Förderung gesucht

Miesbacher Stadtrat stimmt neuen Plänen für das Warmbad zu

Warmbad in Miesbach
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Das künftige Becken des Miesbacher Warmbads wird kleiner und der Nichtschwimmerbereich mit Attraktionen aufgewertet.

Miesbach – Um das Warmbad in Miesbach umfassend zu sanieren, wird die Stadt tief in die Tasche greifen müssen. Nun gab es eine aktualisierte Planung im Stadtrat.

Miesbach leistet sich ein generalsaniertes Warmbad. Dafür wird die Stadt tief in die Tasche greifen müssen, denn die jüngste Kostenprognose lautet 3,8 Millionen Euro inklusive Nebenkosten – netto. Die aktualisierte Planung präsentierten Architekt Josef Krautloher aus Vilshofen, der das neue Bad entworfen hat, und Dirk Hartisch (Büro Möller und Meyer Gotha), zuständig für die Technik. Trotz der Kostensteigerung um gut 1 Million Euro im Vergleich zu den Entwürfen im Sommer stimmte der Stadtrat mit großer Mehrheit dafür, die nächsten Schritte einzuleiten und die Planung voranzutreiben.

Besonders überrascht von den neuen Zahlen zeigte sich Paul Fertl (SPD) und sprach von einer schlanken Erhöhung um 40 Prozent. Er wollte nochmal über die Kosten sprechen: „1,1 Millionen halte ich für gewagt.“ Wie Josef Krautloher erklärte, ergebe sich die Kostensteigerung aus zusätzlich geplanten Anlagen und Attraktionen. So soll das Bad etwa eine Breitrutsche bekommen. Bisher ebenfalls nicht vorgesehen waren eine Photovoltaikanlage und die Sanierung der Dachterrasse. Zudem soll ein barrierefreier Zugang zum Bad über eine Rampe geschaffen werden, die im Winter demontiert werden kann. Ein automatisches Kassensystem soll insbesondere zu schwach besuchten Zeiten helfen, Personalkosten einzusparen.

„Wir haben gesagt, wir packen das alles für den Förderantrag dazu“, erklärte Krautloher. Außerdem seien die bisherigen Schätzungen immer die Baukosten gewesen. Nun seien die Nebenkosten inkludiert. „Dann sind die Planungskosten sehr hoch“, mutmaßte Markus Seemüller (FWG). „Das ist alles Gesetz“, entgegnete Bürgermeister Gerhard Braunmiller und verwies auf die allgemeingültigen Sätze für Architekturleistungen, die sich an der Bausumme orientieren. Bisher sei von 3,4 Millionen Euro ausgegangen worden inklusive Planung, erklärte Stefan Griesbeck (CSU) und sagte: „Die 400.000 Euro mehr finde ich schlüssig.“

Das neue Bad wird ein Stück kürzer. Statt bisher 60 Meter gibt es künftig nur noch zwei 50-Meter-Bahnen sowie vier mit 25 Metern Länge. Dazu kommt ein Nichtschwimmerbereich mit verschiedenen Attraktionen – sehr einfache und kostengünstige, wie Krautloher sagte. Er hat einen Wasserpilz, Massagedüsen, Spritzattraktionen und Schwaller vorgesehen. Der Zugang in den Bereich wird barrierefrei gestaltet.

Das neue Edelstahlbecken wird in die bestehende Wanne eingesetzt. Das neue Technikgebäude wird in der südwestlichen Ecke an der Badstraße errichtet. „Wir haben da sehr kurze Wege“, nannte Hartisch den Vorteil des Standorts bezüglich der Anschlüsse. Es werden auch ein Bademeisterraum und eine Wickelecke untergebracht. Obendrauf kommt ein Pultdach mit Photovoltaikanlage. Das jetzige Technikgebäude soll als Unterstellraum dienen. Mit dem Landratsamt haben Gespräche über das Fernwärmenetz stattgefunden. Ein Anschluss an und damit die Versorgung durch das Biomasseheizwerk des Kreises sind möglich.

Die Breitrutsche hat Krautloher separat südlich des Schwimmbeckens geplant. Sie kostet rund 100.000 Euro. Außerdem möchte er die Terrasse so herrichten, dass sie als Aufenthaltsfläche dient. Eine erneute Absage erteilte Krautloher dem Wunsch nach einem Sprungturm. Die nötigen Sicherheitsabstände sowie die Wassertiefe würden den Kosten- und Platzrahmen sprengen. Aber es wird Startblöcke an den Schwimmerbahnen geben.

„Die Planung ist schlüssig“, urteilte Manfred Burger (Grüne). Florian Hupfauer (FDP) nannte sie einen tollen Entwurf. Badereferent Erhard Pohl (CSU) verteidigte die Preissteigerung und appellierte, mit der vorgestellten Planung den Förderantrag zu stellen. „Wir können im Nachhinein nichts mehr einreichen“, sagte er. Am Ende stimmte der Stadtrat auch fast geschlossen für die Entwürfe. Lediglich Michael Lechner (FWG) lehnt sie weiter ab, „weil ich es nicht mehr zeitgemäß und umweltgerecht halte, das Wasser zu heizen“. ft

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