Neubau statt Sanierung

Gemeinderat stellt Zukunftsplan für Gasthof „Zum Moar“ in Wilparting vor

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Wenn es nach dem mehrheitlichen Willen des Irschenberger Gemeinderates geht, sind die Tage des alten „Moarhof“ in Wilparting gezählt.

Irschenberg – Seit seiner Schließung Ende 2017 bewegt der Traditions-Gasthofs „Zum Moar“ die Gemüter der Irschenberger Bürger und Räte. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden nun die Zukunftspläne vorgestellt. Bei zwei Gegenstimmen sprach sich der Gemeinderat dafür aus, den von Architekt Joachim Staudinger vorgestellten Eingabeplan für Abriss und Neubau der Gastwirtschaft zur Genehmigung einzureichen. Über die Kosten wurde noch nichts veröffentlicht. Wie der zweite Bürgermeister Klaus Meixner als Sitzungsleiter sagte, liegt jedoch von den Brauereien Hacker-Pschorr und Hopf ein Pachtangebot vor, das die Finanzierung sichern soll.

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Wie Staudinger erklärte, soll das Wohnhaus bis zur Brandmauer abgerissen und in gleicher Kubatur und Stilrichtung neu aufgebaut werden. Damit kann auch die Küche entkernt und mit neuer Lüftungs- und Kühltechnik fit für die Zukunft gemacht werden. In der neuen Gasstätte sind drei Gasträume mit insgesamt 144 Plätzen vorgesehen. Nach Möglichkeit soll die beliebte Marinistubn wieder original aufgebaut werden. Ehrlicherweise schätzte Staudinger das allerdings nüchtern ein: „Natürlich hängt da viel Herzblut dran. Aber wir sehen erst nach dem Ausbau, was davon strukturell noch brauchbar ist oder nur durch eine aufwändige Restaurierung gerettet werden kann.“ In den zwei Obergeschossen sind insgesamt 14 Zimmer mit 48 Betten vorgesehen. Mit Ausnahme der Zimmer im Norden sollen alle einen Balkon bekommen. Der bis zu 180 Plätze bietende Saal mit dem Gewölbe und seinen Granitsäulen soll so erhalten bleiben und nur mit einem verbesserten Schallschutz ausgebaut werden. Unangetastet bleibt die Tenne. In einem freistehenden Stadl soll außerdem eine zirka 66 Quadratmeter große barrierefreie Wohnung entstehen, die für das ehemalige Wirtspaar freigehalten wird. Regina Gruber (FW Reichersdorf) sprach einigen Gemeinderäten aus der Seele: „Der Moarhof ist in der Bevölkerung ein großes Thema und die Entscheidung hat sich keiner leicht gemacht. Es kommt mir zwar hart an, für den Abriss zu stimmen, aber ich hoffe, dass in den neuen Gasträumen möglichst viel Flair der alten übernommen werden kann.“ Zur Begründung meinte sie, dass sie sich auf die Einschätzung der Fachleute verlasse: „Wenn mir die sagen, dass eine Sanierung in der Qualität eines Neubaus kaum möglich ist, akzeptiere ich das auch.“ Ähnlich nüchtern sah es Meixner, der feststellte: „ Ein neues Dach hilft nichts, wenn unten alles hin ist. Wenn wir jetzt was Neues hinstellen, hat das auch wieder einen Wert.“ Genau da hakte Hans Maier (FDP/Aktive Bürger) ein: „Es ist ungut, über etwas abzustimmen, von dem ich nicht weiß, was es kostet. Außerdem sehe ich das nicht als originäre Aufgabe der Gemeinde.“ Zudem wies er auf die besondere „Römische Bauweise“ des Bestandsbaus hin. Wie Klaus Waldschütz (CSU) seitens der Verwaltung versichert wurde, wird mit dem Neubau erst begonnen, wenn der Vertrag mit den Brauereien unter Dach und Fach ist. Die wiederum möchten, wie Meixner erklärte, als Sicherheit einen fertigen Plan sehen. Zusammenfassend meinte Franz Nirschl (FW Reichersdorf): „Ich war auch gegen den Abriss, aber jetzt machen wir halt das Beste draus und bringen es auf den Weg.“ Gegen die Neubaupläne stimmten Maier und Martin Eberhard (FDP/aktive Bürger). hac

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