Landkreis Miesbach profitiert weiter

7,1 Millionen Euro investiert: Diese Projekte wurden mit Leader gefördert

LAG-Manager Simon Kortus (l.) und LAG-Vorsitzender Michael Pelzer zur Leader-Förderung im Landkreis Miesbach
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LAG-Manager Simon Kortus (l.) und LAG-Vorsitzender Michael Pelzer ziehen eine durchweg positive Bilanz zur Leader-Förderung im Landkreis Miesbach.

Miesbach – 2020 endet die aktuelle Förderperiode des Leader-Programms der EU. Was im Landkreis Miesbach geschafft wurde und wie es weitergeht, erklären Michael Pelzer und Simon Kortus.

Die aktuelle Förderperiode des europäischen Leader-Programms läuft Ende 2020 aus. Es hat dem Landkreis Miesbach viele Projekte und eine Menge Geld beschert. Nun hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Kreis­entwicklung Miesbacher Land ein Handbuch zur Leader-Region mit allen wichtigen Infos zum Förderprogramm herausgebracht. Gerade zur rechten Zeit. Denn obwohl die sechsjährige Förderperiode ausläuft, stehen noch reichlich Mittel zur Verfügung. Das haben LAG-Vorsitzender Michael Pelzer und LAG-Manager Simon Kortus jüngst deutlich gemacht.

Die beiden ziehen eine durchweg positive Bilanz. Wegen der Fördermittel, die in den Landkreis geflossen sind und noch fließen, und wegen der sozialen Effekte. Das Herausragende, findet Kortus, sei, dass die Projekte Leute zusammenbringen. Bürgerbeteiligung ist ein zentraler Punkt des Leader-Programms. „Es war hier so erfolgreich, weil jeder mitgenommen wurde“, lobt Kortus. Er ist begeistert vom kreativen, offenen Austausch aller Beteiligten.

Auch für Pelzer ist der Leader-Ansatz der Beteiligung ein entscheidender Aspekt. Bei vielen anderen Förderprogrammen sei es die größte Herausforderung, die bürokratischen Hürden zu überwinden. „Das ist hier ganz anders“, erklärt der ehemalige Bürgermeister von Weyarn. Zudem gebe es professionelle Unterstützung – ebenfalls eine Seltenheit. Simon Kortus – wie Vorgängerin Stephanie Stiller – kümmert sich um Anträge, Abwicklung und vieles mehr. Seinen Arbeitsplatz hat er bei der Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach, kurz SMG.

So hat es geklappt, 30 Projekte wie etwa die Wendelstein-Streifzüge, die Radwegebeschilderung im Landkreis, den Deisenrieder Wetterstollen und das evangelische Gemeindehaus in Miesbach zu unterstützen. 30 bis 70 Prozent Förderung sind möglich. Insgesamt generierten die 30 Projekte ein Fördervolumen von 1,6 Millionen Euro. Hinzu kommen 21 Kleinprojekte – etwa für Vereine – mit gut 22.000 Euro. Die Beteiligten müssen aber natürlich auch selbst Mittel aufbringen. So summieren sich die Investitionen durch die Leader-Projekte auf 7,1 Millionen Euro im Landkreis.

Nun läuft die Förderperiode aus. „Aber wir bekommen eine Mittel­aufstockung in Höhe von 194.000 Euro“, freut sich Kortus. „Weil wir das Geld so gut ausgegeben haben.“ Im Gegensatz zu Regionen, die ihren Topf nicht geleert haben. „Mit diesem Geld wollen wir nochmal durchstarten“, betont Kortus. Sollten die Mittel auch nicht reichen, ist es sogar möglich, sich aus einem bayernweiten Topf zu bedienen. „Und da gibt es nicht mal einen Deckel“, betont Pelzer. Damit ist klar: Weitere Projekte sind willkommen.

Auch mit der Leader-Region Miesbacher Land selbst soll es angesichts der Erfolgsgeschichte weitergehen. 2020 wollen die Verantwortlichen die lokale Entwicklungsstrategie fortschreiben und weiterentwickeln. Und dann steht natürlich die Bewerbung für die nächste Förderperiode (2022 bis 2028) auf dem Zettel. Die genauen Richtlinien dafür stehen noch nicht fest, dass das Programm neu aufgelegt wird, davon sind Kortus und Pelzer aber überzeugt.

Den Landkreis dürfte es freuen, ebenso die Ideenträger und Projektinitiatoren. Gerade mit der Neubesetzung der Kommunalparlamente und einiger Chefbüros in den Rathäusern nach der Kommunalwahl könnten sich frische Ideen entwickeln. Unter anderem die neuen Mandatsträger sind auch diejenigen, an die sich das neu erarbeitete Leader-Handbuch richtet. Darin sind alle Infos zum Förderprogramm, den handelnden Personen im Landkreis und den Ablauf eines Projekts von der Idee bis zur Abrechnung dargestellt.

Die Titelseite erinnert ein wenig an ein Wimmelbuch – mit viel Typischem der Region. Auch der Förderturm der Bergwerksgemeinde Hausham ist zu finden. Viele würden dort gerne ein Bergwerksmuseum sehen, am Konzept mit Café und Kulturzentrum wird gearbeitet. Es würde sich auch bestens als Projekt für das Leader-Programm eignen – und würde sicher ganz in dessen Sinne viele Menschen zusammenbringen. ft

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