Nachhaltiges Konzept für Verkehr in Föching

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ELKE SENGER-WIECHERS, Holzkirchen – Die Hoffnungen vieler Föchinger ruhten auf der Nordumfahrung: Sie vertrauten darauf, dass mit deren Eröffnung der Durchgangsverkehr deutlich abnehmen würde. Doch das Gegenteil scheint der Fall. „Viele Föchinger Bürger empfinden eine Zunahme, vor allem in Zeiten des Berufsverkehrs“, stellte Thomas Hünerfauth bei der jüngsten Holz- kirchner Gemeinderatssitzung fest. Er glaube, dass in Zukunft durch das neue Gewerbegebiet in Föching, das Einkaufszentrum HEP und die neuen Schulen am Ortsrand mit noch mehr Autos zu rechnen sei, so der Föchinger. Stellvertretend für die gesamte SPD-Fraktion stellte er daher den Antrag, die Verkehrssituation untersuchen zu lassen und ein nachhaltiges Konzept auszuarbeiten. Herbert Gegenfurtner (CSU), ebenfalls Föchinger, hatte schnell die Ursache für das aktuelle Problem zur Hand: „Viele fahren über Föching, um den Stau auf der B318 zu umfahren.“ Eine Lösung sehe er daher erst, wenn die Bundesstraße vierspurig ausgebaut werde. Auch die Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet könnte die Autofahrer künftig davon abhalten, weiter durch Föching zu fahren. „Die Zufahrt zur B318 wird dann schwieriger“, so Gegenfurtner. Dem stimmte Hünerfauth prinzipiell zu. „Akuter Handlungsbedarf besteht jetzt“, entgegnete er dennoch. „Die ohnehin schon schlechte Situation wird immer noch schlechter.“ Eine Möglichkeit, die kurzfristig umzusetzen wäre, ist, die Rotphase der Ampel an der Autobahnpolizei zu verlängern. Von dieser Regelung wären die Föchinger jedoch selbst betroffen und sie würde daher nach Einschätzung Gegenfurtners nur wenig Zustimmung finden. Auch ein Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel wären eine Option. „Aktuelle gesetzliche Regelungen verhindern diese Möglichkeiten“, erläuterte jedoch Polizist Bernd Weinmann jun. (CSU) seinen Fraktionskollegen. Die Entscheidung kann ohnehin nur vom Kreis getroffen werden, da die Durchgangsstraße eine Kreisstraße ist. Obwohl sich das Gremium prinzipiell darüber einig war, dass die Situation geändert werden müsse, nahm die Diskussion an Fahrt auf als einige CSU-Mitglieder der SPD vorwarfen, der Antrag sei ein versteckter Angriff auf die Nordumfahrung. Diesen Vorwurf wies SPD-Sprecherin Elisabeth Dasch entschieden zurück: „Wir wollen lediglich kurzfristige Verbesserungsmöglichkeiten durch Fachleute klären lassen und Vorschläge erhalten wie Föching entlastet werden kann.“ Schließlich einigte sich der Gemeinderat einstimmig auf einen Vorschlag von Bürgermeister Josef Höß. Zum nächsten Verkehrsausschuss will er Vertreter der Kreises, des Landratsamtes und einen unabhängigen Verkehrsgutachter einladen, um mögliche Lösungen zu erörtern.

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