Alle Jahre wieder

Nach den Weihnachtstagen folgt mit Silvester der Höhepunkt für 2019

Das bunte Silvesterspektakel am Tegernsee soll weniger werden.
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Das bunte Silvesterspektakel am Tegernsee soll weniger werden.

Landkreis – Viele fiebern in den letzten Stunden des Jahres 2019 auf Mitternacht hin. Die Freude ist groß, denn dann beginnen Feuerwerk und Böllerei. Doch in diesem Jahr könnte in einigen Orten alles anders werden – und das aus gutem Grund.

In einem eindringlichen Brief haben sich Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH, und die Bürgermeister der Gemeinden im Tegernseer Tal bereits im September an die Menschen vor Ort und die Gäste gewandt. Auch die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal appelliert nun erneut. Das Ziel: Maßvoller Umgang mit oder gar Verzicht auf Feuerwerk und Böller.

Zwar sind Leuchtraketen und Co. hübsch anzusehen am nächtlichen Himmel, aber sie haben eben auch zahlreiche Nachteile. „Feuerwerke sind extremer Stress für wild lebende Tiere, wie auch für Haustiere“, heißt es in dem Schreiben. „In der Silvesternacht irren Vögel umher bis zu lebensbedrohlicher Erschöpfung.“ Vor allem im Talkessel am Tegernsee dröhnt das Spektakel besonders, weil das Wasser den Schall sehr gut trägt.

Doch nicht nur für Tiere sind Feuerwerk und Böller bedrohlich, sondern auch für den Menschen. Verbrennungen, Augenverletzungen, Hörschäden – die Liste ist lang. Vor allem Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen, aber auch Schwangere und Kinder leiden unter den Schadstoffen in der Luft. Laut dem Umweltbundesamt werden rund 4200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt – der größte Teil davon in der Silvesternacht. Diese Menge entspricht in etwa 25 Prozent der jährlich durch Holzfeuerungen und zirka zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland.

Viele Menschen – oft Kinder – werden durch fehlgeleitete Böller verletzt. Laut dem Deutschen Ärzteblatt sind es jährlich rund 8000 Menschen, die zu Silvester Verletzungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper erleiden. Etwa ein Drittel behält bleibende Schäden. Auch das Brandrisiko erhöht sich an Silvester. Viele Städte haben daher bereits Feuerwerke verboten, um ihre historischen Gebäude zu schützen.

Feiern ohne Feuern lautet daher die Devise. Doch laut Schätzungen des Verbandes der pyrotechnischen Industrie haben die Deutschen zum vergangenen Jahreswechsel rund 133 Millionen Euro für Böller und Raketen ausgegeben. Was man mit dem Geld alles hätte Sinnvolles anstellen können...

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass sich in mehreren Umfragen mittlerweile eine deutliche Mehrheit der Deutschen für ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke ausspricht. Denn der Spaß währt nur wenige Minuten, aber die Folgen sind wesentlich länger zu spüren. ksl

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