Macher und Tüftler willkommen

Oberlab in Gmund: Das kann die Hightech-Werkstatt für Jedermann

Alexander Kutschera im Oberlab in Gmund
+
Fab-Lab-Geschäftsführer Alexander Kutschera ist selbst Forscher und begeisterter Tüftler. Im Oberlab in Gmund können eigene Ideen und Projekte verwirklicht werden, für die es (noch) keine kommerziellen Lösungen gibt.

Gmund – Gemeinsam an Lösungen und Innovationen arbeiten und das mit modernem Equipment: Das Oberlab in Gmund macht dies und noch vieles mehr möglich.

Im ersten „MakerSpace“ im Miesbacher Oberland soll jedermann der Zugang zu Hightech ermöglicht und das Know-how geboten werden, um Prototypen zu entwickeln oder an eigenen Projekten zu tüfteln. Kurz vor dem zweiten Corona-Lockdown sperrte das Oberlab, die offene Hightech- und Forschungswerkstatt des Vereins „FabLab“, offiziell seine Pforten an neuer Adresse direkt am Gmunder Stachus auf. Ein kleines digitales Angebot läuft vorerst weiter.

„Alles kann erschaffen werden! Für sich selbst Lösungen finden, wie sich eine Idee umsetzen lässt, das ist die Grundidee des Fab-Lab“, sagte Alexander Kutschera beim Eröffnungsrundgang durch die offene Hightech-Werkstatt/Labor für Macher und Tüftler – und solche, die es noch werden wollen. Der Geschäftsführer des „FabLab Oberland“, der zugleich Mint-Manager bei der SMG ist, will mit seinem Team nicht einfach nur Werkzeuge anbieten, sondern auch das Wissen vermitteln, das vorhandene Equipment einzusetzen und helfen, entsprechende Kompetenzen zu entwickeln.

So finden sich in den Räumen an der Tölzer Straße sieben 3-D-Drucker, die mit zwei unterschiedlichen Techniken arbeiten und die in der Software-Abteilung am Computer programmierten Bauteile zum Beispiel mittels eingeschmolzener Kunststoffschnur verwirklichen. Zudem beeindruckt ein großer Lasercutter für Acryl, Karton, Papier und Holz, der am Eröffnungstag demonstriert, wie aus einem Stück Kunststoff ein gravierter Oberlab-Schlüsselanhänger entsteht. Im Elektronikfachbereich nebenan finden Hobbybastler und Technikbegeisterte allerhand Klein- und Basisteile sowie Batterien, Chips, Kondensatoren, Schalter oder eine CNC-Fräse, um Elektronikprojekte umzusetzen. Hobbyforscher können zudem mit allerlei molekularbiologischen Geräten und Materialien hantieren und chemische oder biologische Experimente durchführen.

Der FabLab e.V.

Der gemeinnützige Verein „FabLab Oberland“ wurde 2018 in Miesbach gegründet, besteht derzeit aus rund 60 Mitgliedern und hat sich zwei Schwerpunkte gesetzt: Erstens soll jeder Person die Möglichkeit gegeben werden, an eigenen (Problem-)Lösungen zu arbeiten. Deshalb betreibt der Verein eine offene Werkstatt – die Räume an der Tölzer Straße werden dem Verein von der Gemeinde Gmund mietfrei überlassen. In diesem Lab(oratory) kann nahezu alles kreiert, realisiert und erschaffen werden. Zweitens kümmert sich der Verein um die Vermittlung von Themen wie Technologie und IT sowie Handwerk und Kunst und ist dafür zum Beispiel mit dem mobilen Fab-Lab-Bus „Hubertus“ unterwegs, einer Forschungswerkstatt auf Rädern, mit der Schulen besucht werden, um Kinder und Jugendliche aller Bildungsschichten fürs Tüfteln und Ausprobieren zu begeistern. Infos zur Mitgliedschaft und Möglichkeit für (Material-)Spenden über die Internetseite www.oberlab.de.

Dies könnte auch Landwirte interessieren, meint Alexander Kutschera, selbst Molekularbiologe. Zum Beispiel, um die am heimischen Hof eingesetzten Futtermittel oder Nitratwerte im Wasser zu untersuchen. In einem separaten Raum befindet sich schließlich die reichhaltig ausgestattete Holzwerkstatt samt Akkuschrauber, Hobel und Tischkreissäge. Bald soll noch eine CNC-Maschine für Fräsarbeiten mit Holz folgen. „Auch das Handwerk kann von individuellen Lösungen profitieren“, sagt Kutschera.

Um all die Geräte, Werkzeuge und Bauteile nutzen zu können, muss kein Eintritt bezahlt werden. Eine Mitgliedschaft im Verein empfiehlt sich freilich. Für die energieaufwendigen Maschinen wird eine geringe Nutzungsgebühr fällig. Zudem gibt es die Möglichkeit, an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Von T-Shirts bedrucken, über Geldbeutel nähen bis Programmieren lernen ist das Programm spannend und abwechslungsreich. Auch ein offener Tüftel-Tuesday soll regelmäßig stattfinden. Lockdown-bedingt pausieren diese Angebote momentan. Das Oberlab-Team möchte aber versuchen, einen digitalen offenen Abend über einen Live-Stream abzuhalten. An den Dezember-Terminen wird vorerst festgehalten.

Wenn es wieder möglich ist, soll außerdem die große Eröffnung nachgeholt werden, vielleicht sogar mit einem kleinen Straßenfest vor der Haustür und allerhand Aktionen, wie ursprünglich angedacht. Bis dahin können sich Gründer, Hobbybastler, Forscher und Technikbegeisterte, darunter gerne auch Unternehmer, Handwerker oder Landwirte, aktuell über die Internetseite www.oberlab.de informieren und sich für den Newsletter anmelden. sko

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Diese Regeln gelten im Dezember
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Diese Regeln gelten im Dezember
Coronavirus: Landkreis Miesbach gibt keine Entwarnung
Coronavirus: Landkreis Miesbach gibt keine Entwarnung
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Edeka Riedel verabschiedet sich aus Bad Wiessee
Landrat übergibt Urkunde des Umweltpakts Bayern an Firma Bergzeit
Landrat übergibt Urkunde des Umweltpakts Bayern an Firma Bergzeit

Kommentare