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Ortsbus: Holzkirchen einigt sich bei Angebot mit Landkreis Miesbach

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Ortsbus an Haltestelle in Holzkirchen
Nach den Plänen Holzkirchens soll zwischen Bahnhof und Gewerbegebiet weiterhin eine Buslinie in kurzem Takt fahren. Für den Binnenverkehr im Ort möchte die Marktgemeinde hingegen ein flexibles On-demand-System mit zwei Rufbussen installieren. © Hacker

Holzkirchen – Es gibt Fortschritte beim Holzkirchner Rufbus. Kürzlich wurden im Orts- und Verkehrsplanungsausschuss mögliche Betriebsparameter vorgestellt.

Kürzlich wurden im Orts- und Verkehrsplanungsausschuss (OVA) die möglichen Eckdaten eines Rufbusses für den Holzkirchner Binnenverkehr vorgestellt. Dieses On-demand-System soll mit zwei Kleinbussen neben einer fixen Buslinie laufen, die im 23-Minuten-Takt vom Bahnhof in die Gewerbegebiete Ost und Nord fährt.

Weil das Landratsamt Miesbach als ausschreibende Behörde aber lieber das in die Jahre gekommene Anruf-Sammel-Taxi (AST) modernisieren möchte, kam es zu Verstimmungen. Diese sind zwar, wie Bürgermeister Christoph Schmid sagte, noch nicht vom Tisch, aber er sehe durchaus Licht am Ende eines noch eher langen Tunnels.

Angebot soll 17.000 Einwohner ansprechen

Anfang 2021 haben die Mitglieder des OVA beschlossen, das Unternehmen „door2door“ zu beauftragen, ein Betriebskonzept für den Bedarfsverkehr der Marktgemeinde zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe aus Fraktionsvertretern und gemeindlichen Beauftragten sowie Vertretern des Landratsamtes kam heraus, dass für den Bedarf zwei Sechssitzer-Kleinbusse zum Einsatz kommen sollten, die von Montag bis Donnerstag, jeweils von 6 bis 21 Uhr, und Freitag bis Samstag, 1 Uhr, abrufbar sind. Am Samstag soll der Bus ab 10 Uhr starten und bis Sonntag früh 1 Uhr fahren. Das Betriebsgebiet umfasst dabei rund 48 Quadratkilometer und soll 17.000 Einwohner ansprechen sowie 1.020 virtuelle Haltestellen bedienen. Die Wartezeit auf den Rufbus soll maximal 60 Minuten betragen.

Damit Fahrten gebündelt werden können, müssen Mitfahrer mit einer Umwegszeit von 75 Prozent rechnen. Eine zehnminütige Fahrt kann somit auch 17,5 Minuten dauern. Bei den jährlichen Kosten kalkulierte „door2door“ ohne Berücksichtigung von staatlichen Fördermitteln mit zwei Größen: Im konservativen Fall mit niedrigen Passagierzahlen von 150 Fahrten pro Woche sind für Personal- und Flottenkosten sowie die nötige Software und Marketingmaßnahme knapp 465.000 Euro zu berappen. Nimmt man als Grundlage vergleichbare Bedarfsverkehrsprojekte, sollen im Durchschnitt 840 Fahrten pro Woche anfallen und die Kosten in Höhe von rund 466.500 Euro nur marginal höher sein.

Holzkirchen reicht Förderantrag ein

Dem stehen auf der Einnahmenseite auf Basis des definierten Tarifs von 2 Euro je Fahrt bei konservativer Berechnung etwas über 32.000 Euro und bei höheren Passagierzahlen gut 71.000 Euro gegenüber. Da es für das Konzept bereits einen Entwurf gab, konnte beim Bundesverkehrsministerium ein Förderantrag eingereicht werden.

Wie Standortförderin Eva-Maria Schmitz sagte, rechnet sie voraussichtlich im zweiten Quartal mit einer Rückmeldung. Der Ausschuss stimmte den vorgeschlagenen Betriebsparametern schließlich mit einer Gegenstimme zu und empfahl den Marktgemeinderäten, diese als Zielvorstellungen zu beschließen.

Landkreis Miesbach reagiert auf Kritik

Wie der Rathauschef auf Anfrage bestätigte, habe das Landratsamt nach den Irritationen erkannt, was Holzkirchen möchte und brauche: „Es geht uns nicht um den Bedarfsverkehr mit dem AST, sondern um den innerörtlichen Binnenverkehr.“ Seine Vorstellung sei, den Nutzern eine einzige Plattform zur Verfügung zu stellen, damit sie per App oder Telefon schnell, kostengünstig und pünktlich eine Fahrt von A nach B buchen können, wobei es ihnen egal sein dürfte, ob sie dann ein Bus oder Taxi fährt.

„Das ist auch den Verkehrsexperten im Landratsamt schlüssig“, sagte Schmid und meinte noch vorsichtig zuversichtlich: „Das Landrats­amt hat nun auch einen externen Berater eingeschaltet und wir sind bei den Besprechungen mit dabei. Ich habe den Eindruck, dass es sich verzahnt und Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Auch wenn wir noch ein wenig laufen müssen.“ hac

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