Sanieren und Charme erhalten

Warmbad-Förderverein berät in Versammlung: Sanierung wird Thema

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Die Miesbacher Bürgermeisterkandidaten Gerhard Braunmiller (links) und Florian Hupfauer (rechts) sprachen sich im Interview mit Warmbad-Fördervereinschef Bernhard Heidl klar für den Fortbestand und die Sanierung light aus.

Miesbach – Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Fördervereins Warmbad Miesbach informierte dessen Vorsitzender Bernhard Heidl die Mitglieder über die Zukunft des Warmfreibades.

Mit der jetzt anvisierten Sanierung light soll das gelingen, was der Verein eigentlich immer wollte: Den Charme des Bades samt Bestandsschutz erhalten und nur in notwendigen technischen Bereichen aufrüsten und investieren. Wie Erhard Pohl, Badereferent der Stadt Miesbach, erklärte, beginnen die Planungen dafür auch nicht bei „Null“, weil Abschnitte aus der bereits angeschobenen kompletten Neugestaltung übernommen werden können. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass mit den Bauarbeiten nach der Saison 2020 begonnen werden kann und diese, wenn alles gut geht, rechtzeitig zur Eröffnung 2021 abgeschlossen sind. Bei der Versammlung brachten auch die beiden Miesbacher Bürgermeisterkandidaten Gerhard Braunmiller (CSU) und Florian Hupfauer (FDP) ihr klares „Ja“ für das Bad zum Ausdruck.

„Der lange Atem, den wir zusammen mit dem Stadtrat aufgebracht haben, hat sich ausgezahlt. Es sieht jetzt ganz so aus, dass wir unser Bad in eine gute Zukunft führen und trotzdem seinen Charme erhalten können. Ganz so, wie es sich auch viele Badegäste gewünscht haben“, begrüßte der Vereinschef gut gelaunt die Zuhörer. Auch Bürgermeisterin

Ingrid Pongratz zeigte sich in ihrem Grußwort erleichtert, dass „Miesbachs grüne Oase“ jetzt wohl gerettet und deren Fortbestand gesichert ist: „Wir haben im Stadtrat viel und lange diskutiert, wie wir das schaffen können. Uns allen war es eine wirkliche Herzensangelegenheit, um diesen Treffpunkt für alle Bürger zu erhalten.“ Bei der im Raum stehenden kompletten Neugestaltung mit geschätzten Baukosten von rund 3,5 Millionen Euro war das nicht ganz sicher. Neben hohen Kosten wäre eine längere Bauphase die Folge gewesen. Außerdem wären die langen Schwimmbahnen in Frage gestanden.

Wie Erhard Pohl (links) und Bernhard Heidl erklärten, sollen nur wirklich notwendige Maßnahmen, wie der Austausch des Heizsystems, vorgenommen werden.

Die Wende kam, wie Pohl sagte, bei einer Besprechung mit den Verantwortlichen im Landratsamt: „Dabei kam heraus, dass es im Prinzip keine Vorschriften gibt, wie ein Bad auszusehen hat. Entscheidend für den Betrieb ist einzig die Wasserqualität.“ Diese „wunderbare Aussage, die wir auch schriftlich haben“, war laut Pohl der Beweggrund, warum die Stadt als auch der Verein zurückgerudert sind. Zu der Zeit war die Ausschreibung für die Planung eines kompletten Neubaus jedoch schon angeschoben und mit den Architekturbüros Krautloher aus Vilsbiburg sowie Möller und Mayer aus Gotha bereits zwei Fachplaner dafür ausgewählt. „Beide gehen mit uns jetzt auch den günstigeren Weg. Wir fangen also nicht von vorne an“, stellte Pohl fest. Als nächstes wird jetzt der notwendige Bedarf ermittelt und ein Kostenplan abgesteckt. Dieser wird Grundlage für einen Stadtratsbeschluss für die Ausschreibung der Bauarbeiten. Nach Heidls Einschätzung muss in einen ansprechenden Eingangsbereich mit modernem Kassensystem investiert werden. Außerdem muss die Folie repariert oder erneuert sowie das aus dem Jahr 1988 stammenden Heizsystem ausgetauscht werden. Falls nötig soll auch an das Filtersystem ertüchtigt werden. Auch wenn nicht förderfähig, sieht Heidl die Neugestaltung des Kinder­beckens als elementar wichtig an.

Zu den Kosten wollte niemand etwas Verbindliches sagen. Hupf­auer ließ sich dennoch zu einer Schätzung von einer guten Million Euro hinreißen. Braunmiller nannte keine Zahl, meinte aber, dass aus dem extra dafür geschaffenen Fördertopf der Bayerischen Staatsregierung bis zu 40 Prozent Zuschuss möglich, aber 25 Prozent eher die Regel sind. „Ich war bei den bisherigen Planungen involviert und sehe mit den beiden Architekturbüros sehr gute Lösungen für die Zukunft unseres Bades“, meinte er ergänzend. Auch Hupfauer sprach sich für den Erhalt des Bades aus: „Das Bad ist ein wichtiger, unverzichtbarer vor allem bezahlbarer Treffpunkt für Jung und Alt aus allen Gesellschaftsschichten. Wir sollten das jetzt zügig vorantreiben, damit die Bürger sehen, dass wir nicht nur reden sondern auch was tun.“ hac

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