Geborgenheit in der Trauer

Neue Holzkirchner Aussegnungshalle und erweiterten Friedhof eingeweiht

Einweihung der neuen Holzkirchner Aussegnungshalle
+
Rund 30 Gäste waren der Einladung gefolgt, bei Segnung und Einweihung der neuen Holzkirchner Aussegnungshalle und Gräberfelder dabei zu sein.

Holzkirchen – Holzkirchen hat den umgebauten Friedhof eingeweiht. Das Konzept von Architekt Michael Gaenssler erhielt viel Lob.

Nachdem der zweite Bauabschnitt des neuen Holzkirchner Friedhofs an der Thanner Straße fertig gestellt werden konnte, erfolgte kürzlich deren Segnung. Die Aussegnungshalle als Herzstück des Friedhofs glänzt dabei durch Schlichtheit sowie starke Symbolik und soll künftig den Trauernden ein Ort der Geborgenheit sein.

Bürgermeister Christoph Schmid hob bei seiner Begrüßung der rund 30 Gäste die Leichtigkeit und schlichte Anmut der Aussegnungshalle hervor, die nun endlich den Trauernden einen würdigen Ort zur Aussegnung ihrer verstorbenen Angehörigen biete. Er erinnerte auch daran, dass der Fertigstellung eine lange städtebauliche Planung zugrunde liegt, die bis auf das Jahr 1994 zurückgeht. Den Wettbewerb für die Aussegnungshalle hatte damals das Büro von Architekt Michael Gaenssler gewonnen. Unterschiedliche Gründe haben allerdings dazu geführt, dass sich der Baubeginn der Aussegnungshalle bis August 2018 verzögerte.

„Wenn ein Architekt nach so langer Zeit immer noch von seinem Konzept überzeugt und begeistert ist, spricht das für sich“, meinte Gaenssler und erläuterte seinen Grundgedanken. Demnach wollte er dem Leben als Kreis von der Geburt bis zum Tod mit der ellipsoiden Form in Nord-Süd-Ausrichtung eine gewisse Richtung aufzeigen. Betritt die Trauergemeinde die Aussegnungshalle im Norden, öffnet sie sich schräg empor und gibt durch fünf große Fenster den Blick in Richtung Süden über den Friedhof auf das Alpenpanorama frei. „Das soll die Schwelle von der Weltlichkeit in die Unendlichkeit symbolisieren.“ Dabei stand, wie der Architekt sagte, nicht der Prunk im Vordergrund: „Ein schlichtes Gebäude sollte es sein, dass diesen Weg begleitet und bei Trauer und Angst auch Hoffnung gibt.“

Auch Landrat Olaf von Löwis, der in seiner Amtszeit als Holzkirchner Bürgermeister die Friedhofserweiterung begleitete, war der Einladung gefolgt und meinte anerkennend: „Der Friedhof ist einer der schönsten Plätze Holzkirchens und die Aussegnungshalle ein würdiger Ort der Begegnung der Lebenden mit ihren Verstorbenen.“

Die Segnung der Aussegnungshalle und der christlichen Grabfelder nahmen schließlich der katholische Pfarrer Gottfried Doll und sein evangelischer Kollege Friedrich Woltereck vor. Die 47 nach Mekka ausgerichteten Grabstellen für muslimische Mitbürger auf dem Friedhofsareal segnete Imam Hasan Firat aus Rosenheim. Tatsächlich ist es, wie Firat meinte, eher selten, dass eine Gemeinde dies ermöglicht. Dafür bedankte sich dann auch Süleyman Kaynak, Ehrenvorsitzende der Ditib Miesbach, mit den Worten: „Das ist ein wirklich schönes Zeichen des Friedens.“

Auf dem neuen Teil des Friedhofs sind sowohl Erd- als auch Urnengräber vorgesehen. Auch ein Sternchengrab für totgeborene Kinder und eine mit Bäumen bepflanze Wiesenfläche für Naturbestattungen wurde angelegt. Dabei ist, wie Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz erklärte, nur ein Raster vorgegeben, das der Gemeinde bei der künftigen Gestaltung genügend Raum zur Flexibilität lässt. Die Kosten für die Baumaßnahmen beliefen sich auf rund 2,9 Millionen Euro. Gut angelegtes Geld, wie nicht nur der Rathaus­chef feststellte: „Wer von Thann nach Holzkirchen fährt, sieht eine Halle, die mit ihrer ganz besonderen Ausstrahlung unserem Ort gut tut.“ hac

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Krankenhaus Agatharied: Patient auf Station positiv getestet
Coronavirus im Krankenhaus Agatharied: Patient auf Station positiv getestet
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Coronavirus: Landkreis Miesbach gibt keine Entwarnung
Coronavirus: Landkreis Miesbach gibt keine Entwarnung
Abstimmung in Bayrischzell: So geht es mit dem Warmfreibad weiter
Abstimmung in Bayrischzell: So geht es mit dem Warmfreibad weiter

Kommentare