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Holzkirchen holt sich Aufgabenträgerschaft für den Rufbus zurück

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Bus vor dem Holzkirchner Bahnhof
Es soll nur noch eine fixe Buslinie zwischen Bahnhof und Gewerbegebiet verkehren. Den verbleibenden Binnenverkehr soll ein On-Demand-System abdecken. © Hacker

Holzkirchen - Die Marktgemeinde plant einen Rufbus als Ergänzung zum ÖPNV in Holzkirchen. Der Gemeinderat hat den eigenen Weg vorangebracht.

Wie Holzkirchens Standortförderin Eva-Maria Schmitz bei der jüngsten Marktgemeinderatssitzung erklärte, steht der von der Gemeinde geplante Rufbus als On-Demand-System nicht in Konkurrenz zum Anruf-Sammeltaxi (AST) des Landkreises. Daher kann nach bayerischem ÖPNV-Gesetz eine Trennung erfolgen. Das Gremium hat daraufhin einstimmig beschlossen, sich die Aufgabenverantwortung für die Rufbus-Ausschreibung vom Landkreis Miesbach zurück übertragen zu lassen. Gemäß einem Antrag der FWG-Fraktion vom März soll das vom Anbieter door2door erarbeitete On-Demand-System von einem externen Experten noch einmal unter die Lupe genommen werden.

„Wir sind da in eine Art Zwangsehe reingerutscht“, verglich CSU-Fraktionssprecher Sebastian Franz die Situation, nachdem die Ausschreibung des gemeindlichen ÖPNV an den Landkreis abgegeben werden musste. Da das AST aber vorrangig als Zubringer und für Gelegenheitsverkehr dient, der Rufbus aber den Binnenverkehr reduzieren soll, kommen sich beide eigentlich nicht in die Quere. Eine Rückübertragung der Ausschreibung ist daher laut Schmitz möglich.

„Wir schaden damit dem Kreis nicht und bekommen das, was wir auch wollen“, sprach sich Robert Wiechmann (Grüne) für diesen Schritt aus. Auch Elisabeth Dasch (SPD) begrüßte den Vorschlag, ebenso wie Birgit Eibl (FWG) ihn als „konsequent“ bezeichnete. Vorgesehen ist, dass für das On-Demand-System zwei Sechssitzer-Kleinbusse zum Einsatz kommen sollen, die werktags ab 6 Uhr abrufbar sind. An den Wochenenden verkehren sie zu eingeschränkten Zeiten.

Den Nachteil, dass die Wartezeit bis zu 60 Minuten betragen kann, relativierte Bürgermeister Christoph Schmid: „Das ist ein Maximalwert und bedeutet nicht, dass es immer so lange dauert.“ Überhaupt, erklärte der Rathauschef, handle es sich um ein lernendes System, das gegebenenfalls angepasst werden kann. Am beschlossenen Fahrpreis von zwei Euro wollte Schmid nicht mehr rütteln: „Der Busfahrer soll fahren und sich nicht mit der Herausgabe von Wechselgeld aufhalten.“ Überhaupt wolle er an den Parametern eigentlich nicht mehr groß was ändern.

Mit 14:7 Stimmen wurde dennoch dem Antrag von Torsten Hensel (FWG) stattgegeben. Demnach soll ein externer Fachmann noch einmal einen Blick auf das von door2door entwickelte Konzept werfen. Schmid versprach, dass wenn diese Expertise ergeben sollte, dass etwas „Käse ist“, dies im Gremium nochmal diskutiert wird. „Auch wenn es am Anfang knirschen wird, Hauptsache es fahren keine leeren Busse durch die Gegend, die nur heiße Luft transportieren“, zeigte sich Hensel zufrieden. hac

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