Tierwohl an erster Stelle

Archehof in Otterfing seit 30 Jahren mit Biolandwirtschaft

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Eine offene Stalltür gehört zu den Maximen von Bio-Bauer Georg Schlickenrieder, der hier Besuchern seinen zweijährigen Murnau-Werdenfelser Stier zeigt.

Otterfing – Gleich vier Jubiläen feiert der Archehof von Georg und Anja Schlickenrieder heuer. Das sind 30 Jahre Biolandwirtschaft sowie 20 Jahre Naturlandbauernhof, Heumilchbetrieb und Archehof. Als Schlickenrieder den Betrieb von seinen Eltern im Dorf übernahm und auf Bio umstellte, wurde er belächelt. Heute ist sein Archehof am östlichen Ortsrand Otterfings weit über die Landkreisgrenzen bekannt und sowohl Demonstrationsbetrieb des ökologischen Landbaus als auch Mitglied der Initiative „Lernort Bauernhof“. Groß gefeiert wird nicht, aber an den nächsten beiden Sonntagen besteht die Möglichkeit, sich von Schlickenrieder persönlich über den Hof führen zu lassen.

Wie Schlickenrieder seinem Publikum vergangenen Sonntag bei der ersten Führung erzählte, war er in seiner Jugend „ein wilder Hund“ mit langen Haaren, der von Landwirtschaft gar nichts wissen wollte und lieber Rockmusik gehört hat. Als es dann aber darum ging, 1989 den elterlichen Hof in Otterfing zu übernehmen, hat es geschnakelt. Als rebellisch galt er weiterhin, weil er sich entschieden hatte, ganz auf Bio umzustellen. „Der macht‘s nicht lang mit dem Schmarrn“, bekam er mehr als einmal zu hören. „Nachdem der Ruf dann vollkommen ruiniert war, war für mich als überzeugter Bio-Bauer der nächste Schritt, den ersten Offenfrontstall im Landkreis zu bauen“, erzählt „Gedschi“, wie Schlickenrieder landläufig genannt wird.

Die Schlickenrieders sind ihrem Weg treu geblieben und betreiben heute auf ihrem Vorzeigehof die Landwirtschaft in Vollerwerb im Einklang mit der Natur. Und das sogar mit einigen vom Aussterben bedrohten und seltenen Haustierrassen wie dem Murnau-Werdenfelser Rind mit seiner markanten Kajal-Markierung, bunten Bentheimer Schweinen, schwarzen und braunen Bergschafen sowie prächtigen alten Hühnerrassen.

Wer sich einen Bio-Betrieb einmal anschauen möchte, ist eingeladen, sich das alles vom Chef persönlich erklären zu lassen. Start der rund zweistündigen Führung ist jeweils um 13 Uhr gegenüber dem Hof-Café. Dort kann man sich danach nicht nur stärken, sondern vielleicht sogar einen der limitierten Tropfen aus der 2013 eröffneten hauseigenen Brennerei probieren. Verarbeitet werden dort ausschließlich Früchte, die auf und um den Hof herum in Otterfing gesammelt werden. „Weil Schnapsbrennen schließlich Dienst am Obst ist“, erklärt Schlickenrieder sein Steckenpferd augenzwinkernd. hac

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Weitere Termine für Bio-Erlebnistage auf dem Archehof, jeweils von 13 bis 17 Uhr, finden am 8. September zu 20 Jahre Naturland Bauernhof, am 15. September zu 20 Jahre Heumilchbetrieb, am 29. September zu 20 Jahre Archehof und am 6. Oktober zu 34 Jahre Hofführungen statt.

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