Natur und Gäste wichtig / Ausblick in die Zukunft

Naturtourismustagung in Miesbach: Rückblick auf Projekte der Modellregion

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ATS-Chef Harald Gmeiner eröffnete die zweite Naturtourismustagung mit rund 80 Vertretern aus Politik, Tourismus, Naturschutz, Landwirtschaft und Forst in Miesbach.

Miesbach – Die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) hat im Rahmen der Modellregion Naturtourismus vor kurzem zur zweiten Naturtourismustagung in den Waitzinger Keller in Miesbach geladen. ATS-Vorstand Harry Gmeiner freute sich sichtlich über das große Interesse und das zahlreiche Erscheinen von Vertretern aus Politik, Tourismus, Naturschutz, Landwirtschaft und Forst.

Als große Herausforderung sieht Gmeiner den hohen Freizeitdruck auf die Region, die Konflikte zwischen Freizeitnutzern und Landwirtschaft und Forst und die bisher wenig gelenkten Besucherströme. Landrat Wolfgang Rzehak sagte, das Ziel müsse sein, bei den Naturnutzern ein Umdenken zu erzeugen. Wichtig sei, sie nicht zu bestrafen, sondern zu sensibilisieren. „Wir brauchen die Natur und den Tourismus“, betonte Landrat Rzehak. Es gehe dabei nicht nur um Arbeitsplätze und Steuern, sondern auch um das touristische Angebot, das alle Einheimischen nutzen können. Die Förderung der Modellregion Naturtourismus läuft diesen Sommer aus, aber Rzehak möchte die Projekte unbedingt weiterführen. Projektleiter Thorsten Schär von der ATS gab einen Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre, in denen intensiv an Möglichkeiten der Besucherlenkung gearbeitet wurde. „Die Zählanlagen an den Wanderwegen haben sich bewährt“, sagte Schär. In Zukunft werden die Analysen weitaus besser werden, da durch anonymisierte Daten der Mobilfunkanbieter sehr genaue Angaben, auch etwa über die Verweildauer, verfügbar werden. Ein Projekt der Modellregion Naturtourismus war die Entwicklung von sechs zentralen Verhaltensregeln auf Almgebieten, dazu ist bereits ein „Almknigge“ entstanden. Auch Almweideschilder wurden angebracht, um Besucher zu sensibilisieren und zu informieren. Der direkte Austausch von Tourismusanbietern und Landwirtschaft und Forst hält Schär für sehr wichtig und soll auch weiter fortgeführt werden, um Konflikte weiter zu verringern. Geplant ist außerdem die Erarbeitung von Mountainbike-Wegen, um die Sportler zu lenken. Bürgermeister Josef Bierschneider gab den interessierten Zuhörern einen Einblick in die Philosophie und die Erfahrungen im Zuge der Zertifizierung seines Ortes Kreuth als Bergsteigerdorf. Klaus Pukall berichtete von der Umwandlung der Ammergauer Alpen in einen Naturpark und von der Besucherlenkung, die dort bereits vollzogen wird. Außerdem wurden den Besuchern der Naturtourismustagung Workshops zu Spezialthemen wie Wegerecht, Versicherungsschutz, Digitalisierung und Social Media angeboten. „Wichtig ist, dass wir den regelmäßigen Austausch fortführen, denn davon können alle profitieren“, sagte Thorsten Schär. jw

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