Abstände neu geregelt

Neues Baurecht: Wie Otterfing sein Ortsbild erhalten will

Markweg in Otterfing
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Durch ein neues Baurecht können Abstandsflächen verringert werden. Der Otterfinger Gemeinderat möchte das nicht.
  • vonKatja Schlenker
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Otterfing – Um dichteres Bauen zu ermöglichen, lockert der Freistaat Bayern die Bauordnung. Der Gemeinderat in Otterfing hat sich dagegen entschieden, dies so umzusetzen.

Zum 1. Februar trat das novellierte bayerische Baurecht in Kraft, dessen Inhalt dem Otterfinger Gemeinderat nicht in allen Teilen gefällt. Vor allem in verringerten Abstandsflächen sieht das Gremium die Luftigkeit der gewachsenen Dorfstruktur gefährdet. Einstimmig wurde daher kürzlich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, mit einer Satzung abweichende Maße festzuschreiben. Diese orientieren sich an den bisherigen Abständen.

Wie viele andere Gemeinden ist Otterfing mit allen seinen Ortsteilen einem starken Siedlungsdruck ausgesetzt. Damit dichter und schneller bebaut werden kann, macht es der Freistaat Bauherren mit dem novellierten Baurecht leichter. In einer kurzen Zusammenfassung stellte der designierte Bauamtsleiter Hubert Zellner die neuen Regeln bei der Sitzung vor.

Bei vielen davon, wie der Förderung des Baustoffes Holz, der Vereinfachung des Dachgeschossausbaus oder der genehmigungsfreien Errichtung von Ladesäulen, geht der Otterfinger Gemeinderat auch mit. Bei verringerten Abstandsflächen, um innerorts dichter bebauen zu können, war es mit dem Verständnis aber vorbei.

Otterfing will an luftiger Ortsstruktur festhalten

Daher lag dem Gremium auch der Satzungsentwurf zur Abstimmung vor, wie die Gemeinde künftig ihren dörflichen und luftigen Charakter bewahren kann. Diese Möglichkeit wurde den Gemeinden vom Gesetzgeber ausdrücklich eingeräumt.

Aktuell auf das Wohnquartier am Markweg verweisend, meinte Bürgermeister Michael Falkenhahn: „Wir verschließen uns ja nicht grundsätzlich einer Nachverdichtung, aber wir sollten an unserer luftigen Ortsstruktur festhalten.“ Damit solle sichergestellt werden, dass die Kinder auch in Zukunft noch Platz zum Spielen haben und auch einmal ein Gartenhäuschen Platz finden kann.

Dem stimmte Andreas Eichhorn (SPD) uneingeschränkt zu: „Wenn wir die in der Novellierung erlaubten Flächen zulassen, haben vielleicht bald manche Otterfinger im Erdgeschoss keine Sonne mehr.“ Ein Lob an die Verwaltung für den Satzungsentwurf kam auch von Georg Schlickenrieder (CSU), der sich ebenfalls dafür aussprach, an der bisherigen ortstypischen Entwicklung festzuhalten.

Otterfinger Gemeinderat kann Ausnahmen zulassen

Außerdem gebe es, wie Zellner auf Nachfrage von Robert Schüßlbauer (CSU) erklärte, ja immer noch die Möglichkeit, im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Ausnahmen zuzulassen. Er empfahl dem Gremium aber, damit sparsam umzugehen. Vizebürgermeister Gerhard Heimerer (CSU) meinte: „Die Satzung ist eine super Sache und es ist gut, dass wir sie vor Inkrafttreten der Novellierung beschließen.“

Heimerer schnitt dann noch das Thema Dachgeschossausbau an. Wie der Bürgermeister bestätigte, brauche es dafür weiterhin eine Genehmigung, bei der auch entsprechende Stellplätze nachgewiesen werden müssen. hac

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