Demo im Sitzungssaal

Miesbacher Stadtrat: Kinder und Jugendliche fordern Erhalt des Bolzplatzes am Friedhof

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Demo im Sitzungssaal: Kinder und Jugendliche fordern, den Bolzplatz am Friedhof zu erhalten.

Miesbach – Nicht nur bei Fridays for Future geht die Jugend für ihre Anliegen auf die Straße. In Miesbach gehen Mädchen und Buben sogar zum Demonstrieren ins Rathaus. Nicht laut, aber mit Schildern in der Hand ist eine Gruppe Kinder und Jugendlicher bei der jüngsten Zusammenkunft des Stadtrats im Sitzungssaal einmarschiert. Sie forderten den erhalt des Bolzplatzes am Friedhof. Markus Seemüller (FWG) hatte dazu einen Antrag auf die Tagesordnung gebracht – und erhielt eine knappe Mehrheit.

Mit der Entwicklung eines Baugebiets Am Gschwendt (wir haben berichtet) droht der Bolzplatz zu verschwinden. Allerdings hatte der Stadtrat bereits deutlich gemacht, einen großen Spielplatz zu schaffen. Ein rund 15 Meter breiter Grünstreifen – zur freien Nutzung – würde ebenfalls erhalten bleiben. Insgesamt sind das etwa 1800 Quadratmeter. Den Begriff Bolzplatz hatten Stadtrat und Verwaltung bewusst vermieden – aus immissionsschutzrechtlichen Gründen. „Diese Grünfläche ist für euch reserviert“, sagte Erhard Pohl (CSU), mit Blick auf die Pläne, zu den erwartungsvollen Kindern im Saal. Sein Fraktionskollege Christian Mittermaier kritisierte Seemülers Antrag mitsamt der Schilder-Aktion. „Ich finde es einen Wahnsinn, wie mit der Angst der Kinder gespielt wird“, sagte er. „Das ist des Amts des Jugendreferenten (Mittermaier, Anm. d. Red.) nicht würdig“, gab Seemüller zurück.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz prognostizierte, dass es „schwer wird“, einen Ersatz für den Bolzplatz in derselben Größe zu finden. 2000 Quadratmeter hat die jetzige Fläche, eine ähnliche sei in der Nähe wohl kaum vorhanden. Gespräche würden bereits geführt, sagte sei. Darauf drängte Michael Lechner (FWG). „Es gehört dazu, die Interessen der Kinder ernst zu nehmen“, sagte er und forderte, „sich intensiv zu bemühen“. Paul Fertl (SPD), Co-Unterzeichner des Antrags, verweis darauf, wie wichtig „Bewegungsfreiheit“ für Kinder sei. Ein Grünstreifen, auf den vielleicht ein paar Tore gestellt werden, reicht ihm nicht.

Am Ende setzte eine 13:11-Mehrheit Seemüllers Antrag durch. Nun muss die Stadt, sollte der Bolzplatz verschwinden, Ersatz „in gleicher Qualität und Größe“ zur Verfügung stellen. Und zwar soll die Alternative „zeitgleich“ entstehen. Hedwig Schmid (SPD) hatte darauf gedrängt, dass der Platz unmittelbar nach dem Ende der Bauphase zur Verfügung gestellt wird. Wo dieser sein wird, ist offen – und wohl eine schwierige Frage. „Wir haben die Fläche nicht“, sagte Manfred Burger (Grüne). ft

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