Neue Pläne für Ersatzbau

Warum der Landkreis Miesbach ein Gebäude der Sparkasse anmietet

Riezlerstraße in Miesbach
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Die Riezlerstraße in Miesbach soll nun doch nicht verlegt werden, wenn im Süden (r.) der Ersatzbau für das Landratsamt entsteht. Im zweiten Bauabschnitt – ab 2025 – werden nördlich Wohnungen und eine Tiefgarage gebaut.

Miesbach – Bevor der Ersatzbau kommt, muss das Landratsamt Miesbach auf andere Standorte ausweichen. Ab April 2021 mietet der Landkreis ein Gebäude der Kreissparkasse an.

Der Landkreis plant kleiner für den Ersatzbau seines Landratsamtes in Miesbach. Kreiskämmerer Gerhard de Biasio hat im jüngsten Kreistag das weitere Vorgehen skizziert. So wird das Vorhaben in zwei Bauabschnitte aufgeteilt: Erst soll das Amt, danach die Wohnungen und die Tiefgarage entstehen.

Im Herbst war das Landratsamt von seinen ursprünglichen Plänen abgerückt. Einen Beschleuniger nannte de Biasio nun die Corona-Pandemie. Die Digitalisierung sei auch zuvor Thema gewesen, doch das neuartige Virus sei der Katalysator. Rund ein Viertel der Mitarbeiter arbeite im Homeoffice. Inzwischen müsse davon ausgegangen werden, dass deutlich weniger Arbeitsplätze als gedacht benötigt werden. Auch bei den Wartebereichen wird gestrichen. Insgesamt wird der Ersatzbau also deutlich kleiner werden als der bisherige Entwurf.

Und: „Die Realisierung ist in zwei Bauabschnitten möglich“, erklärte de Biasio. Der erste umfasst den Ersatzbau des Landratsamtes. Er soll südlich der Riezlerstraße entstehen und 2025 fertig sein. Anschließend werden nördlich der Riezlerstraße 26 Wohnungen und die Tiefgarage mit 196 Stellplätzen gebaut.

Bisher war geplant, alles parallel zu errichten. Deutlich flexibler lasse sich nun vorgehen. Auch für die Finanzen des Landkreises seien zwei Bauabschnitte von Vorteil, erklärte de Biasio. Allein für den Ersatzbau des Landrats­amtes rechnet der Kreiskämmerer mit 24,5 Millionen Euro. Für 2021 sind 3,8 Millionen Euro im Haushalt eingestellt.

Paul Fertl (SPD) betrachtete die Kosten im Kreistag mit bissl Sorgen. Mit 14,7 Millionen Euro habe man anfangs geplant. Nun sei man bei einer schlanken Steigerung um 67 Prozent, sagte Fertl. Der Anstieg ergab sich im Zuge der fortschreitenden Planungen von der ersten Studie bis zum Architektenwettbewerb durch Änderungen beim Flächenbedarf und der vorgesehenen Holz- oder Holzhybridbauweise. Wird nun aber doch kleiner gebaut, könnte sich die Summe auch wieder verringern. Das neue Konzept für das Landratsamt soll dem Kreistag im März vorgestellt werden.

Derzeit ist die Verwaltung des Landkreises auf acht, zum Teil angemietete Standorte verteilt. Und es kommt ein weiterer dazu: Das Landratsamt mietet ab April 2021 das Sparkassengebäude im Manhardtwinkl an. In dem ehemaligen Möbelhaus kommen dann 50 Mitarbeiter unter. Bis der Ersatzbau steht, müssen die Mitarbeiter, deren Zahl steigt, untergebracht werden. Derzeit arbeiten bereits 42 in Bürocontainern, erklärte Kämmerer de Biasio. Und wenn das ehemalige Landwirtschaftsamt und die Landwirtschaftsschule abgerissen werden, müssen auch alle Arbeitsplätze, die dort noch bestehen, umgezogen werden.

Erst wenn der Ersatzbau steht, sollen die über die Stadt verteilten Standorte für den Landkreis Miesbach wieder sukzessive aufgegeben werden. Das Ziel ist, spätestens in zehn Jahren alle Mitarbeiter im Neubau, dem Hauptgebäude und dem ehemaligen Finanzamt an der Münchner Straße unterzubringen. ft

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