Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

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FRIDOLIN THANNER, Miesbach – Es gibt gute Gründe, auf regenerative Energien zu setzen. Zum einen aus ökologischer Sich, zum anderen aber auch aus ökonomischer. Denn die Kraft von Wasser, Wind, Sonnen und Co. zu nutzen, kann durchaus lukrativ sein. Dass auf immer mehr privaten, wie auch öffentlichen, Gebäuden Photovoltaikanlagen Strom erzeugen, freut neben der Natur auch den Geldbeutel des Betreibers. Allerdings muss der zunächst tief in die Tasche greifen – die Installation einer großen Anlage ist nicht billig. Genau da könnte das Problem für die Stadt Miesbach liegen. Denn gerne würde die Kreisstadt auf ihren eigenen Gebäuden, wo es sinnvoll ist, selbst Photovoltaikanlagen errichten. Ob sie zu finanzieren sind, ist angesichts der leeren Stadtkasse aber fraglich. Eine Alternative wäre, die Flächen zu vermieten. Geeignet sind die Dächer einiger Gebäude, insbesondere der Hauptschule, der Hauptschulturnhalle und der Grundschule Parsberg. Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz dem Stadtrat am vergangenen Donnerstag mitteilte, werde vermehrt nachgefragt, „ob seitens der Stadt Dachflächen zur Errichtung von Photovoltaikanlagen vermietet werden“. Sowohl die Energiewende Oberland als auch private Betreiber seien interessiert. Alfred Mittermaier (CSU) wollte „keinen Schnellschuss“ abfeuern. Man solle nochmals prüfen, ob nicht doch ein Weg zu finden ist, die Anlagen in Eigenregie zu errichten, forderte er ebenso wie FW-Sprecher Michael Lechner. Als „Fingerzeig an die Öffentlichkeit“ wollte Jochen Holzkamm (SPD) das grundsätzliche Einverständnis schon erklären. Sein Fraktionskollege Paul Fertl sah überhaupt keinen Sinn darin, nochmals zu prüfen. „Das Geld ist nicht da“, sagte er. Schließlich spreche man über Summen im sechsstelligen Bereich bei solch großen Anlagen. Franz Mayr (CSU) sah dennoch Chancen für die Stadt. Schließlich könne man mit derartigen Investitionen ab dem ersten Tag mehr Einnahmen als Ausgaben generieren. Manfred Burger (Grüne) forderte eine „zeitnahe Entscheidung, es gibt ja konkrete Interessenten“. Für ihn stand nichts dagegen, grundsätzlich die Bereitschaft zu erklären, „wenn’s nicht in Eigenregie geht“. In diesem Sinne fasste das Gremium dann auch den Beschluss. Jetzt soll die Verwaltung nochmal alle Möglichkeiten prüfen, ob die Stadt selbst Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern errichten kann und ob sich deren Betrieb rentieren würde. Ansonsten wäre eine Vermietung prinzipiell möglich, es wird aber im Einzelfall entschieden.

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