Modell begeistert Schulfamilie

Neubau der Holzkirchner Mittelschule: Dieser Entwurf ist der Favorit

Siegerentwurf für die neue Mittelschule Holzkirchen
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Dem Preisgericht gehörten vom Holzkirchner Marktgemeinderat (v.l.) Anita Gritschneder, Simon Ammer, Christoph Schmid, Martina Schweighofer und Martin Taubenberger an. Im Modell ist der Siegerentwurf eingefügt, daneben die platzierten Ideen für die neue Mittelschule.

Holzkirchen – Modern soll der Neubau der Holzkirchner Mittelschule werden. Vor Kurzem ist der Siegerentwurf des Planungswettbewerbs gekürt worden.

Für den im September 2020 ausgeschriebenen Planungswettbewerb zur neuen Mittelschule für Holzkirchen gingen 17 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich ein. Kürzlich wurde in einer Sondersitzung des Marktgemeinderats das Ergebnis des Preisgerichts bekanntgegeben.

Einstimmig zum Sieger wurde der Entwurf des Münchner Architekturbüros „karlundp“ gewählt, der es laut Jury mit dem Landschaftsarchitekturbüro Schegk aus Haimhausen am besten verstand, die Gestaltung der Lernwohnungen umzusetzen.

Bekanntgabe im Ratssaal mit wenigen Zuhörern

Rechtlich bindend ist das Ergebnis noch nicht. Doch das Votum der Fraktionen fiel recht eindeutig aus. Gemäß den Wettbewerbsregeln wurden vier Preise ausgelobt. Die Preisträger werden nun aufgefordert, ein Honorarangebot abzugeben.

Bürgermeister Christoph Schmid hätte sich eine größere Bühne gewünscht: „Das ist heute ein Höhepunkt, bei dem normalerweise die Hütte voll ist.“ Stattdessen konnten die Bekanntgabe im Ratssaal nur wenige Zuhörer und die Schulleitung live verfolgen. Per Videoschalte waren Wettbewerbsbetreuer Till Fischer vom Planungsbüro AKFU, der Münchner Architekt Bernhard Peck als Fachpreisrichter und die vier bestplatzierten Büros zugeschaltet.

Lernwohnungen für 18 Klassen

Einleitend stellte Fischer kurz die Eckdaten der Ausschreibung vor. So musste auf rund 7.950 Quadratmetern eine Nutzfläche von etwa 4.000 Quadratmetern geplant werden, die für 18 Klassen Lernwohnungen in Clustern bieten. Also weg von der klassischen Flurschule.

Erlaubt war im Innenbereich ein viergeschossiger Ausbau. Ansonsten durften es höchstens drei Geschosse sein. Wobei auf die umliegende Bebauung Rücksicht zu nehmen war und da – anders als im Innenbereich – die alten Abstandsflächenregeln als Grundlage genommen wurden.

Baumbestand möglichst erhalten

Zudem war der Baumbestand möglichst zu erhalten und Platz für 15 Autos sowie 230 Fahrräder zu planen. Schließlich sollte noch ein zirka 2.000 Quadratmeter großes Grundstück für eine spätere gemeindliche Nutzung frei bleiben.

Alle Entwürfe hatten ein extrem hohes Niveau und glichen sich in der groben Körnung des Baukörpers, begründete Peck. Am besten umgesetzt habe das nach einhelliger Meinung das Münchner Büro „karlundp“. Dessen Entwurf besteht aus drei Baukörpern, die miteinander verbunden sind.

Hauptgebäude als Herz der Mittelschule

Das Herz der Schule bildet das viergeschossige Hauptgebäude mit großzügig bemessenen und sich verschränkenden Lernwohnungen. Die Freiräume mit überdachter Sitzfreitreppe und dem gut nutzbaren Pausenhof überzeugten ebenso wie der zweistöckige Anbau für den Verwaltungs- und Lehrerbereich. Den Ausschlag gaben letztlich die Lernwohnungen. „Das kann man nicht besser machen und hat zu 100 Prozent das getroffen, was erwartet wurde“, meinte Peck.

Auf die Frage von Robert Wiechmann (Grüne) sagte Architekt Ludwig Karl, dass die Schule in Holz-Hybridbauweise geplant sei, wobei aber auch eine komplette Holzbauweise denkbar wäre. Wie Martina Schweighofer (CSU) anmerkte, handele es sich beim Entwurf um einen der wirtschaftlichsten des Wettbewerbs. Sie selbst würde es begrüßen, wenn er umgesetzt werde. Anita Gritschneder (Grüne) lobte die strukturierte Arbeit im Preisgericht und meinte zum Siegerentwurf: „Wir waren uns über alle Fraktionen einig wie selten.“

Baukosten in Höhe von 16,5 Millionen Euro

Zwar sei der Wettbewerb, wie Martin Taubenberger (FWG) sagte, ein Riesenprozedere, aber ein wichtiges: „Schüler und Lehrer sollen ein schönes Zuhause kriegen. Dann gibt es auch gescheite Abschlüsse und die brauchen wir.“ Als exzellent stufte Simon Ammer (SPD) den Siegerentwurf ein und kam gleich noch ein wenig ins Schwärmen: „Da kriege ich fast schon ein bisschen Lust, hier selbst noch mal in die Schule zu gehen.“

Gemäß Ausschreibung soll die Wettbewerbsplatzierung einen Großteil der Entscheidung ausmachen, wobei aber Verhandlungsgespräche mit allen vier Preisträgern geführt werden müssen. Diese werden nun aufgefordert, ein Honorar­angebot abzugeben und sich vor dem Vergabegremium zu präsentieren. Die Entscheidung soll dann laut Bürgermeister zeitnah fallen. Laut Ausschreibung sind für das Projekt Baukosten in Höhe von 16,5 Millionen Euro vorgesehen. In Betrieb gehen soll die Schule 2025. hac

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