An einem Strang

Oberland-Werkstätten kooperieren mit Miesbacher Start-up-Unternehmen

Oberland-Werkstätten kooperieren mit Wooltasia GmbH
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OLW-Gruppenleiter Florian Grafwallner (v.l.) und die Geschäftsführer Fabian Eichinger sowie Christian und Julia Ringshofer von Wooltasia mit OLW-Mitarbeiterin Sabine Lemke.

Miesbach – Mit der App „Wooltasia“ haben Julia und Christian Ringshofer aus Miesbach das Stricken revolutioniert. Nun kooperieren sie mit den Oberland-Werkstätten.

Zwischen einer bunten Farbenpracht aus unterschiedlichen Garnsorten sitzt Sabine Lemke und wickelt freudig mehrere Fäden zusammen. „Hier ist der optimale Arbeitsplatz für mich“, erklärt die Mitarbeiterin der Oberland-Werkstätten. Seit diesem Sommer kooperiert das Miesbacher Start-up-Unternehmen Wooltasia GmbH mit den Oberland-Werkstätten und zeigt sich begeistert von der reibungslosen Zusammenarbeit. „Als wir hörten, dass die Oberland-Werkstätten uns unterstützen können, zögerten wir keinen Moment und führten die ersten Gespräche“, sagt Fabian Eichinger, einer der drei Geschäftsführer der Wooltasia GmbH.

Julia und Christian Ringshofer hatten schon immer eine Leidenschaft für Handarbeiten und entwickelten Ende 2015 die App Wooltasia, mit deren Hilfe man eigene Fotos zu Häkelmotiven umwandeln und unter digitaler Anleitung handarbeiten kann. Die beiden gründeten die Wooltasia GmbH und holten Fabian Eichinger als dritten Geschäftsführer mit an Bord.

Schnell merkten sie, dass das Material für die zu häkelnden Motive stark nachgefragt wird und bauten die App mit mittlerweile über 25.000 aktiven Installationen auf Smartphones und Tablets weltweit weiter aus. Seither kann man neben den Anleitungen auch gleich das benötigte Material in der richtigen Garnstärke und -menge bestellen.

An dieser Stelle kommen die Oberland-Werkstätten ins Spiel. Beim Arbeitsangebot „Oberland Impuls“ für seelisch erkrankte Menschen wickeln die Mitarbeiter mehrere Garnfäden auf sogenannte Cakes zusammen, die den Namen „Wooltasia Pixel“ tragen. „Unsere Mitarbeiter programmieren die elektrischen Wickler auf die korrekte Lauflänge, spannen Fäden ein, ziehen die gewickelten Knäule ab und banderolisieren sie“, erklärt Stefanie Hefele, Betriebsleiterin der Oberland-Werkstätten in Miesbach. Fabian Eichinger fügt hinzu: „Das Garn lagert hier, bis wir es für den Versand abholen. Das ist eine sehr große Erleichterung für uns.“

Für Sabine Lemke, die seit über 15 Jahren für die Oberland-Werkstätten arbeitet, ist das Garnwickeln eine willkommene Abwechslung in ihrem Arbeitsalltag. „Ich mag die bunten Farben des Garns und die ruhige Arbeitsatmosphäre. Das macht mich glücklich“, bestätigt sie. Neben einer Vielzahl von Montagetätigkeiten unterstützte sie bereits bei der Lagerverwaltung und koordinierte verschiedene Speditionen sowie den Warenein- und -ausgang.

Die Oberland-Werkstätten begleiten Menschen mit Behinderungen bei ihrer Teilhabe am Arbeitsleben. Mit vier Betriebsstätten in Gaißach, Polling, Geretsried und Miesbach sind sie in drei Landkreisen aktiv. Als gemeinnütziges Unternehmen haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die in den Menschen vorhandenen Potenziale personenzentriert zu entdecken, zu entwickeln und zu fördern. Zu diesem Zweck arbeiten dort Fachkräfte, die jeden einzelnen der beschäftigten Menschen mit Behinderung begleiten und gezielt auf die individuellen Fähig- und Fertigkeiten eingehen. Die Oberland-Werkstätten gewähren rund 800 Menschen mit und ohne Behinderung einen Arbeitsplatz. ksl

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