IHK-Konjunkturumfrage

Warum der Optimismus der Wirtschaft im Oberland verflogen ist

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Landkreis – Unternehmen im Landkreis Miesbach investieren nur noch zögerlich. Um das zu ändern, empfiehlt die IHK einige Sofortmaßnahmen.

„Die Stimmung der Wirtschaft im Oberland bleibt verhalten“, meldet die IHK. Zwar bewerten die Unternehmen laut IHK-Herbstumfrage für München und Oberbayern ihre aktuelle Lage besser als zuletzt im Frühjahr, doch die Prognosen für die kommenden zwölf Monate fallen deutlich schlechter aus.

Die gute Nachricht zuerst: Die in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau ansässigen Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufriedener als noch im Frühjahr. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) ist mit seiner derzeitigen Geschäftslage zufrieden. Nur sieben Prozent der Unternehmen äußerten sich unzufrieden. Im Frühjahr waren es noch zwölf Prozent.

Ein Grund dafür dürfte laut IHK die hohe Bedeutung der Tourismusbranche in der Region sein, die ihre Geschäftslage im Herbst als besser als im Frühjahr einschätzt. Für die kommenden Monate haben die Unternehmen im Oberland ihre Erwartungen jedoch heruntergesetzt: Aktuell rechnen nur noch 14 Prozent mit einer Geschäftsbelebung, zuletzt war es noch ein Drittel (33 Prozent) der Unternehmen. Das wirkt sich auf die Personalplanungen aus: Nur noch elf Prozent der Unternehmen möchten zusätzliches Personal einstellen, 15 Prozent wollen Stellen streichen.

Hinsichtlich ihrer Bereitschaft, mehr zu investieren, sinkt die Zahl der dazu bereiten Unternehmen von 32 Prozent im Frühjahr auf jetzt 27 Prozent. Andererseits gibt es auch weniger Unternehmen, die weniger investieren wollen (aktuell sechs Prozent nach zwölf Prozent im Frühjahr). Damit verharrt die Investitionstätigkeit auf gleichbleibendem Niveau.

Das Wachstumsrisiko Nummer eins bleibt laut IHK mit 57 Prozent der Fachkräftemangel. „Auch im Oberland ist zu beobachten, dass die Konjunktur nicht mehr rund läuft. Der Optimismus der Unternehmen lässt zusehends nach. Die konjunkturellen Alarmzeichen aus der Industrie greifen immer mehr auf andere Branchen über“, sagt Reinhold Krämmel, Sprecher des IHK-Forums für die Region Oberland. „Unsere Wirtschaft braucht deshalb jetzt dringend Investitionsanreize. Dazu zählen bessere Abschreibungsregelungen, niedrigere Strompreise und auch die Digitalisierung muss entschiedener vorangetrieben werden.“

Als Sofortmaßnahme empfiehlt Krämmel wesentlich kürzere Abschreibungszeiträume für die Anschaffung von Hard- und Software. Um die Standortbedingungen zu verbessern, mahnt Krämmel eine niedrigere Besteuerung der Unternehmen an. Der Satz für einbehaltene Gewinne müsse von derzeit über 30 Prozent auf das international übliche Niveau von 25 Prozent gesenkt werden. she

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