„Das Bad muss erhalten bleiben“

Neujahrsempfang: Bürgermeisterin Ingrid Pongratz hofft auf Förderprogramm

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Beim Neujahrsempfang der Stadt ehrte Ingrid Pongratz (links) Walter Koller und Lisa Braun-Schindler.

Miesbach – „Seine Majestät der König haben am 8. Mai 1918 allergnädigst zu genehmigen geruht, dass der Markt Miesbach fortan die Bezeichnung Stadt führt“, zitierte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz beim Neujahrsempfang im Kulturzentrum Waitzinger Keller und lud die Gäste zu einer Art Zeitreise ein. Anschließend umriss die Rathauschefin, wie Miesbach 100 Jahre Stadterhebung feiern will.

Den Auftakt des Jubiläums macht die Ausstellung „Mein Miesbach“, die am Freitag, 19. Januar, in der Stadtbücherei eröffnet wird. „44 Kinder von sechs bis 14 Jahren haben im Atelier Farbenspiel unter Leitung von Barbara Gerbl ihre Lieblingsplätze in Miesbach in Kunst umgesetzt“, sagte Pongratz und hob hervor: „Eine zauberhafte Liebeserklärung an unsere Stadt.“ Ebenfalls in der Stadtbücherei gibt’s „Miesbach – 100 Jahre in Bildern“, eine von Stadtarchivarin Barbara Wank konzipierte Ausstellung, zu sehen. Bei der Eröffnung am 7. Mai wird auch die Festschrift vorgestellt. Wie Pongratz ankündigte, kann die Bilderschau bis zum 8. Juli in der Stadtbücherei und im Herbst dann noch einmal im Waitzinger Keller besichtigt werden.

Groß gefeiert wird heuer auch das 150-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr, die im Mai mit Festakt und am 8. Juli mit großem Festzug durch Miesbach ihr Jubiläum begeht. „Dabei wird es eine Sequenz zu ‚100 Jahre Miesbach‘ geben. König Ludwig III. wird mit seinem Telegrammboten die Untertanen in Miesbach besuchen und persönlich zur Stadterhebung gratulieren“, verriet Pongratz.

Im Juli und August steht im Rahmen des Stadtjubiläums Freilichttheater im Waitzinger Park auf dem Programm. Kulturpreisträger Walter Kohlhauf inszeniert mit dem Miesbacher Volkstheater das Stück „Die Rumplhanni“. Geplant sind sieben Aufführungen.

In ihrer Ansprache rief Pongratz auch  Geschehenes in Erinnerung und gab einen Überblick der anstehenden Projekte. Teuer werde die Sanierung des Miesbacher Warmbads, zeigte die Bürgermeisterin auf und bezifferte den Kostenrahmen mit 2,5 Millionen Euro netto. Wann mit der Maßnahme begonnen werde, sei noch offen. Für Miesbachs Rathauschefin steht jedenfalls fest: „Das Bad muss erhalten bleiben, denn es ist eine wichtige und äußerst beliebte Einrichtung für alle unsere Bürgerinnen und Bürger, die Schulen und den Tourismus.“ Laut Pongratz habe der Freistaat ab 2019 den Einstieg in eine „Schwimmbadförderung“ in Aussicht gestellt. Hierzu soll zunächst eine staatlich-kommunale Arbeitsgruppe ein Förderkonzept erarbeiten.

Ein Alle-Jahre-Wieder-Thema sei das Kloster, fuhr Pongratz fort. Die einen plädierten für ein Museum, die anderen wünschten sich ein Haus für Kinder. Der Umbau in ein Museum soll drei bis vier Millionen Euro kosten, für den jährlichen Unterhalt sei mit bis zu 150.000 Euro zu rechnen.

In puncto Finanzen konnte die Stadt 2017 zwar rund sechs Millionen Euro mehr als geplant einnehmen, andererseits heißt es aber, dringend anstehende Aufgaben zu planen und umzusetzen. Als große Ausgabeposten nannte Pongratz Grundschulsanierungen in Miesbach und Parsberg, Straßensanierungen und 2019 eine rund 10 Millionen Euro dicke Kreisumlage.

Was den Marktplatz angeht, so soll die „gute Stube“ mehr Aufenthaltsqualität bekommen, verkündete Pongratz. Einen Umbau gebe es vorerst nicht, stattdessen wolle man mit geringem Aufwand die neue Verkehrsleitung und die entstehenden Freiflächen gestalten.

Beim 25. Neujahrsempfang standen auch Ehrungen auf dem Programm. In Dankbarkeit und großer Anerkennung seiner vielfältigen Verdienste um seine Heimatstadt Miesbach wurde Walter Koller die Bürgermedaille verliehen. Der selbstständige Elektromeister habe sich laut Pongratz stets „für unser Miesbach engagiert“. Die Liste an Projekten, an denen er ganz selbstverständlich mitgewirkt habe, sei lang. Koller, der auch dem Skiclub, dem Trachtenverein, dem FC Miesbach und den Haberern die Treue hält, habe beim Neubau des Eisstadions, beim Bau der Flutlichtanlage des FC Miesbach sowie beim Volks- und Bürgerfest seine Fachkompetenz unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Koller bedankte sich und erklärte bescheiden: „Ohne meine Familie hätte ich das nicht geschafft.“

Dank und Anerkennung sprach Pongratz im Namen der Stadt Miesbach Lisa Braun-Schindler aus. Die Schlierseerin sei seit 25 Jahren für die Arbeiterwohlfahrt in der Migrations- und Integrationsarbeit im Landkreis Miesbach tätig und werde in einigen Wochen in den wohlverdienten Ruhestand treten. Pongratz würdigte neben Braun-Schindlers hauptamtlicher Arbeit auch deren in der Freizeit geleistetes soziales Engagement. Ihre mehr als zehnjährige Tätigkeit als Sprecherin des Netzwerks Integration übe Braun-Schindler „professionell und mit hoher moralischer Verantwortung aus“, hob Miesbachs Bürgermeisterin hervor. Die Geehrte gab den Dank an die Integrationsbeauftragten Max Niedermeier (Landkreis) und Inge Jooß (Stadt) weiter. Außerdem an Ingrid Pongratz für deren „Willkommenskultur“.

rei

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