Mit Mut und Zuversicht

Neujahrsempfang Irschenberg: Schönauer setzt auf Jugend und Zusammenhalt

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Das Trachtenheim in Irschenberg war beim Neujahrsempfang gut besetzt. Nur die Niklasreuther Goaßlschnalzer mussten kurzfristig wieder abziehen, weil sie ein Hilferuf zum Schneeschaufeln ereilte.

Irschenberg – Im nahezu voll besetzten Trachtenheim forderte Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer auf, mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu blicken, Traditionen zu bewahren und sich dem Fortschritt zu stellen. Außerdem nutzte er den Neujahrsempfang, um den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, Vereinen, Institutionen und Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde zu danken. „Wir sind stolz auf unser Dorf im Dorf“ – mit diesen Worten schloss er die Verantwortlichen des Caritas-Kinderdorfs mit ein, die den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft helfen und ihnen eine Stimme geben. Traditionell würdigte Schönauer nach seiner Ansprache Ehrenamtliche, Bürger und außergewöhnliche berufliche, schulische und sportliche Leistungen junger Irschenberger (Bericht folgt).

Wie Schönauer sagte, habe er den Eindruck, dass heute vieles zur Katastrophe geredet wird: „Dabei geht es uns doch immer besser. Noch nie wurden die Menschen so alt, war der Wohlstand so groß und dauerte der Frieden so lange. Statistisch müssten wir 114 Jahre alt werden, um einmal überfallen zu werden. Deutschland hat zwei Weltkriege und zwei Währungsreformen überstanden. Und trotzdem wird versucht, aus Meinungen negative Fakten zu machen. Man sollte da immer genau hinschauen, um dagegen gewappnet zu sein.“ Der Bürgermeister forderte die Irschenberger dazu auf, in dieser turbulenten Zeit nicht die Orientierung zu verlieren und bei der langsamen aber beständigen Entwicklung der Gemeinde weiterhin so aktiv mitzuarbeiten: „Es ist unsere Heimat und wir haben uns in der Vergangenheit durch unbändigen Zusammenhalt von Jung und Alt ausgezeichnet. Wir brauchen keine Schlechtredner, sondern Mutmacher.“

Schönauers Appell richtete sich an insgesamt 389 Bürgern aus 46 Nationen, die in der rund 54 Quadratkilometer großen Gemeinde leben. Trotz dieser relativ dünnen Besiedelung schafft Irschenberg tatsächlich vieles aus eigener Kraft. So wurden im vergangen Jahr rund 4,5 Millionen Euro ohne Kreditaufnahme investiert. Als wegweisende Posten finden sich darunter die Sicherstellung der Wasserversorgung in Verbund mit Bad Aibling und der Breitbandausbau. Als größter Posten steht allerdings der neue Kindergarten in der Bilanz. Mit dem möchte Irschenberg dazu beitragen, seinen vorderen Platz als durchschnittlich jüngste Gemeinde im Kreis Miesbach zu verteidigen. Junge Familien sollen sich in Irschenberg wohlfühlen und gute Arbeits- und Lebensbedingungen haben. „Wir müssen den jungen Menschen eine Zukunftsperspektive aufzeigen“, sagte Schönauer. Dabei monierte er aber auch die immer höher werdenden Hürden bei Statik und Brandschutz beim Wohnungsbau: „Das macht inzwischen 1000 Euro pro Quadratmeter aus. Wie sollen die jungen Menschen da noch auf viel kommen?“

Wie Schönauer betonte, legt die Gemeinde neben der Schaffung von Wohnraum großen Wert auf Arbeits- und Ausbildungsplätze. Im Gemeindegebiet stemmen derzeit 480 Betriebe die finanzielle Hauptlast. In Zahlen ausgedrückt, hat sich der Wert von 660.000 Euro im Jahr 2002 auf nunmehr 1,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr gesteigert. „Damit können wir unsere Bürger von zusätzlichen Steuerlasten verschonen und gemeindliche Investitionen tätigen. „Die Schaffung von Arbeitsplätzen bleibt eine der vordringlichsten Aufgaben, die der Gemeinderat mit erarbeiten muss“, sagte Schönauer und versicherte, dass dabei mit der Natur sorgsam umgegangen wird: „Wir sind eine bäuerlich geprägte Gemeinde, in der 137 Bauern 2576 Kühe halten und wollen das auch bleiben. Nur 2,8 Prozent der Gemeindefläche sind bebaut. Der Rest sind Wiesen, Wälder und Bäche.“ Wohl auch mit einem Seitenblick auf das Sondergebiet Transport brachte er daher wenig Verständnis für Leute auf, die dagegen klagen oder vorgehen: „Wenn jemand selbst etwas gebaut oder entwickelt hat, sollte er doch auch verstehen, dass ein anderer das vielleicht auch möchte.“ hac

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