Mehr Gewalt, kein Verkehrstoter

Miesbacher Polizei stellt Sicherheitsbericht vor / „Auf Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“

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Miesbachs Dienststellenleiterin Katharina Schreiber (r.), Andreas Pyka, (2.v.r.), Christian Redl und der Miesbacher Kripo-Leiter Johann Schwaiger (nicht im Bild) sprachen mit den Gemeindevertretern über die Kriminalitätslage und die Verkehrsunfallentwicklung im vergangenen Jahr.

Miesbach – Alljährlich treffen sich Vertreter der in den Bereich der Miesbacher Polizeiinspektion fallenden Kommunen, um sich von Dienstellenleiterin Katharina Schreiber und ihren Kollegen zur aktuellen Kriminalitätslage und Verkehrsunfallentwicklung informieren zu lassen. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr im Dienstellenbereich etwas mehr Straftaten (plus 1,13 Prozent). Für diesen Anstieg sind zwei Bereiche verantwortlich, in den weiteren Kategorien hat ein teils deutlicher Rückgang stattgefunden.

1520 Straftaten hat die Miesbacher Polizei im vergangenen Jahr erfasst. Das sind 17 mehr als noch im Vorjahr. „Damit liegt die Entwicklung im insgesamt entgegengesetzten Trend, wobei für den Landkreis Miesbach ein Rückgang von 9,47 Prozent zu verzeichnen war“, erklärt die Polizei. 923 Tatverdächtige wurden ermittelt. Dass steigende Zahlen nicht immer negativ zu bewerten sind, beweist die Aufklärungsquote: Diese hat nach einem Knick im Jahre 2017 (minus 1,6 Prozent) wieder um 1,3 Prozent zugelegt (69,2 Prozent). Im bayerischen Durchschnitt sind das 66,7, im Landkreis Miesbach 68 Prozent. Gestiegen sind die Zahlen in den Bereichen Rohheitsdelikte sowie Sachbeschädigungen und Vandalismus: Nach einem erfreulichen Rückgang um zehn Prozent im Jahr 2017, stiegen die angezeigten Rohheitsdelikte von 231 auf 246 Taten (2018: plus 6,49 Prozent). Bei Sachbeschädigungen und Vandalismus gab es ein Plus von zehn Taten (177). „Gerade in diesem Deliktsbereichen ist die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, um die Aufklärungsquote deutlich steigern zu können“, bitten die Beamten.

Einen deutlichen Rückgang gab es hingegen bei den Straftaten gegen das Leben: Noch vier versuchte/vollendete Tötungsdelikte gab es 2017 im Bereich der Miesbacher Polizei, 2018 war das noch eine. Auch die Sexualdelikte gehen seit 2015 kontinuierlich zurück. Waren 2017 noch 18 Taten (2015: 22) angezeigt worden, zeigt die Statistik für 2018 14 Taten. Die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sanken von 144 Anzeigen (2017) auf 132, die registrierten Eigentumsdelikte gingen um 6,14 Prozent von 293 auf 275 Taten zurück. „Damit setzt sich der Abwärtstrend seit 2015 (374 Fälle) erfreulicherweise fort“, erklärt die Polizei.

Ein Plus ist nicht nur bei den Straftaten insgesamt zu beobachten, sondern auch bei den Unfallzahlen: Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,93 Prozent auf insgesamt 1041 Unfälle. Schuld daran ist ein Anwachsen der polizeilich registrierten Kleinunfälle (plus 13,21 Prozent, 591). Die gute Nachricht: 2018 kamen deutlich weniger Verkehrsteilnehmer körperlich zu Schaden. 144 erlitten leichte (minus 12,19 Prozent), 50 schwere Verletzungen (minus 18,03 Prozent). Zudem gab es 2018 keinen Unfalltoten. Hauptsächlich kracht‘s beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren, durch ungenügenden Sicherheitsabstand, Nichtbeachten der Vorfahrt und durch eine zu hohe Geschwindigkeit, durch Fehler beim Überholen und durch das Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens. Alkohol war 2018 die Ursache für 15 Unfälle (2017: 17). Hierbei wurden ein Mensch schwer und sechs leicht verletzt. Der Anteil an Unfällen mit Personenschäden liegt bei 3,9 Prozent, der Anteil der Alkoholunfälle (ohne Kleinunfälle) liegt insgesamt bei 3,33 Prozent (2017: 3,63 Prozent), im Durchschnitt war ein Alkoholwert von 1,88 Promille im Spiel, der traurige Spitzenreiter hatte 2,74 Promille.

Nach der erfreulichen Null in der Kategorie Schulwegunfälle 2017 gab es davon drei im vergangenen Jahr. Jedes Mal waren die Schüler mit dem Fahrrad unterwegs, zwei wurden leicht, einer schwer verletzt. Letzterer, ein 14-Jähriger, stürzte laut Polizei, weil sein Turnbeutel in die Speichen geraten war, ein Neunjähriger fuhr gegen eine Radweg-Schranke und ein Zehnjähriger übersah beim Queren der Bundesstraße 472 in Miesbach ein Auto.she

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