Knappes Ja

Neues Pfarrheim: Bad Wiessee segnet Anbau an Sankt Anton ab

Sankt Anton in Bad Wiessee
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Im rechten Seitenschiff von Sankt Anton in Bad Wiessee soll ein neues Pfarrheim entstehen.

Bad Wiessee – Lösung fürs Pfarrheim Sankt Anton: Bad Wiesseer Bauausschuss stimmt Plänen zu – wenn auch denkbar knapp.

Ein neues Pfarrheim für Bad Wiessee: Dieses Thema beschäftigt die Kirchengemeinde seit Jahren. Verschiedene Pläne haben sich immer wieder zerschlagen. 2019 war der Pachtvertrag für das bisher genutzte Josefsheim am Löblweg endgültig ausgelaufen. Die Idee, das alte Pfarrhaus neben der Kirche Maria Himmelfahrt durch einen Neubau zu ersetzen, ist am Denkmalschutz gescheitert. Auch Pläne, durch einen Anbau an das Gebäude ausreichend Raum zu gewinnen, haben sich zerschlagen. 2016 hat die Kirche ein Grundstück an der Dr.-Scheid-Straße erworben, um dort zu bauen. Doch die mit rund 3 Millionen Euro angesetzten Baukosten für ein Pfarrheim an dieser Stelle sind dem erzbischöflichen Ordinariat zu hoch.

Gefallen fand schließlich der Lösungsvorschlag, das neue Pfarrheim in das rechte Seitenschiff von Sankt Anton zu integrieren. Durch einen Erweiterungsbau soll ausreichend Raum für einen Pfarrsaal und entsprechende Räume geschaffen werden. In ihrer jüngsten Sitzung befassten sich die Mitglieder des Bauausschusses nun mit einem entsprechenden Antrag auf Vorbescheid, nachdem bereits Ende April ein Ortstermin mit Vertretern von Kirche, Kirchenstiftung und Bauausschuss stattgefunden hat.

Parkplätze an der Kirche verschwinden

Drei mal 13 Meter groß soll der Anbau an der Ostseite in Richtung Dr.-Scheid-Straße werden. Das würde ein Problem aufwerfen, erläuterte Baumamtsleiter Anton Bammer, denn durch die Erweiterung würde die erforderliche Abstandsfläche von sechs Metern zur Straßenseite um über einen Meter unterschritten. „Alle anderen Gebäude an der Straße halten mit weit über neun Metern den Anstand aber problemlos ein“, erklärte der Bauamtschef.

Durch den Anbau würden außerdem die Parkplätze an der Kirche verschwinden. Allenfalls für drei Stellplätze längs des Gebäudes würde der Platz noch ausreichen. Ein tieferes Einrücken in den Kirchenraum als Alternative sei aber laut Angaben der Kirche nutzungsbedingt unmöglich.

Intensive Diskussion zum Bauantrag

Die Empfehlung der Bauverwaltung lautete schließlich, dem Projekt nicht zuzustimmen und allenfalls eine Erweiterung bis zur Gebäudeflucht des Kirchturms zu ermöglichen. „Das ist keinerlei Affront gegen die Kirche, aber wir würden hier einen Präzedenzfall schaffen“, betonte Bammer.

Es folgte eine intensive Diskussion. CSU-Fraktionssprecher Florian Sareiter machte deutlich, dass seine Fraktion den Antrag trotz Abweichung geschlossen befürworten werde, um die Suche nach einem Saal endlich zu beenden. Schließlich gehe es gerade um gut einen Meter. Sareiter sah darin keinen Präzedenzfall, denn kein anderer baue dort eine Kirche. Es handele sich schließlich um einen gemeinschaftlichen Raum, der mit anderen Bauten nicht vergleichbar sei.

Kritik an Plänen

Johann Zehetmeier (Wiesseer Block) teilte diesen Standpunkt und fand es vielleicht sogar charmanter, wenn durch den Anbau die Gliederung deutlicher zutage trete.

Auch die Kirche unterliege dem Baurecht, monierte dagegen Klaudia Martini (SPD). Andere Bauvorhaben würden abgelehnt, wenn nicht ausreichend Parkplätze ausgewiesen werden könnten, sagte sie mit Blick auf den Verlust der Stellplätze vor der Kirche. Und schließlich habe die Kirche in der Vergangenheit Möglichkeiten abgelehnt, die problemlos hätten realisiert werden können.

Knappe Entscheidung

Der Bauwerber nehme sich viel heraus, befand auch Fraktionskollege Benedikt Dörder. Man solle noch einmal Gespräche führen. Auch Johannes von Miller (Grüne) erklärte, er sei kein Freund von Abweichungen: „Wir sind hier noch nicht am Ende der Fahnenstange.“

Kritische Worte fand auch Bürgermeister Robert Kühn: „Mich stört das Ultimative. Wir sollten einen Kompromiss finden, nicht, dass hier eine Seite fordert und die andere nachgibt.“ Dennoch stimmte das Gremium letztlich mit einer knappen Stimme Mehrheit dem Antrag für ein neues Pfarrheim zu. ger

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