Hickhack um Posten

Neuer Jagdberater im Landkreis Miesbach: WBV Holzkirchen übt Kritik

Wolfgang Kuhn wird neuer Jagdberater
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Landrat Olaf von Löwis (l.) bestellte Wolfgang Kuhn (2.v.l.) zum neuen Jagdberater. Zu den ersten Gratulanten zählten Veronika Kirschenhofer, Jagdsachbearbeiterin beim Landratsamt, und der scheidende Jagdberater Tobias Hupfauer.

Landkreis – Wolfgang Kuhn ist neuer Jagdberater im Landkreis Miesbach. Die Waldbesitzervereinigung Holzkirchen hat etwas dagegen.

Landrat Olaf von Löwis hat einen neuen Jagdberater bestellt: Wolfgang Kuhn, der bisherige Hochwild-Hegeringleiter (HHG), übernimmt das Amt von Tobias Hupfauer. Der Förster im Ruhestand hat sich vor allem eines vorgenommen: Er möchte Ruhe in das emotional aufgeladene Thema Wald und Wild bringen und gemeinsame Lösungen mit allen Beteiligten finden.

Ein Jagdberater berät die Untere Jagdbehörde des Landratsamtes, wenn jagdfachliche Einschätzungen notwendig sind. „An Wald und Wild hängen viele Interessen, die oft konkurrieren“, sagt Landrat Olaf von Löwis. „Als Förster mit jahrzehntelanger Berufserfahrung zum Thema Wald traue ich mir jedoch zu, einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Jagdberaters auszusuchen, der Brücken baut zwischen allen Beteiligten.“

Diesen habe er mit Wolfgang Kuhn gefunden. Der 67-Jährige aus Bad Wiessee ist ebenso wie von Löwis Förster und war zuletzt 30 Jahre lang Revierleiter des Staatsforstreviers Bad Wiessee. „Wolfgang Kuhn scheint mir in der Lage und bereit zu sein, sowohl die Belange der Wald- und Grundbesitzer sowie Förster, als auch der Jäger ausgewogen zu vertreten“, erklärt von Löwis.

Kuhn ist seit über 40 Jahren Förster, seit 50 Jahren Jäger und war 34 Jahre Ausbilder für den Forstdienst. „Mein Anliegen ist: Ich möchte die Leute zusammenbringen und weder um Ideologien streiten, noch auf Konfrontation gehen“, sagt er. Die Untere Jagdbehörde lobt die hervorragende Zusammenarbeit mit Kuhn in seiner bisherigen Position als Hochwild-Hegeringleiter. Stellvertretender Jagdberater bleibt weiterhin Andreas Köpferl.

Doch es gibt auch Kritik an der Personalie. So hat die Waldbesitzervereinigung Holzkirchen einen offenen Brief an den Landrat geschrieben und zeigt sich betroffen. „Wir haben im Vorfeld sehr deutlich gemacht, dass Herr Kuhn aufgrund seiner Tätigkeit als HHG-Leiter nicht unser Vertrauen genießt“, heißt es in dem Schreiben, das Michael Lechner auch im Auftrag der sieben Jagdbeiräte unterzeichnet hat. „Unter seiner Führung haben sich die Verhältnisse in der HHG nachweislich und erwartbar verschlechtert.“

Weiter heißt es: „Herr Kuhn steht für ein sehr traditionelles Rollenverhältnis der Jagd. Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass wir mit ihm keinen Schritt weiterkommen werden.“ Denn die Waldbesitzer stehen nicht nur aufgrund des Klimawandels vor gewaltigen Herausforderungen. Für einen Weg hin zu stabilen, gesunden und klimatoleranten Wäldern brauche man die Unterstützung einer nach modernen, wildbiologischen Erkenntnissen ausgerichteten Jagdausübung. Die meisten Jäger seien dazu längst bereit und wollen damit auch die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Dafür brauche es Unterstützung.

„Ich bitte alle Beteiligten darum, Herrn Kuhn eine faire Chance zu geben. Ich bin überzeugt, dass er sich für die bestmöglichen Lösungen einsetzt. Ich selbst werde die Diskussionen intensiv verfolgen und mich bei Bedarf einschalten“, appelliert der Landrat. ksl

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