Erste Ergebnisse

Nach großer Fällaktion: Wie es in Sachen ALB in Miesbach weitergeht

Auch im Waitzinger Park in Miesbach sind Bäume wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) gefällt worden.
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Auch im Waitzinger Park in Miesbach sind Bäume wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) gefällt worden.

Miesbach – ALB in Miesbach: Die Landesanstalten für Landwirtschaft sowie Wald und Forstwirtschaft nennen erste Ergebnisse nach der Fällaktion in der Stadt.

Die Landesanstalten für Landwirtschaft (LfL) sowie Wald und Forstwirtschaft (LWF) haben die Allgemeinverfügungen für die Stadt Miesbach, welche die Maßnahmen enthalten, um den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) zu bekämpfen, nochmals geändert und an die aktuelle Situation angepasst. Konkret geht es darum, dass die bisherige Befallszone in Richtung Südosten und Nordwesten erweitert werden muss.

In den Allgemeinverfügungen werden die Quarantänezone sowie die dort zu ergreifenden Maßnahmen gegen den ALB festgelegt. Diese jetzt bekanntgegebenen Änderungen ergeben sich aus den Funden von Larven und Ei­ablagen des Käfers während der achtwöchigen Fällungen, die Mitte Mai endeten. Je ein Befallsbaum erweitert die Befallszone in Richtung Südosten und Nordwesten. Da es sich bei der nördlichen Fläche um öffentlichen Grund handelt, erfolgten dort die Fällungen in Abstimmung mit der Stadt und dem Staat innerhalb der bereits abgeschlossenen Fällaktion. Im Südosten sind knapp zehn Privatgrundstücke betroffen. Mit den Eigentümern werde zurzeit das weitere Vorgehen abgestimmt.

Die in der abgeschlossenen Fäll­aktion genommenen Holzproben wurden im Freisinger Quarantänelabor der LfL untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befallszone nicht über die zwei bereits festgestellten Bereiche hinaus erweitert werden muss. Zurzeit werden die Daten detailliert ausgewertet und zusammengestellt. „Eine geplante Informationsveranstaltung kann bedingt durch die Corona-Beschränkungen nicht stattfinden“, heißt es in einer Mitteilung. „Wir werden die Ergebnisse im Internet und über die Regionalmedien veröffentlichen, sobald sie uns vorliegen.“

Die ergänzenden Maßnahmen der LfL laufen zeitlich parallel: Aktuell werden unterstützt vom Bauhof 30 Fangbäume im Bereich der Miesbacher Befallszone gepflanzt. Dabei handelt es sich um Ahornbäume, die Lieblingspflanze des ALB. Sie sind Bestandteil des Monitoringkonzepts und werden regelmäßig auf Befallsmerkmale überprüft. An den Bäumen sollen frühzeitig Hinweise auf noch vorhandene Käfer gefunden und durch sie der ALB in Miesbach daran gehindert werden, wegen der nun im Gebiet fehlenden Wirtsbäume auszu­schwärmen oder auf bisher nicht befallene Laubbaumgattungen überzugehen. Spätestens im nächsten Herbst werden diese Fangbäume entfernt und vernichtet, um jegliche mögliche Entwicklung eines Käfers zu verhindern. Ergänzt wird diese Monitoringmaßnahme durch knapp 50 Pheromonfallen, die in der Befallszone und den angrenzenden Bereichen an ausgesuchten Standorten in vorhandene Bäume gehängt wurden. Straßenschilder, die zur Markierung der Quarantänezonengrenze dienen, wurden in Miesbach bereits vor einigen Monaten aufgestellt.

Der Miesbacher ALB-Gebietsbeauftragte der LfL, Gerhard Kraus, hat – gemeinsam mit seinem ALB-Spürhund Louis – ein Büro im Rathaus bezogen, sodass beide ab sofort für ihre Aufgaben im Siedlungs- und Offenlandbereich vor Ort bereit sind. Gerhard Kraus ist Diplom-Gartenbauingenieur und war bisher für das ALB-Befallsgebiet in Neubiberg im Landkreis München zuständig. ksl

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