein großer Aufwand zu. „Beinahe jeder Waffenbesitzer muss etwas beachten und auch Bürger ohne waffenrechtliche Erlaubnis fallen unter die neue Regelung“, teilt das Landratsamt mit. Damit es nicht zu Unstimmigkeiten oder gar einem Waffenentzug kommt, bittet die Behörde die Bevölkerung um Unterstützung.

Das Ziel findet wohl jeder sinnvoll: Extremisten sollen keinen Zugang zu Waffen bekommen. Deshalb hat die Europäische Union die Feuerwaffenrichtlinie verändert. In Deutschland tritt am 1. September das Dritte Waffenrechtsänderungsgesetz in Kraft. „Die Waffenbehörden sind verpflichtet, alle Verstöße gegen das Waffengesetz zur Anzeige zu bringen. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe“, macht das Landratsamt klar. Deshalb bittet die Waffenbehörde darum, dass alle Waffenbesitzer die Änderungen genau zur Kenntnis nehmen und bei Bedarf zeitnah mit der Waffenbehörde in Kontakt treten.

Einige Änderungen betreffen vorerst nur die Waffenbehörde: Künftig muss alle fünf Jahre überprüft werden, ob das Bedürfnis für eine waffenrechtliche Erlaubnis weiterbesteht – ob man also beispielsweise noch eine gültige Jagderlaubnis besitzt oder aktives Mitglied bei den Sportschützen mit ausreichend Schießnachweisen ist. Die Waffenbehörde muss künftig außerdem bei jedem Antrag für eine waffenrechtliche Erlaubnis beim Verfassungsschutz abfragen, ob der Antragsteller Mitglied einer verfassungsfeindlichen Vereinigung ist. Selbst wenn diese Vereinigung nicht verboten ist, reicht die Mitgliedschaft, um die waffenrechtliche Erlaubnis zu versagen.

Auch für einzelne Personengruppen ändert sich einiges durch die Novelle: Jäger dürfen künftig Schalldämpfer ohne gesonderte waffenrechtliche Erlaubnis kaufen und benutzen, müssen den Erwerb aber bei der Waffenbehörde anzeigen. Waffenhersteller und -händler müssen Waffen künftig elek­tronisch registrieren. Außerdem werden mehrschüssige Magazine, Pfeilabschussgeräte wie Armbrust und halbautomatische Waffen mit hoher Magazinkapazität verboten. Die wesentlichen Waffenteile werden erweitert.

Die Änderungen im Waffenrecht betreffen auch Bürger ohne waffenrechtliche Erlaubnis: Unbrauchbar gemachte Schusswaffen, Alt-Dekorationswaffen und Salutwaffen müssen bei der Waffenbehörde angezeigt werden. Also auch das Fundstück aus dem Nachlass der Großeltern oder die Salutwaffen der Gebirgsschützen.

Weitere Infos unter www.landkreis-miesbach.de/waffenrechtsänderung2020. ft

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