Ein Glücksfall für die Stadt

Musikalische Glanzleistungen: Andrea Wehrmann erhält Miesbacher Kulturpreis

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Von „Zuagroaster“ kann keine Rede mehr sein. Längst haben die Ökumene und die Musikliebhaber in Miesbach die diesjährige Kulturpreisträgerin Andrea Wehrmann (r.) in ihrer Mitte aufgenommen. Stilsicher nahm sie dann auch die Urkunde von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz im Dirndl entgegen.

Miesbach – Seit mehr als 20 Jahren bereichert Andrea Wehrmann das Kulturleben Miesbachs in ganz besonderer Weise. Da war es nicht verwunderlich, aber doch eine schöne Überraschung, dass der städtische Kulturausschuss der 51-jährigen „A-Musikerin“ den Kulturpreis der Stadt verliehen hat. Die Übergabe fand kürzlich beim Neujahrsempfang im Waitzinger Keller statt.

In ihrer Laudatio stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz Wehrmanns unbändige Schaffenskraft heraus, die zu einem äußerst lebendigen ökumenischen Miteinander beigetragen hat. Aufgewachsen im hohen Norden bekam Wehrmann ihre intensive musikalische Ausbildung im Dom zu Ratzeburg. Es folgte das Studium der Musikwissenschaften in Erlangen, Klavierpädagogik in Würzburg und Kirchenmusik in Bayreuth und München. Im Anschluss war sie als Klavierlehrerin tätig und wurde in Fachkreisen nicht umsonst als A-Musikerin betitelt.

Im September 1996 ereignet sich dann ein Glücksfall für Miesbach, als sich die „Zuagroaste“, wie Pongratz sie augenzwinkernd nannte, hier niederließ. Als Kirchenmusikerin der evangelischen Gemeinde fühlte sich Wehrmann mit nur gottesdienstlichem Orgelspiel und wenigen Auftritten wohl unterfordert. 1997 begann dann ihr unbändiger Tatendrang und sie gründete mit ihrem katholischen Kollegen Michael Hamberger den ökumenischen Chor mit Mitwirkenden aus dem ganzen Landkreis. Unvergessen ist die Uraufführung des Weihnachts­oratoriums von Johann Sebastian Bach im wiedereröffneten Waitzinger Keller. Seither hat Wehrmann immer wieder neue Chöre und Ensembles als Projekte gegründet. Zum Jubiläum „900 Jahre Miesbach“ im Jahr 2014 organisierte sie wiederum mit ihrem katholischen Kollegen ein großes chorsinfonisches Konzert mit vier Chören. Zur Begleitung dieses ökumenischen Projektchors gewann sie die Vogtland Philharmonie aus Greiz. Ein besonders Anliegen ist es Wehrmann zudem, Kinder für die Musik zu begeistern. Für sie hat sie die Orgelgeschichten ins Leben gerufen und mit ihnen Singspiele und Theaterstücke einstudiert. Vor kurzem hat Wehrmann auch einen Seniorenchor gegründet, der sich ohne Auftrittszwang nur aus Freude am gemeinsamen Singen trifft und sich großen Zuspruchs erfreut. All diese gewaltigen Leistungen hat Wehrmann, wie Pongratz betonte, ehrenamtlich ins Leben gerufen. „Wir ehren mit Andrea Wehrmann heute eine Chorleiterin, Dirigentin, Organistin, Pianistin, Musikpädagogin, Sängerin und Kulturmanagerin, die ein hoher Gemeinsinn, Bescheidenheit und immenser persönlicher Einsatz auszeichnet. Wir sind stolz auf Sie und dankbar, dass das Schicksal Sie nach Miesbach gebracht hat“, sagte die Rathauschefin voller Anerkennung.

Obwohl Wehrmann ja lang anhaltenden Applaus gewöhnt ist, zeigte sie sich dann nach der Verleihung der Urkunde doch sehr gerührt: „Die Auszeichnung ist mir eine sehr große Ehre und macht mich als ,Zuagroaste‘ umso glücklicher.“ Danach holte sie Bärbel Pischetsrieder und Uschi Bommer auf die Bühne und meinte: „Wir im Norden sind ja mit Worten eher kurz angebunden. Deswegen möchte ich mich bei ihnen zusammen mit meinen Freundinnen lieber mit einem Dreigsang aus Fischbachau bedanken.“ hac

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