Zweite Luft für 91/2

Oldtimerfreunde Miesbach retten VW-Bus der Jugend-Wasserwacht

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Die Oldtimerfreunde Miesbach übergaben den liebevoll instandgesetzten Wasserwachts-Mannschaftsbus wieder seiner Bestimmung. Bei der Schlüsselübergabe an Wasserwacht-Jugendwart Florian Brünner war der harte Kern der „Rettungstruppe“ dabei: (v.l.) Herbert Hupfauer, Erhard Pohl und Hans Wiedemann.

Miesbach – Eigentlich war das Los des Mannschaftsbusses der Miesbacher Jugend-Wasserwacht besiegelt. Der TÜV war abgelaufen und die Werkstatt attestierte die Unwirtschaftlichkeit der Reparaturkosten. Nach 21 Jahren treuer Dienste wartete auf den Mercedes-Bus mit der Kennung WW MB 91/2 und gerade einmal 100.000 Kilometern Fahrleistung die Schrottpresse. Als Erhard Pohl, Vorsitzender der Oldtimerfreunde Miesbach, davon hörte, war schnell klar: „Da geht doch noch was.“ Dann haben sich eine Handvoll eingefleischter Schrauber ans Werk gemacht. Als Ergebnis von 227 ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde kürzlich bei Pohls Schrauberschupfen, sozusagen als Weihnachtsgeschenk, der Bus mit Erstzulassung Juli 1997 mit frischem TÜV an Florian Brünner, Jugendwart der Wasserwacht, übergeben.

Die Vorstandschaft der Oldtimerfreunde war von der Idee, das betagte Arbeitstier der Wasserwacht zu retten, von Anfang an begeistert. „Das passte genau zur Philosophie unserer Satzung, nämlich alte Werte erhalten und das Wissen an die Jugend weitergeben. Immerhin ist der Bus schon ein Youngtimer und die Jugend lernt beim Schrauben was fürs Leben“, erklärte Pohl. Der wirtschaftliche Aspekt stand hierbei nicht im Vordergrund. Die Materialkosten übernahm Pohl, der selbst einmal Wasserwachts-Chef war, und die Arbeit erledigte der Verein ehrenamtlich. Jedenfalls kann Brünner jetzt wieder mit einem vollkommen verkehrstüchtigen Fahrzeug mit der Jugend auch weiterhin zum Schwimmtraining fahren.

Ein dickes Lob für die Arbeit kam auch von BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling: „Die Oldtimerfreunde haben es uns mit ihrem riesigen Engagement ermöglicht, den in die Jahre gekommenen Mannschaftswagen der Wasserwacht Miesbach weiterhin für wichtige und anders nicht zu bewältigende Transporte einzusetzen. Die Reparatur und Instandsetzung durch eine Werkstatt wäre für die fällige Hauptuntersuchung für uns wirtschaftlich vollkommen unsinnig gewesen. Weit über 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden der Oldtimerfreunde und einiges neue Material stecken jetzt im Fahrzeug. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön an Erhard Pohl und seine Schrauberfreunde.“ Wie Kießling weiter sagte, müssen sich die Mitglieder der Wasserwacht Miesbach aber trotzdem zeitnah um die schwierige Finanzierung eines weiteren Fahrzeugs kümmern, das anderen Einsatzanforderungen genügt und die Einsatzfähigkeit der engagierten Wasserwachtler für die Zukunft sichert.

Die Schraubergang der Oldtimerfreunde würde sich natürlich freuen, wenn aus WW MB 91/2 nach seinem aktiven Dienst sogar noch mal ein richtiger Oldtimer wird. Als technisches Kulturgut und Teil der Wasserwachts-Historie. Ganz so, wie die wunderschönen historischen Rotkreuz-Fahrzeuge beim Oldtimertreffen im Sommer. hac

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