Nadelöhr Agatharied: Gemeinde Hausham lässt mögliche Lösungen prüfen

Hoffen auf die Kreisel

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Die Abzweigung der Bundesstraße 307 zur Fehnbachstraße mag beschaulich anmuten, zu Hauptverkehrszeiten und im Urlaubertrubel wird Agatharied jedoch zum Nadelöhr.

Hausham – Um das regelmäßige Stauproblem in Agatharied zu lösen, lässt die Gemeinde Hausham derzeit mehrere Möglichkeiten prüfen.

Der Landkreis ist beliebtes Reiseziel. Regelmäßig staut sich der Ausflüglertross von den Autobahnausfahrten Weyarn und Irschenberg kommend in Richtung Süden zum ersehnten Spaziergang am Schliersee, zum Wandern, Radl- und Skifahren. Eines ist ihnen allen gemein: Sie fahren über die Bundesstraße 307 durch Agatharied. Leider zwickt es da an Ausflüglerwochenenden ebenso wie zu den Stoßzeiten gern mal. Damit sich das in Zukunft ändert, lässt die Gemeinde Hausham derzeit mehrere Lösungen prüfen.

„In Agatharied gibt es derzeit zwei Brennpunkte“, setzte Bürgermeister Jens Zangenfeind bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag an. Kritisch seien die Kreuzungen der Bundesstraße zur Fehnbach- und zur Oberen Tiefenbachstraße. Bei letzterer sei die Situation „derzeit halbwegs erträglich“, da es weniger Verkehr als noch mit dem Alpengroßmarkt gebe. Mit der künftigen Errichtung von Vollsortimenter und Discounter auf eben diesem Areal werde sich die Situation dort auch schnell wieder ändern. Derzeit arbeiten das Staatliche Straßenbauamt Rosenheim und Konrad Haindl vom Ingenieurbüro für Infrastruktur (Infra) an Lösungen für das Abbiegeproblem. Dabei steht die Prüfung der Optionen im Vordergrund, wie Zangenfeind betonte. Konkrete Pläne gebe es noch nicht: „Wir schauen, was geht, was das kostet und beraten dann in den Gremien.“

Derzeit denkbar sind an der Oberen Tiefenbachstraße ein Kreisverkehr oder Ampelanlagen. Zangenfeind jedoch sprach sich bereits deutlich gegen die Lichtzeichenlösung aus: „Sie unterbricht den Verkehrsfluss.“ Zwar werde oft das Argument vorgebracht, dass Ampeln weniger kosten als zum Beispiel ein Kreisverkehr, jedoch müsse auch klar sein, dass der Verkehr künftig noch zunehmen werde. „Da muss man die Infrastruktur anpassen, sonst kollabiert das System“, sagte der Bürgermeister. Dies könne auf Kosten des Tourismus gehen. „Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein“, findet Zangenfeind.

Auch an der Fehnbachstraße muss etwas passieren. Ob hier ein Kreisel aber die Lösung sein wird, muss sich erst zeigen, denn: Hier steht nicht so viel Platz zur Verfügung wie an der Oberen Tiefenbachstraße. Dies sorgte in der Vergangenheit für Rumoren unter den Anwohnern, wie der Bürgermeister erklärte. „Die Grundstücksbesitzer wurden noch nicht mit einbezogen, weil es noch keine Planung gibt.“ Momentan werden lediglich die Möglichkeiten durch Ingenieur Konrad Haindl geprüft. Weitere Lösungen seien Ampeln und eine Abbiegespur. „Diese hat sich während der jüngsten Bauphase bewährt“, sagte Zangenfeind, gab aber auch zu bedenken: „Diese wird derzeit freundlicherweise von privater Seite geduldet.“ Für die Errichtung der Abbiegespur hatte eine Anwohnerin für die Maßnahme Grund zur Verfügung gestellt. Fest steht: An der Schlierachbrücke muss etwas passieren: „Das ist ein Unfallschwerpunkt. Das Landratsamt muss da handeln“, sagte der Bürgermeister. Zudem sei die Brücke baufällig und für Lastwagen ungeeignet.

Auch kleine und große Brückenlösungen über die Bahngleise, wie sie in der Vergangenheit schon angeklungen sind, werden derzeit geprüft. Große Hoffnungen machte der Rathauschef dafür aber nicht: „Vorstellbar ist alles, aber ich halte das nicht für sinnvoll.“ Bei der „kleinen Lösung“ würde die baufällige Schlierachbrücke an anderer Stelle neu gebaut, die Brücke würde über Fluss und Bahngleise führen und in die Fehnbachstraße münden. Problematisch sei neben der Höhe von sechs bis sieben Metern, dass der Bahnübergang stillgelegt werden müsste. Das sei aber ebenso Bedingung dafür, damit die Kosten vom Bund übernommen werden, wie die Prüfung aller Alternativen. Auch eine „große“ Brückenlösung, die vom neuen Kreisverkehr an der Oberen Tiefenbachstraße quer über Wiese und Feld zur Fehnbachstraße führen würde, könne Zangenfeind sich nicht vorstellen.

Wie die künftigen Lösungen aussehen werden, bleibt also abzuwarten. Auch die Bürger sind aufgerufen, Vorschläge einzubringen. Das Hauptanliegen der Gemeinde ist indes bereits klar: „Wir müssen realistisch sein“ sagte Zangenfeind. „Es wird immer Engpässe geben. Aber zumindest zu normalen Tages- und Abendzeiten sollte der Verkehr fließen.“

she

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