Der Norden wehrt sich

Organisierter Widerstand gegen den Regionalplan Oberland / Wöhr befürchtet neue Gebietsreform

+
In Weyarn (Bild), Irschenberg, Warngau und Valley hat sich gemeinsamer Widerstand gegen den Regionalplan formiert.

Weyarn/Landkreis – Um wirtschaftlich und politisch nicht abgehängt zu werden, wehren sich die Gemeinden Weyarn, Irschenberg, Warngau und Valley mit einer konzertierten Aktion gegen die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans zum Thema „Grundlagen der regionalen Entwicklung und Zentrale Orte“ . Bereits in der vergangen Sitzung hat der Weyarner Gemeinderat beim zuständigen Planungsverband Region Oberland um Aufschub gebeten, um einen Widerspruch gegen die Überplanung des Landkreises vorzulegen. Nach Fristverlängerung hat Weyarn eine sechsseitigen Einlassung vorgelegt, die begründet, warum die vier Gemeinden gemeinsam als verbundenes Zentrum eingestuft werden sollen.

„Die bisher festgelegten Entwicklungsachsen des Landesentwicklungsplans sind scheint‘s nichts mehr wert“, stellte Bürgermeister Leonhard Wöhr bei der jüngsten Gemeinderatssitzung enttäuscht fest. Daran hängen nicht nur staatliche Zuschüsse, sondern unter anderem auch die Weiterentwicklung des ÖPNV. „Die neue Strategie setzt im Norden auf Holzkirchen und im Süden auf Miesbach als Mittelzentren. Die anderen Gemeinden im Norden zählen anscheinend gar nichts mehr“, echauffierte sich Wöhr. Gemäß Regionalplan sollen vor allem die Mittelzentren besser verbunden werden, was auch Franz Demmelmeier (SPD) sauer aufstößt: „Wenn wir kein Grundzentrum mehr sind, können wir unser Verkehrskonzept vergessen.“ Über die These, dass sich mit weniger Zentren der Verkehr verringern lasse, weil ja alles an einem Ort sei, zeigte sich Wöhr verwundert: „Man lässt dabei völlig außer Acht, dass die Bürger von abgelegenen Ortsteilen erst einmal nach Miesbach kommen müssen. Daran sieht man, wie widersinnig dieser Ansatz eigentlich ist.“ Tatsächlich wittert Wöhr hinter dem neuen Regionalplan etwas weitaus brisanteres: „Überspitzt auf den Punkt gebracht: Wenn alles auf die Zentren konzentriert wird, warum braucht es dann überhaupt noch ein Rathaus in Weyarn? Für mich sieht das alles eher nach dem Grundstein zur nächsten Gebietsreform aus.“ Dass die Schaffung eines verbundenen Zentrums möglich ist, zeigt der Planentwurf anhand der fünf Seegemeinden. Deshalb stehe für Wöhr außer Frage, dass dies auch im Norden möglich sein muss: „Ich sehe nicht ein, warum wir der Wurmfortsatz des Landkreises sein sollen, der überall abgehängt wird.“hac

Auch interessant

Meistgelesen

Er will Bürgermeister in Fischbachau werden
Er will Bürgermeister in Fischbachau werden
Anspruchsvolle Manöver: Retter trainieren am Sudelfeld Einsätze aus der Luft
Anspruchsvolle Manöver: Retter trainieren am Sudelfeld Einsätze aus der Luft
Kneipenschlägerei in Holzkirchen: 23-Jähriger verletzt, Polizei sucht Zeugen
Kneipenschlägerei in Holzkirchen: 23-Jähriger verletzt, Polizei sucht Zeugen
Freistaat finanziert Gleisbauprojekt für Deutsche Bahn
Freistaat finanziert Gleisbauprojekt für Deutsche Bahn

Kommentare