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Einweihung des neuen Pfarrheims / Großer Festgottesdienst in Miesbach

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Von: Sabrina Winklmaier

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Weihbischof Wolfgang Bischof segnet das neue Pfarrheim
Weihbischof Wolfgang Bischof segnete das neue Miesbacher Pfarrheim an der Kolpingstraße. © Leder

Miesbach – Nach gut zwei Jahren Bauzeit war es endlich soweit: Am vergangenen Sonntag wurde das neue Miesbacher Pfarrheim eingeweiht, ein zukunftsweisender Bau, der nicht nur der katholischen Gemeinde offen steht soll.


Alle Zeichen standen auf gutes Gelingen, als um 10 Uhr der Festgottesdienst in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche mit Glockenklang und dem Einzug der Fahnenabordnungen und der Geistlichkeit begann. „Sogar die Sonne kommt zum Vorschein – besser kann es gar nicht sein“, freute sich Weihbischof Wolfgang Bischof in seinem Grußwort und griff in der Predigt das Bild vom Menschenfischer Jesus Christus auf – ein Gleichnis, das er für das neue Pfarrheim ausdeutete. Mit dem Haus sei ein Raum entstanden, in dem Menschen die Gelegenheit erhalten, miteinander ein Netz der Gemeinschaft zu knüpfen.

Die Gemeinschaft sei gerade in der heutigen Zeit notwendig, um einander mit Mut und Zuversicht durch einen stetig schwieriger werdenden Alltag zu helfen. Ein treffendes Bild, das zuvor schon Pastoralreferentin Kathrin Baumann mit Leben erfüllt hatte, als sie die anwesenden Kinder bat, Fische aus Pappmaschee in einem bereit gehaltenen Netz zu befestigen. Weitere Fische im Netz des Glaubens kamen hinzu, als die wichtigsten kirchlichen Gruppierungen wie Bibelkreis und Frauenbund, Kirchenchor und Kolpingsfamilie, katholische Jugend, die Ministranten und das Familiengottesdienstteam einen Dank fürs neue Pfarrheim sagten, in dem nun alle wieder ein neues Zuhause haben.

Nach dem Gottesdienst ging es die Kolpingstraße entlang zum neuen Pfarrheim, das – gerade rechtzeitig fertig geworden – seine Pforten für die Festgäste öffnete. Wer das Haus bisher nur von außen gesehen hatte, durfte nun staunen. Denn der moderne Bau ist im Inneren nicht nur funktional, sondern zeitlos schön, edel und so geräumig, dass sich die große Menge der geladenen Gäste frei bewegen konnte, ohne sich in die Quere zu kommen.

Besonders schnell hatte die Jugend die für sie geplanten Räume im Erdgeschoss erobert. Während die Ehrengäste aus Kirche und Politik, die Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, die Presse und natürlich die geladenen Gemeindemitglieder den großzügigen Saal im ersten Stock und die drei hellen Versammlungsräume „Adolph Kolping“, „Franziskus“ und „Laurentius“ im Dachgeschoss erkundeten, übernahmen die Jugendlichen die Küche in ihrem Reich und bald erfüllte der Duft von frisch gebackenen Waffeln das ganze Haus.

Der Saal „Maria“ und „Josef“ bot den Gästen für eineinhalb Stunden viel Komfort und Beinfreiheit, um die Festreden zu genießen, in denen neben den guten Wünschen für die Zukunft die Baugeschichte eine entscheidende Rolle spielte. Nachdem Pastoralreferentin Kathrin Baumann alle Anwesenden begrüßt hatte, zog Kirchenpfleger Siegfried Rummel, der das Bauprojekt seit den Anfängen 2012 begleitet und geleitet hatte, ein bewegendes Resümee: Vom alten Pfarrheim und dem fehlenden Brandschutz über die Machbarkeitsstudie und den Architektenwettbewerb, den Christian Olufemi mit seinem Raumangebot gewonnen hatte, bis zur endgültigen Baugenehmigung im Januar 2020 war es ein weiter Weg. „Wie viel Mut und Rückgrat es braucht, um einen so modernen Bau zu realisieren, davon kann ich jetzt viel erzählen“, sagte Rummel, der nicht nur die Leistung der Bauleitung (Martin Friedl/Ingenieurbüro Katzer) und die gute Zusammenarbeit mit dem erzbischöflichen Ordinariat hervorhob, sondern sich bei allen dreißig beteiligten Gewerken und seiner geduldigen Familie herzlich bedankte.

Landrat Olaf von Löwis wünschte dem „neuen Schmuckstück der Kreisstadt“ eine gute Zukunft, die er unter das Motto „Offenheit“ stellte – als bewusstes Signal gegen den Vertrauensverlust, von dem Kirche und Politik aktuell besonders stark betroffen sind. Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller dankte der katholischen Pfarrei für das neue Pfarrheim und lobte das großzügige Konzept des Hauses, in dem Begegnung stattfinden kann. „Es bewegt sich was in der Kolpingstraße“, sagte er auch im Hinblick auf das Familien- und Kinderzentrum, das Kindergarten, Hort, Krippe und Pfarrheim in Zukunft hier bilden werden. Anika Sergel-Kohls, die mit dem Neubau des evangelischen Gemeindezentrums selbst Freud und Leid einer langen Bauzeit erlebt hat, wünschte dem Haus Glück und Segen und übergab ein selbstgebackenes Brot.

Schließlich betraten Baumann und Michael Mannhardt gemeinsam das Podium. Die Pastoralreferentin und der Pfarrer der Pfarrverbände Miesbach und Hausham-Agatharied freuten sich über das fühl- und sichtbare Lebenszeichen, das schon jetzt vom neuen Pfarrheim ausgeht. Sie dankten für das enorme Engagement aller Beteiligten, erinnerten aber auch daran, dass die größte Arbeit noch bevorstehe: Das Haus mit Leben zu füllen und eine gute Gemeinschaft zu bauen, in der man sich treffen und gemeinsam für Frieden, Freiheit und ein Miteinander der Menschen wirken kann. „Am Segen Gottes ist alles gelegen“, brachte abschließend Weihbischof Wolfgang Bischof seinen Rückblick auf die eigene Zeit in Miesbach, das ehemalige Pfarrheim, aber auch seine Gedanken für die Zukunft auf den Punkt. Auf dem folgenden Rundgang weihte er jeden Raum des Pfarrheims und zeigte sich von der Funktionalität beindruckt. „Ein solches Haus ist auch wichtig, um Kraft zu schöpfen. Hier können bis zu acht Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden, ohne dass man sich gegenseitig stört.“

Dank der Vorbereitung der Pfarrei und dem Einsatz der Kolpingsfamilie ging der Tag bei gutem Essen und mit zünftiger Musik (Musikverein Miesbach) lange nicht zu Ende und so sprühte das neue Pfarrheim bis in die Abendstunden von Leben.

Zu den Angeboten der Eröffnungswoche mit Gelegenheiten zur Hausbesichtigung informiert eine Tafel vor dem Haus und die Homepage www.pfarrverband-miesbach.de. vwo

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