Gemeinderat billigt Plan für Söllbachaualm

Neue Almgaststätte für Bad Wiessee: Betreiber ist kein Unbekannter

Söllbachaualm in Bad Wiessee
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Die Söllbachaualm in Bad Wiessee soll nach Plänen des Eigentümers in einen Gasthof für Wanderer umgebaut werden.

Bad Wiessee – Der Gemeinderat Bad Wiessee billigt die Pläne des Freisinger Unternehmers Franz Haslberger. Der plant eine Almgaststätte am Söllbach.

Das Verhältnis zwischen der Gemeinde Bad Wiessee und Unternehmer Franz Haslberger ist seit Jahren angespannt. Immer wieder hat es Kontroversen um dessen Projekte gegeben. Nun sorgte sein Antrag zur Söllbachaualm für lebhafte Diskussion im Gemeinderat. Der Freisinger Unternehmer wohnte der Sitzung als Zuhörer bei. Haslberger will aus der landwirtschaftlichen Almhütte, die künftig den Namen Saurüsselalm tragen soll, ein Gasthaus für Wanderer machen.

Sein Antrag sieht eine Terrasse auf der Südseite und einen Gastraum vor, außerdem den Neubau eines Lagerschuppens. Der Antrag sei sachlich betrachtet genehmigungsfähig, da die gastronomische Nutzung der Versorgung von Wanderern diene, erklärte Bauamtsleiter Anton Bammer. Das Landratsamt habe die Pläne ebenfalls als zulässig eingestuft, wolle die Entscheidung aber der Gemeinde überlassen, um eine einvernehmliche Lösung zu gewährleisten.

Die habe in einer Vereinbarung mit Haslberger bereits vorab einige Verbindlichkeiten festgeschrieben. So verpflichtet sich dieser, die Saurüsselalm dauerhaft als öffentliche Gaststätte zu betreiben und zu den Betriebszeiten einer Almwirtschaft zu öffnen. Dementsprechend soll sich das Angebot an Speisen und Getränken – auch preislich – im Rahmen einer Almgaststätte bewegen. Haslberger wiederum habe sich verpflichtet, die seit Längerem geschlossene Söllbachklause wieder zu eröffnen.

Chance auf Neuanfang zwischen Bad Wiessee und Unternehmer

Die anschließende Debatte zeigte, dass die deutliche Mehrheit des Gremiums die Pläne begrüßt. Einen großen Zugewinn für den Ort nannte Peter Kathan (CSU) den Entwurf. Fraktionskollege Florian Sareiter schloss sich an und betonte: „Wir gewinnen hier dazu, haben aber nichts zu verlieren.“ Es biete sich nun die Chance eines Neuanfangs zwischen Gemeinde und der Unternehmerfamilie.

Es solle nichts Neues gebaut, sondern lediglich Bestehendes verändert werden, hob Bernd Kuntze-Fechner (SPD) hervor: „Ich finde, diese Veränderung passt durchaus und bin zuversichtlich, dass man sich an die Pläne halten wird.“ Rolf Neresheimer (Bürgerliste Bad Wiessee) gratulierte Bürgermeister Robert Kühn, dass es nun gelungen sei, den gordischen Knoten endlich zu lösen.

Deutliche Zweifel an neuen Plänen für Söllbachaualm

Doch nicht alle Gemeinderäte mochten sich angesichts früherer Erfahrungen mit Haslbergers Antrag anfreunden. Klaudia Martini (SPD) meldete deutliche Zweifel an, ob die schriftliche Fixierung der Vereinbarungen automatisch deren Umsetzung gewährleiste. Als Negativbeispiel nannte sie den Bauer in der Au. Dort habe der frühere Gemeinderat Haslbergers Plänen für eine Umgestaltung zugestimmt. Nun sei die Gaststätte seit Jahren für die Öffentlichkeit geschlossen.

Vor diesem Hintergrund bezweifelte Martini die Notwendigkeit, aus einem Stall für Wollschweine ein beträchtlich dimensioniertes Gasthaus zu machen. Einem Vorgehen unter dem Motto „Ich mache alles zu und mache was Neues“ werde sie keinesfalls zustimmen.

Mahnende Worte vom Bürgermeister

Kritisch sah auch Johannes von Miller (Grüne) den Antrag. So seien bereits vorab bauliche Maßnahmen vorgenommen worden, etwa die Installation von Toiletten im Untergeschoss: „Krass gesagt, sieht das nach Schwarzbau aus, den wir nachträglich legalisieren sollen.“ Auch mögliche kostenintensive Rechtsstreitigkeiten bei Miss­achtung des Vertrages befürchtete er.

Mit 19:2 Stimmen wurde der Antrag letztlich befürwortet. Auch die Öffnungszeiten wurden im Beschluss festgeschrieben. An 15 Tagen pro Jahr dürfen Sonderveranstaltungen wie Geburtstags- oder Firmenfeiern abgehalten werden. Abschließend wandte sich Kühn direkt an Haslberger: „Das Wort, das wir uns gegeben haben, ist mir sehr wichtig. Daran werden wir uns messen lassen müssen.“ ger

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