Auswahl an Filmen im Kleinen

Mit Abstand das Beste: Lebenszeichen vom Bergfilm-Festival

Festivalleiter Michael Pause vom Bergfilm-Festival am Tegernsee
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Normalerweise moderiert Festivalleiter Michael Pause das Bergfilm-Festival.

Tegernsee – Das Bergfilm-Festival 2020 am Tegernsee ist wegen Corona abgesagt. Doch eine Veranstaltung im Kleinen wird es nun doch geben.

Im Tegernseer Tal hat es sich binnen weniger Jahre zu einem Oktoberfest der besonderen Art entwickelt: Das internationale Bergfilm-Festival lockt seit 2013 jedes Jahr einige Tausend Besucher an und hat längst einen festen Platz im Kulturleben der Region. Bereits 17 Mal freuten sich die Tegernseer, wenn sich Filmemacher, bekannte Bergsteiger und die Community im Ort begegneten und fünf Tage lang für eine ganz besondere Atmosphäre sorgten.

In diesem Jahr wurde das große Fest des Bergfilms zwar wegen der Covid-19-Pandemie abgesagt, dennoch werden zum vorgesehenen Termin in Tegernsee Bergfilme zu sehen sein. Unter dem Stichwort „Lebenszeichen“ gibt es von Freitag, 16., bis Sonntag, 18. Oktober, im Ludwig-Thoma-Saal eine Art Review: In sieben Vorstellungen stehen 16 Filme auf dem Programm, die bei den bisherigen Festivals für Furore sorgten. Elf dieser Auswahl wurden von den Juroren mit Preisen ausgezeichnet, wie etwa die Doku „Mount St. Elias – die längste Skiabfahrt der Welt“ oder „Still alive“, die erste Regiearbeit von Reinhold Messner, der dafür 2017 den Großen Preis der Stadt Tegernsee erhielt.

Die Auswahl verdeutlicht, dass der Bergfilm heutzutage viel mehr ist als dramatische Bergsteiger-Action in senkrechten Felswänden oder an den höchsten Gipfeln der Welt: Da ist alles anzutreffen, was die Begegnung Mensch-Berg ausmacht – das stille, berührende Naturerlebnis, die spannenden Begegnungen mit Bergbewohnern in aller Welt und die ökologische Problematik dürfen genauso wenig fehlen wie kritische Fragen zum Thema Risiko im Extremsport.

„Bei Veranstaltungen in der aktuellen Lage haben für mich die Sicherheit sowie die Gesundheit unserer Bürger und Gäste absolute Priorität. Ich bin aber überzeugt, dass wir bei strikter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln dieses Lebenszeichen des Bergfilms setzen können“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn. „Wir wollen uns bei der Gelegenheit auch mit Einladungen bei unseren langjährigen freiwilligen Helfern der DAV-Sektion Tegernsee, bei den Sponsoren und Unterstützern bedanken. Ohne sie hätten wir dieses Event nie so erfolgreich entwickeln können.“

Und: „Wir haben in all den Jahren mehr als 1200 Filme aus aller Welt gezeigt, im Wettbewerb wurden 160 Produktionen ausgezeichnet – von den Großen Preisen bis zu den lobenden Erwähnungen –, sodass die Auswahl eine reizvolle Aufgabe war“, berichtet Festivalleiter und Moderator Michael Pause. „Meiner Meinung nach müsste es für viele Leute reizvoll sein, solche Filme nach ein paar Jahren wieder zu sehen. Denn beim Wiedersehen werden den Betrachtern auch kleine Veränderungen bewusst. Man denke zum Beispiel nur daran, dass der Einsatz von Kameradrohnen vor zehn Jahren bei Bergfilmen noch eher selten war. Heute ist ein Bergfilm ohne diese spektakuläre Perspektive gar nicht mehr denkbar.“

Das komplette Programm ist im Internet unter www.bergfilm-tegernsee.de zu finden. Tickets werden dort ab sofort ausschließlich online verkauft. Bei den Vorführungen gibt es keine Abendkassen. ksl

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