Die Qual der Wahl

Neues Otterfinger Sportzentrum: Gemeinderat berät über vier Varianten

+
Das Schicksal des Otterfinger Hofs ist bei der Meinungsbildung der Gemeinderäte zum neuen Sportzentrum ein zentraler Punkt.

Otterfing – Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der Otterfinger Architekt Michael Zach vier Varianten für die Lösung des Dauerbrenners „Neues Sportzentrum“ vorgestellt. Bisher galten die zu wenigen Stellplätze als schwer zu lösendes Problem. In allen vorgestellten Varianten sieht Zach dafür Lösungen, die auch mit dem Landratsamt gangbar sein sollen. Mit der dieses Jahr ins Spiel gebrachten Idee, das Sportzentrum auf dem Skaterplatz zu bauen, könnte sich vielleicht sogar die Mehrheit im Gemeinderat anfreunden. Was am Ende aber blieb, war der alte Zwist, was mit dem Otterfinger Hof geschehen soll. Die Mehrheit der Räte möchte vor einer Entscheidung genauere Unterlagen über Bau- und Betriebskosten der einzelnen Varianten. Im Januar soll dann das Sportzentrum erneut auf die Tagesordnung kommen.

„Heute haben wir zum ersten Mal gehört, was geht, und nicht, was nicht geht“, lobte Thomas Hogger (Grüne) den Vortrag von Planer Zach, nachdem er ohne viel Geschnörkel eine Machbarkeitsstudie mit vier Varianten vorgestellt hatte. Wirklich neu war dabei allerdings keine.

Bei der „Skaterplatz-Variante“ wäre demnach sogar eine Dreifachturnhalle möglich, wenn der Hartplatz wegfiele. Dafür könnte aber, wie Bürgermeister Jakob Eglseder meinte, der Hartplatz am Nordring saniert werden. In jedem Fall sollte dort eine 2,5- oder Dreifach-Sporthalle zum Teil im Boden versenkt werden. Diese würde sich gut in die umliegende Gebäude-

struktur einfügen. Je nach Ausführung bliebe sogar noch Platz für einen kleineren Skaterpark. Die reinen Baukosten bezifferte Zach auf 4,5 bis fünf Millionen Euro.

Bei den Varianten „L“ und „XL“ am Nordring kam auch Zach zu keinen anderen Erkenntnissen als sein Vorgänger: „Der Altanlagenbonus fällt weg und ein aufwändiges Lärmschutzgutachten ist unumgänglich.“ In beiden Fällen würde der Otterfinger Hof abgerissen und entweder eine 2,5- oder Dreifach-Halle mit Mehrzwecknutzung errichtet. Die Bauzeit schätzte Zach auf etwa zwei Jahre. Die Kosten für die kleinere Halle liegen laut Zach bei 5,5 bis 6,6 Millionen Euro und für die größere Ausführung bei etwa 8,3 bis zehn Millionen Euro. Bei der Version „S“, die nur den Neubau eines Gymnastikraums und eine neue Umkleide am Nordring vorsieht, bliebe der Altanlagenbonus und der Emissionsschutz unberührt, Kostenpunkt hierfür rund 750.000 bis 800.000 Euro.

Für Robert Schüßlbauer (CSU) ein klarer Fall: „Jeder, der das aus der Vergangenheit unbedarft anschaut, muss zu dem Schluss kommen, dass die Lösung Skaterplatz plus der Variante ,S‘ die beste und wahrscheinlich sogar günstigste Lösung ist.“ Schützenhilfe kam von Vizebürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FW), die auch drängte, endlich Bewegung in die Sache zu bringen: „Die Zeit ist überreif. Wenn wir uns für den Skaterplatz entscheiden, hätten die Sportvereine während der Bauzeit zudem weiterhin ihre Übungsräume. Danach können wir uns, je nach Haushaltslage, immer noch überlegen, wie wir mit dem Otterfinger Hof weitermachen.“ Bei der Gelegenheit räumte auch noch Gerhard Heimerer (CSU) ein Gerücht aus der Welt: „Wir Schützen haben nie gesagt, dass wir etwas Neues brauchen. Wir können sehr gut mit dem Otterfinger Hof leben.“ Georg Schlickenrieder (CSU) machte ein deutliches Stimmungsbild aus und forderte, eine Abstimmung in diese Richtung weiterzuführen. Das ging aber vor allem der SPD-Fraktion zu schnell. Vehement argumentierte Max Ruf dagegen: „Ich will eine Halle und keine zwei. Diesen Entschluss haben wir uns doch im Januar hart abgerungen. Bevor ich für irgendetwas abstimme, will ich genaue Bau- und Betriebskosten vorgelegt bekommen. Außerdem bin ich dagegen, den Skatern ihren Platz wegzunehmen.“ Der Vorschlag Schlickenrieders, noch dieses Jahr eine Richtung vorzugeben, fiel schließlich mit sechs zu acht Stimmen durch. Um den Weihnachtsfrieden bemüht, meinte Heimerer schließlich: „Wir müssen Dampf aus der Sache nehmen. Im Grund haben wir ja alle Recht, aber wir brauchen einen Konsens, wie es jetzt mit dem Sportzentrum weitergehen soll.“ Den möchte der Gemeinderat nun im Januar finden, wenn das Thema erneut auf der Tagesordnung steht. hac

Auch interessant

Meistgelesen

OMV-Tankstelle in Holzkirchen ausgeraubt / Täter auf der Flucht
OMV-Tankstelle in Holzkirchen ausgeraubt / Täter auf der Flucht
Noch fährt die BOB nur bis Miesbach
Noch fährt die BOB nur bis Miesbach
Essendorfer Genussschmelzerei ist neues Mitglied der Werteproduzenten
Essendorfer Genussschmelzerei ist neues Mitglied der Werteproduzenten
K-Fall im Landkreis Miesbach ist aufgehoben
K-Fall im Landkreis Miesbach ist aufgehoben

Kommentare