Gmund erhöht Steuer für Zweitwohnungen

Neue Chance für Kurbeitrag? Bad Wiessee will umstrittene Erhöhung überdenken

Seepromenade Bad Wiessee
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Die in Bad Wiessee 2019 beschlossene Erhöhung der Kurtaxe auf 3,30 Euro soll bei einem Runden Tisch erneut diskutiert werden.

Bad Wiessee – Führt das Tegernseer Tal bald einen einheitlichen Kurbeitrag ein? Nach einem Alleingang Anfang 2019 will Bad Wiessee das Thema nochmal überdenken.

Die im Februar 2019 vom Gemeinderat mit knapper Mehrheit festgesetzte Erhöhung der Kurtaxe von 2 auf 3,30 Euro sorgte bei Vermietern und Fraktionen in Bad Wiessee für viel Zündstoff. Inzwischen haben die Nachbargemeinden Gmund, Tegernsee, Kreuth und Rottach-Egern nachgezogen und liegen bei einheitlich 3 Euro. Die CSU-Fraktion hält es daher für angebracht, darüber nachzudenken, sich an die Nachbarn anzugleichen.

Den Stein ins Rollen brachte kürzlich CSU-Fraktionssprecher Florian Sareiter in der Sitzung des Gemeinderats. „Es ist Zeit, ein Resümee zu ziehen. Wenn wir eine talweite Harmonisierung der Kurtaxe wollen, hätten wir jetzt die Chance dazu“, sagte er und bat daher Bürgermeister Robert Kühn, das Thema demnächst an einem Runden Tisch noch einmal zu überdenken und zu diskutieren. Dabei sollen diesmal neben den Fraktionssprechern und Vertretern der Verwaltung auch Vertreter des Kur- und Verkehrsvereins mit dabei sein. Dessen Vertreter war bei der Entscheidungsfindung 2019 nicht mit eingebunden, was dann auch für langes Nachtarocken und heftige Kritik sorgte.

„Das ist der beste und richtige Weg“, versprach Kühn, den Vorschlag aufzunehmen, und blickte dabei auch in Richtung des im Publikum sitzenden Geschäftsführers der Tegernseer Tal Tourismus GmbH, Christian Kausch. Sobald es die Corona-Lage zulässt, aber möglichst zeitnah möchte der Bad Wiesseer Rathauschef zum Dialog laden und ergebnisoffen diskutieren. „Hören wir uns die Standpunkte gemeinsam an, dann werden wir auch zu einer tragfähigen Entscheidung kommen, ob wir die Kurtaxe absenken oder so belassen“, sagte Robert Kühn in der Sitzung.

Gmund erhöht Steuer für Zweitwohnungen

Unterdessen will die Nachbargemeinde Gmund die Zweitwohnungssteuer zum 1. Januar 2021 auf 20 Prozent anheben. Wie jüngst bei der Sitzung des Gemeinderats zur Sprache gebracht wurde, habe sich die Zahl der Zweitwohnungen in Gmund von 232 auf 276 erhöht, seit die Steuer im Jahr 2005 eingeführt wurde. Ab 2015 hätten sich die Talgemeinden auf einen einheitlichen Steuersatz von 12 Prozent geeinigt. Zum Jahresbeginn 2018 habe dann Tegernsee auf 20 Prozent erhöht. Die Begründung: Ein Steuersatz von 12 Prozent erreiche nicht den Zweck – nämlich das Zurückdrängen von Zweitwohnsitzen.

Während in Bad Wiessee und Kreuth zum 1. April 2019 das Anheben des Steuersatzes auf den Weg gebracht wurde, will nun auch Gmund diesen Kurs einschlagen. Folglich entschied sich der Gemeinderat einstimmig, die Zweitwohnungssteuer ab 1. Januar 2021 auf 20 Prozent zu erhöhen. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine entsprechende Satzungsänderung auszuarbeiten. Die besagte Erhöhung bringt der Gemeinde Mehreinnahmen in Höhe von jährlich rund 140.000 Euro. hac; rei

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