Bauprojekt am Markweg

Otterfings Bauausschuss sagt Nein zu Dachgauben am Ortsrand

Otterfing sagt Nein zu Gauben am Markweg
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Zwar gibt es in Otterfing Dachgauben, am Ortsrand aber möchte der Bauausschuss diese nicht haben.

Otterfing – Über den Bebauungsplan für den Markweg ist jüngst in Otterfing diskutiert worden. Der Bauausschuss sieht Handlungsbedarf.

In der jüngsten Sitzung des Otterfinger Bauausschusses behandelte das Gremium die Stellungnahmen zum Bebauungsplan Markweg, die seitens Behörden und Träger öffentlicher Belange eingingen. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um die allgemein verfassten und üblichen Empfehlungen und Vorschläge. Bei den Eingaben von privater Seite zeigte sich der Bauausschuss den Wünschen und Vorschlägen der Grundstücks- und Hausbesitzer gegenüber recht kulant. Mit steileren Dächern und Dachgauben konnte er sich aber nicht anfreunden und lehnten diese einstimmig ab.

Auslöser der Debatte war der Antrag eines Grundstücksbesitzers, die Dachneigung im Geltungsbereich des Bebauungsplans Markweg im Sinne der besseren Wohnraumnutzung im Dachgeschoss auf 30 Grad zu setzen und aus dem gleichen Grund von dem Verbot von Dachgauben Abstand zu nehmen. Auch weil solche bereits in der Nachbarbebauung vorhanden sind. Beides wurde aber im Beschlussvorschlag als nicht ortsüblich bezeichnet.

Der Argumentation des Antragstellers konnte Andreas Eichhorn (SPD) allerdings grundsätzlich etwas abgewinnen und er wollte vor der Abstimmung wissen: „Nicht ortsüblich heißt ja nicht, dass es nicht zulässig ist. Oder ist das technisch nicht möglich?“

Die Krux daran erläuterte Bauamtsleiter Heinz Hirz. „Auch wenn ihre Vorgänger da die eine oder andere Bausünde zugelassen haben, den Regeln der Baukunst widersprechen Gauben bei der im Bebauungsplan üblichen Dachneigung von 25 Grad.“ Zudem geben, so Hirz weiter, städtebauliche Richtlinien vor, dass Gauben erst ab einer Dachneigung von 30 Grad gestalterisch richtig sind. Am Ortsrand und einer bestehenden Bebauung mit flacher Dachneigung verbiete sich das daher. „Solche, entschuldigen Sie den Ausdruck, Warzen auf dem Dach würden auch vom Landratsamt nicht genehmigt werden“, prophezeite Hirz. Den Begriff Warzen bezeichnete Architekt Michael Zach zwar als furchtbares Wort, aber er gab Hirz recht: „Mit Gauben bekämen wir in diesem Bereich eine sehr unruhige Dachlandschaft.“

Für künftige Bauleitplanungen gab Hirz dem Gremium noch eine andere Idee mit auf den Weg: „Mit etwas höheren Wandhöhen und dafür flacheren Dächern könnte auf der ganzen Geschossfläche mehr Wohnraum geschaffen werden.“ Das wäre günstiger als eine Gaubenkonstruktion und könnte langfristig mehr Wohnraum schaffen. „Mit 30 Zentimetern mehr könnte da schon eine ganze Menge gewonnen werden“, meinte Hirz, schränkte allerdings ein, dass dies städtebaulich nur im Ortsinneren infrage käme.

Bürgermeister Michael Falkenhahn bat schließlich darum, dem Beschlussvorschlag zuzustimmen: „Ich kann natürlich den Antragsteller verstehen und seine Ausführungen nachvollziehen, aber ich bitte darum, dass wir uns an die städtebaulichen Richtlinien halten und den Antrag auf Gauben und steilere Dächer nicht genehmigen.“

Dem folgte das Gremium schließlich einstimmig und die Verwaltung wurde beauftragt, das Auslegungsverfahren durchzuführen. hac

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