Straßen- und Wegereferent gefragt

Nach Erhöhung der Gebühren: Bad Wiessee plant neues Parkkonzept

Lieferwagen parken an der Wilhelminastraße in Bad Wiessee
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Das Thema Parken wird in Bad Wiessee nochmal überdacht. Dies könnte sich auf die Tarife und die Wilhelminastraße auswirken, die an den Wochenenden ein beliebter Abstellplatz für Lieferwagen ist.

Bad Wiessee – Nach der saftigen Erhöhung der Parkgebühren 2019 soll das Parkkonzept in Bad Wiessee nun komplett überarbeitet werden. Es geht auch um neue Tarife.

Nachdem die Parkgebühren in Bad Wiessee 2019 kräftig erhöht wurden, kam in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats auf Antrag der CSU-Fraktion das Thema inklusive Preisgestaltung und Überwachung des ruhenden Verkehrs erneut auf den Tisch. Über die Notwendigkeit verständigte sich das Gremium. Schwierig wird es bei der Frage, wie die Tarife gestaltet werden sollen. Einstimmig wurde beschlossen, dass Peter Kathan (CSU) als Straßen- und Wegereferent mit der Verwaltung Lösungsvorschläge erarbeiten soll. Ziel ist, dass das neue Modell im Frühjahr 2021 in Kraft tritt.

Als er den Antrag vorstellte, bezeichnete CSU-Fraktionssprecher Florian Sareiter (CSU) das Thema Parken in Bad Wiessee und im ganzen Tegernseer Tal als einen Evergreen. Momentan sei es, wie Sareiter sagte, so, dass alle Nebenstraßen dicht sind: „Geparkt wird, wo es umsonst ist.“ Er sieht das als Ergebnis der teilweise massiven Erhöhungen der Parkgebühren im Jahr 2019.

Die CSU-Fraktion hatte dem entschieden widersprochen, wurde aber überstimmt. Um die aktuell kuriose Parkerei wieder in den Griff zu bekommen, fordert die CSU daher unter anderem, ein ganzheitliches Parkraumkonzept zu erstellen, ein übersichtliches und reduziertes Preismodell auszuarbeiten, das auch Nebenstraßen einschließt, und den ruhenden Verkehr konsequent zu überwachen. Außerdem soll das Einführen von speziellen Anwohnerparkausweisen sowie Jahres- oder Saisonparkscheinen angedacht werden.

Als Knackpunkt könnte sich die Rücknahme der Kosten für die Tagesparktickets in der Zone Abwinkl und auf den Wanderparkplätzen im Söllbachtal und am Sonnenbichl erweisen, wofür in der Hauptsaison 10 respektive 8 Euro zu zahlen sind. „Darüber müssen wir nochmal reden“, stellte Sareiter fest.

Die Kosten zu reduzieren, sieht hingegen Bernd Kuntze-Fechner (SPD) als den falschen Weg. Er erinnerte daran, dass die Erhöhung nicht dazu gedacht war, Geld zu kassieren, sondern die Ausflügler dazu zu bewegen, den ÖPNV zu nutzen: „Machen wir das Parken billiger, wird wieder verstärkt das Auto genutzt.“ Ins gleiche Horn stieß Wolf-Hagen Böttger (Grüne), der feststellte: „Unser Parkraum ist das Geld wert.“ 10 Euro seien da nichts, wenn er sehe, dass aus den Autos regelmäßig Fahrräder ausgeladen werden, die mehrere tausend Euro kosten.

Sareiter sah den Antrag denn auch als Impuls und erwartete bei der vorhersehbaren Gemengelage keinen schnellen Beschluss: „So ein Gesamtkonzept steht natürlich nicht in zwei Wochen. Das muss vernünftig erarbeitet werden.“ Bei dem Konzept müsse allerdings auch, so Grünen-Gemeinderat Karl Schönbauer, die Parksituation talweit betrachtet werden. Klaudia Martini (SPD) regte an, dass mit der neuen Verordnung zudem eine Handhabe gegen die Lieferwagenflotten einschlägiger Logistikunternehmen geschaffen werde, die an den Wochenenden regelmäßig die Wilhelminastraße zuparken.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat schließlich, dass Peter Kathan als Straßen- und Wegereferent der Gemeinde gemeinsam mit der Verwaltung Lösungsvorschläge für ein zukunftssicheres, an die Regelungen der anderen Talgemeinden angepasstes und nicht einnahmenschädliches Modell zur Parkraumbewirtschaftung entwickeln soll. Unter besonderer Berücksichtigung der einheimischen Gewerbebetriebe und Mitbürger soll dieses dann im Frühjahr 2021 in Kraft treten. hac

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