Balance finden

Miesbachs Bürgermeister empfängt Ehrenbürgerin Natalie Geisenberger

Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller mit Rennrodlerin Natalie Geisenberger
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Bürgermeister Gerhard Braunmiller im Gespräch mit Rennrodlerin Natalie Geisenberger.

Miesbach – Nächste Runde für die Gespräche mit den Ehrenbürgern der Stadt Miesbach. Diesmal hat Bürgermeister Gerhard Braunmiller Rennrodlerin Natalie Geisenberger eingeladen.

Seine Gesprächsrunden mit den Ehrenbürgern der Stadt Miesbach hat Bürgermeister Gerhard Braunmiller mit Natalie Geisenberger fortgesetzt. Zum Termin im Rathaus kam die Ausnahmesportlerin mit Ehemann Markus Scheer, Sohn Leo und Hund Bounty.

So viel Einsicht ins Privatleben ist ungewöhnlich für die weltbeste Rennrodlerin. Seit 1994 lebt sie in der Stadt, startet für den SV Miesbach und ist seit dem 11. Januar 2015 Ehrenbürgerin. Während der Schulzeit am Gymnasium hatte Lehrer Gerd Schabbehard ihr ungewöhnliches Talent für den Rodelsport entdeckt. Und nachdem die attraktive Blondine einmal Feuer für diesen eiskalten Sport gefangen hatte, war sie nicht mehr zu bremsen. Nach einigen Juniorenweltmeistertiteln kam sie schon in ihrem ersten Jahr in der allgemeinen Klasse auf Platz 3 in der Gesamtweltcupwertung.

Seit 2012 ist sie die unangefochtene Nummer 1 der Weltelite und das sympathische Aushängeschild einer Sportart, die lange eine deutsche Domäne war. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 145 Kilometern pro Stunde durch einen Eiskanal zu fahren, erfordert höchste Körperbeherrschung, Konzentration und Kraft. Dazu müssen die Technik und das Gefühl für den Schlitten stimmen, der im Liegen mit den Beinen und durch Gewichtsverlagerung durch die Kurven gesteuert wird. Eiserne Nerven und Mut beweist Natalie seit Jahren nicht nur bei jedem Rennen.

Auch die vielen Reisestrapazen – heute Sigulda in Lettland, morgen Vancouver in Kanada, übermorgen Königssee – erfordern Geduld, Anpassungsfähigkeit und die Möglichkeit, die eigene Höchstleistung unter jeder Bedingung präzise abrufen zu können. Keine andere kann das so gut wie sie. Nach ihren ersten beiden Olympiasiegen 2014 erhielt sie vom damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck das Silberne Lorbeerblatt, die höchste sportliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland.

Im Sommer ist Natalie Geisenberger Mutter geworden. Mittlerweile ist Sohn Leo fast ein halbes Jahr alt und das ganze Glück seiner Eltern. Dass Natalie weitermachen wird mit dem Rennrodeln, ist für sie keine Frage. „Ich will noch einmal zu den Olympischen Spielen“, sagt sie „Nicht trotz Kind, sondern mit Kind.“ So hat sie sehr schnell nach der Geburt wieder mit dem Training begonnen und ist mit ihrer Fitness recht zufrieden. Auch die Motivation stimmt. Dem eigenen Ehrgeiz steht Natalie Geisenberger gelassen gegenüber. „Wenn ich dabei bin, will ich konkurrenzfähig sein“. Aber sie weiß: „Ich habe ein Kind, ein Jahr Pause gemacht… es geschieht alles in einem anderen Maß.“

Dass viele Weltcups in diesem Jahr corona-bedingt in Deutschland stattfinden, kommt ihr natürlich entgegen und freut sie. Für sich selbst hat die realistische Sportlerin, die Polizeihauptmeisterin ist, eine gute Balance gefunden: „Ich will meinem Sohn die beste Mama sein und nebenbei noch Leistungssport machen. Wenn es klappt mit dem Sport, ist es gut, wenn nicht, habe ich es versucht.“ Dass sie dafür die besten Voraussetzungen hat, dazu tragen auch Vater Geisenberger und Ehemann Markus Scheer bei, die sie zu den kommenden Wettkämpfen begleiten werden, damit Söhnchen Leo dabei sein kann und während Natalies Training ideal betreut wird.

„Mich begeistern die starke Persönlichkeit und die Willenskraft, mit der Natalie ihre privaten und beruflichen Ziele verfolgt“, sagt Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller. „Für mich heißt es jetzt Daumen drücken für diese liebenswerte Spitzensportlerin, die den Namen unserer Stadt wie keine Zweite in die Welt hinausträgt.“ ksl

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