Der Ortsvorsitzende tritt an

Neue Herausforderung: Gerhard Braunmiller ist Miesbacher CSU-Bürgermeisterkandidat

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Gerhard Braunmiller (M.) ist Bürgermeisterkandidat der Miesbacher CSU. Mit Fraktionssprecher Franz Mayer (r.) und Thomas Klotz, Schriftführer des Ortsverbands, stellte er sich und seine Ziele vor.

Miesbach – Die Miesbacher CSU schickt einen Stadtrat ins Rennen um das Bürgermeisteramt: Gerhard Braunmiller. Der Ortsverband hat seinen 52-jährigen Vorsitzenden am vergangenen Dienstagabend zum Kandidaten gewählt. Am Mittwoch stellte er sich dann im Rahmen eines Pressegesprächs vor und kündigte an, unter dem Motto „Im Gespräch mit allen“ um die Stimmen der Miesbacher werben zu wollen.

Die Mitglieder der örtlichen CSU hat er schnell überzeugt, wie Franz Mayer, Sprecher der Stadtratsfraktion, erzählte. Zwar hätten auch ein, zwei Mitglieder, die nicht dem Stadtrat angehören, Interesse an einer Kandidatur bekundet. Doch schnell habe sich herauskristallisiert, „dass der Gerhard der ideale Kandidat ist“, sagte Mayer. Braunmiller war dann bei der Nominierungsversammlung auch der einzige Bewerber, er erhielt 42 von 45 Stimmen. Fachwissen und hohes Engagement attestierte der Fraktionssprecher dem Ortsvorsitzenden. Er gehört dem Kommunalparlament seit zwölf Jahren an, im kommenden Frühjahr möchte er die Nachfolge von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz antreten. „Weil ich einen möglichst großen Beitrag für die Gesellschaft leisten möchte“. Und weil er immer wieder, das zeigt Braunmillers Lebenslauf, neue Herausforderungen sucht: „Das ist irgendwie in mir drin.“ Dabei hätte es für den promovierte Ingenieur auch in seinem jetzigen Arbeitsfeld Optionen gegeben. Etwa einen Bürowechsel. Doch er habe sich für „die schwierigere Aufgabe“ entschieden, den Chefposten im Rathaus.

Falls sich Braunmiller bei der Wahl im kommenden Frühjahr durchsetzt, möchte er „Begonnenes zu Ende bringen“, Ingrid Pongratz habe viel „angestoßen“. Dazu gebe es eine Menge wichtige Themen, um „Neues auf den Weg zu bringen“. Dabei setzt er auch darauf, die Miesbacher einzubeziehen, zu motivieren mitzugestalten. Eine „aktive Bürgergesellschaft“ schwebt Braunmiller vor.

Und der CSU-Ortsvorsitzende, der 2002 als Nachrücker seinen Platz am Miesbacher Ratstisch einnahm, hat am Mittwoch auch gleich eine ganze Reihe an Themen präsentiert, denen er sich widmen möchte. Bei der Kinderbetreuung soll die Stadt alles „gut im Griff“ haben. Die Sanierung der Grundschule Parsberg und der Umbau der Mittelschule Miesbach „gehören gut begleitet“, ebenso die Maßnahmen zum Hochwasserschutz und die Sanierung des Warmfreibads. Auch in Sachen neuer Wohnraum „ist einiges am Laufen“, sagte Braunmiller. Zudem fasst er ein Einheimischenprogramm ins Auge.

Dass die Entwicklung der Kreisstadt nicht durch die Wasserschutzzone beschränkt werden dürfe, steht für ihn fest. Es bestehe auch kein Grund zur Erweiterung, wie Braunmiller findet: „Die Wasserqualität ist sehr gut.“

Um Miesbach voranzubringen, möchte Braunmiller auch auf das bestehende Stadtentwicklungskonzept aufbauen. Da gebe es noch so manche „Maßnahmen, die umgesetzt werden können“. Handlungsbedarf sieht er bei der Parkplatzsituation, die durch moderne Technologien verbessert werden könnte. Die Bebauung des Haber­erplatzes möchte Braunmiller angehen, damit sich Miesbach „dynamisch entwickelt“. Auch ein Klimaschutzkonzept steht auf seiner Agenda. Hier geht es für ihn darum, Potenziale zu eruieren und dann „realistische, ökonomisch und ökologisch sinnvolle Maßnahmen“ umzusetzen. Planen, Konzepte erstellen und Punkt für Punkt abarbeiten – das beschreibt nicht nur ein Thema, sondern trifft Braunmillers Arbeitsweise generell ganz gut. Diese schätzt auch Fraktionssprecher Mayer und erzählt über Fraktionssitzungen: „Da nimmt er oft die Emotionen raus und bringt die Sachlichkeit zurück.“

Die wird auch gefragt sein, wenn es in Miesbach mal wieder um die Finanzen geht. „Es gilt, die Schulden zu managen“, weiß Braunmiller und will sich in die Thematik verstärkt hineinarbeiten. Außerdem würde er sich als Bürgermeister der Kreisstadt „stark in die Landkreispolitik einbringen“. Das, glaubt Braunmiller, „erwarten die Bürger auch“.

Ihnen verspricht der 52-Jährige, Anliegen ernst zu nehmen und kündigt eine „Zuhörtour“ für seinen Wahlkampf an. Die Organisation laufe nun an. Auch dafür hat der promovierte Ingenieur wohl einen Plan.

Aufgewachsen ist Braunmiller in Schliersee, seit 27 Jahren lebt er in Miesbach. Hier war der Familienvater von 1996 bis 2014 Vorstand der Stadtkapelle, 1999 trat er in die CSU ein, seit 2015 ist er Ortsvorsitzender. Zuvor war Braunmiller zwölf Jahre Kreisvorsitzender des Arbeitskreises Umwelt der CSU. Von 2007 bis 2014 war er zudem Gründungsstifter und Stiftungsrat der Energiewende Oberland. Als Ausgleich zur Politik und seinem Beruf schlüpft er regelmäßig in Laufschuhe. „Meine Distanz ist der Halbmarathon“, sagte Braunmiller. Durchaus auch eine Herausforderung.ft

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