Drei weitere Varianten vorgestellt

Nach Debatte im Gemeinderat: Neue Pläne für ZOB in Gmund

Entwurf ZOB Gmund
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Ein neuer Zentraler Omnibusbahnhof soll in Gmund entstehen. So würde die Variante mit Satteldach aussehen.
  • VonKatja Schlenker
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Gmund – Neue Entwürfe für einen Zen­tralen Omnibusbahnhof in Gmund wurden nun im Gemeinderat vorgestellt. Am Ende stand ein unerwarteter Beschluss.

Drei neue Varianten für einen Zentralen Omnibusbahnof (ZOB) mit teils mehreren Möglichkeiten stellte Planer Florian Keppler den Gmunder Gemeinderäten in ihrer jüngsten Sitzung vor. Diese tagten erstmals in Hybridform. Das heißt, Bürgermeister Alfons Besel, die Kollegen aus der Verwaltung sowie einige der Ratsmitglieder waren im Neureuthersaal anwesend, die anderen per Videoschalte dabei.

„Der Bahnhof in Gmund ist nach Holzkirchen und Miesbach die drittgrößte Anlaufstelle im Landkreis in Sachen ÖPNV“, erklärte der Bürgermeister einleitend. „Auch der geplante Alpenbus soll über Gmund fahren.“ So werde der Bahnhof von vielen Fahrgästen frequentiert und sei ein Ort des Ankommens – und dabei sollen die Besucher sich wohlfühlen.

Filigraner und schlichter Baukörper

So gilt es nun, ein passendes Design für den neuen ZOB zu finden. „Wir sollten uns Zeit nehmen und die Überdachung intensiv diskutieren“, sagte Alfons Besel. „Ich glaube, wir sind uns weitestgehend einig, dass wir einen filigranen und schlichten Baukörper haben wollen, der die Holzkultur, die wir hier in der Gegend haben, widerspiegelt.“ Auch Kreisbaumeister Christian Boiger habe sich mittlerweile zu den Plänen geäußert – und das grundsätzlich wohlwollend, wie der Bürgermeister sagte.

Danach übergab er das Wort an Florian Keppler. „Der Bussteig ist nun mit 3,50 Metern geplant“, erklärte dieser einleitend. „Diese stehen den Wartenden uneingeschränkt zur Verfügung.“ Anschließend ging er auf die verschiedenen Varianten ein.

Drei Dachvarianten möglich:

  • Die erste ist mit Flachdach – entweder als Dickholzdach oder aus Stahlträgern mit eingehängten Dickholz­elementen. Die Dachhöhe werde etwa 60 Zentimeter betragen, was bei einer lichten Höhe von 4,70 Metern im Busbereich eine Gesamthöhe von 5,30 Metern ergeben würde. Genutzt werden könnten freistehende Stahlrundstützen sowie schräg oder gerade gestellte Stützen, zum Beispiel aus Dickholz.
  • Der zweite Entwurf hat ein Rautendach mit einer Höhe von zirka 96 Zentimetern, sodass der komplette Bau am Ende etwa 5,66 Meter hoch werden würde. Auch hier könnten schräg oder gerade gestellte Stützen, zum Beispiel aus Dickholz, genutzt werden.
  • Die dritte Option zeigt ein rund zwei Meter hohes Satteldach, wodurch der Bau am Ende ungefähr sieben Meter hoch werden würde.

3-D-Visualisierung gewünscht

Nachdem die Vielzahl an weiteren Möglichkeiten für den Zen­tralen Omnibusbahnhof (ZOB) im Gmunder Gemeinderat vorgestellt waren, ergriff Bürgermeister Alfons Besel erneut das Wort. „Es ist ein bisschen so wie in der Gaststätte, wo es eine große Auswahl auf der Speisekarte gibt“, sagte er. „Manchmal schaut man dann zum Nachbarn, was der hat, und das erleichtert einem die Entscheidung.“ Worauf er hinaus wollte: Er könne sich die Proportion und Größe des ZOB anhand der Entwürfe nur schwer vorstellen. Daher schlug er vor, ein Schaugerüst aufstellen zu lassen.

Die Meinungen unter den Gemeinderäten gingen auseinander. Michael Huber (Grüne) sah den Mehrwert nicht, „weil ein Schaugerüst nur die Dimension zeigt, nicht aber die Variante an sich“. Die Optik sei für ihn aber entscheidend, da die Entwürfe zum Teil recht verschieden seien. Daher wäre ihm eine 3-D-Visualisierung lieber. „Das Flachdach ist wohl am filigransten und zurückhaltendsten“, sagt er und mahnte an, die richtige Kapazität an Leitungen einzubauen, da am ZOB künftig auch E-Busse auftanken sollen.

Schaugerüst als Vorschlag

Barbara von Miller (SPD) hingegen sprach sich für das Schaugerüst aus. „Das Satteldach ist stilistisch problematisch und in seiner Dimension sehr massiv“, erklärte Korbinian Kohler (CSU). Das Schaugerüst nannte er eine gute Idee und schlug als Alternative vor, einfach Modelle zu bauen, um den ZOB plastisch darzustellen.

„Alles, was jetzt vorliegt, ist nicht mehr filigran“, lautete das Fazit von Christine Zierer (FWG). Ebenso wie ihr Vorredner plädierte sie dafür, die alten Pläne nochmals aus der Schublade zu holen. Auch sprach sich die Dritte Bürgermeisterin für ein Schaugerüst aus, weil das den ZOB ins Verhältnis zum denkmalgeschützten Bahnhof stelle. Ebenso könne sie sich für Modelle begeistern.

Abriss der Güterhalle

Von Johann Schmid (SPD) und Florian Floßmann (FWG) gab es Kritik an der Höhe des Unterstands von mindestens 4,70 Metern. „Brücken werden auch nur mit 4,50 Meter lichter Höhe gebaut“, erklärte letzterer. Umso höher der eher luftige Bau, umso schwieriger werde es für wartende Fahrgäste, Schutz vor Wind und Wetter zu finden. Diesen Punkt kritisierte auch Franz von Preysing (CSU).

Am Ende entschieden sich die Gemeinderäte mit einer Gegenstimme für das Aufstellen eines Schaugerüsts. Unterdessen soll die alte Güterhalle Anfang Februar abgerissen werden, um Platz für den ZOB zu schaffen. ksl

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