Für eine enkeltaugliche Landwirtschaft

Aktionsbündnis Zivilcourage macht sich auf den „Miesbacher Weg“

Die Initiatoren des Aktionsbündnis Zivilcourage Miesbach: (v.l.) Werner Schmid, Anneliese Blümel und Rüdiger Obermaier.
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Die Initiatoren des Aktionsbündnis Zivilcourage Miesbach: (v.l.) Werner Schmid, Anneliese Blümel und Rüdiger Obermaier.

Otterfing – Enkeltaugliche Landwirtschaft ist dem Aktionsbündnis Zivilcourage ein großes Anliegen. Nun starten die Initiatoren die Aufklärungskampagne "Miesbacher Weg".

Sie haben sich einiges vorgenommen: Das Aktionsbündnis Zivilcourage Miesbach – seit 13 Jahren aktiv und ein Zusammenschluss unter anderem aus Umweltschützern, Landwirten und Verbrauchern – will angesichts des fortschreitenden Strukturwandels in der Landwirtschaft nicht weniger als eine andere Agrarpolitik. Anders ausgedrückt: Wirtschaftlichkeit und Ökologie sollen endlich unter den bäuerlichen Hut gebracht werden.

„Miesbacher Weg“ heißt das ambitionierte, vor wenigen Wochen ins Leben gerufene Projekt. „Unser Leitbild ist der nachhaltig wirtschaftende, bäuerliche Familienbetrieb“, erklärt Mitinitiator Werner Schmid. Zusammen mit Anneliese Blümel und Rüdiger Obermaier wolle man nun möglichst praxisbezogen die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Probleme und Herausforderungen für eine solche enkeltaugliche Landbewirtschaftung aufzeigen. Die beinhalte unter anderem ein gerechteres Fördersystem. Denn beim Aktionsbündnis befürchtet man, dass wesentliche Reformen bis 2027 bei der Verlängerung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) seitens der Europäischen Union ausbleiben. Und das würde dann das Aus für viele kleine Höfe bedeuten.

Im Landkreis Miesbach gäbe es vergleichsweise günstige Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaften. Darum soll es beim Theoretisieren nicht bleiben. Unter dem Motto „Der Miesbacher Weg – Zivilcourage unterwegs“ sollen beispielhafte Bauernhöfe, aber auch Fleischereien und Molkereien im Landkreis besucht und von ihren Betriebsleitern vorgestellt werden. Dabei stehen vor allem Fragen nach Problemen, aber auch bewährten Konzepten im Fokus. Bei den Treffen vor Ort soll es dann aber auch um Strukturwandel, Startchancen junger Landwirte sowie Vereinbarkeit von Landwirtschaft und Artenschutz gehen. Tierwohl und Agrarförderung stehen ebenfalls auf dem Aktionsplan.

Die Initiatoren setzen auf Kooperation – und damit Breitenwirkung. Der „Miesbacher Weg“ soll zusammen mit anderen Organisationen beschritten werden. So wolle man Organisationen wie Öko-Modellregion Miesbacher Oberland, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, bayerischer Bauernverband und den Bund deutscher Milchviehhalter mit ins Boot holen. „Sehr wichtig bei dem gesamten Prozess ist es, den Dialog zwischen Bauern und Verbrauchern zu fördern und das Bewusstsein der Kommunalpolitik für die Belange der Landwirtschaft zu schärfen“, sagt Schmid. Auch diesen Austausch will der „Miesbacher Weg“ durch entsprechende Veranstaltungen ermöglichen. Weitere Infos unter www.zivilcourage-miesbach.de. cam

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