„Ich gehe zufrieden“

Wie sich Otterfings Bürgermeister vom Gemeinderat verabschiedet

Bei seiner letzten Sitzung als Otterfinger Bürgermeister stellte Jakob Eglseder den neuen Aufkleber der Gemeinde vor.
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Bei seiner letzten Sitzung als Otterfinger Bürgermeister stellte Jakob Eglseder den neuen Aufkleber der Gemeinde vor.

Otterfing – Nach 18 Jahren im Amt hat sich Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder jüngst vom Gemeinderat verabschiedet. Und das auf besondere Weise.

Seinen Abschied von den Otterfinger Gemeinderäten hat sich Jakob Eglseder sicher anders vorgestellt. Er ist nach 18 Jahren als Bürgermeister bei der diesjährigen Kommunalwahl nicht mehr angetreten. Wegen der Corona-Krise musste das Gremium nun seine 72. und letzte Sitzung in dieser Wahlperiode in die Schulaula verlegen. Da auch nur eine begrenzte Zahl an Zuhörern zugelassen war, fand diese auch noch nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Trotzdem nahm Eglseder die Gelegenheit wahr, sich offiziell aus dem Gemeinderat zu verabschieden.

Als Nachrücker kam Eglseder vor 25 Jahren in den Gemeinderat. Seit 18 Jahren steht er der Gemeinde als Bürgermeister vor. „Das waren sehr interessante Jahre, besonders die letzten hatten es in sich. Jetzt hab ich es quasi überstanden und gehe zufrieden aus dem Amt“, fasste Eglseder seine Amtszeit mit einem Blick in die Runde kurz zusammen.

Sein Dank richtete sich an alle Gemeinderäte und Otterfinger, die mit ihrem positiven Beitragen und Tun dafür gesorgt haben, dass sich die Gemeinde über die vergangenen Jahre so gut entwickelt hat. Seinem Nachfolger Michael Falkenhahn (SPD) wünschte er für dessen Amtsführung eine glückliche Hand und verband das mit dem Wunsch, gut auf das Personal aufzupassen.

Da in 18 Jahren unausweichlich viele Vorgänge auch nicht öffentlich oder hinter verschlossenen Türen bearbeitet werden mussten, versicherte er Falkenhahn bei der Übergabe Ende April und darüber hinaus volle Transparenz zu: „Nicht, dass Dir irgendwann jemand etwas erzählt, dass so gar nicht gelaufen ist oder stimmt.“ Dem neu gewählten Gemeinderat gab er mit auf den Weg: „Passt mir bitte gut auf die Gemeinde auf.“

Die Anerkennung der Ratskollegen für Eglseder fasste Hubert Baldauf (Bündnis 90/Die Grünen) in einem Gedicht zusammen. So trug er unter anderem vor: „18 Jahr‘ hast Du 16 Leut‘ um Dich geschart, von denen jeder hat so seine eigene Art. Und wie‘s der Teufel will, hatte nicht immer jeder das gleiche Ziel.“ Zum Thema Sportzentrum meinte er: „Es gab Varianten am laufenden Band, auf das, was da herauskommt, sind alle gespannt.“ Lobend meinte Baldauf zum Schluss: „Du hast in deiner Zeit für Otterfing vui guad g‘macht und einiges auf den Weg g‘bracht. Wenn‘s so wie in Deiner Zeit weitergeh duad, geht‘s Otterfing a in Zukunft recht guad.“ Für die teils nachdenklichen, vor allem aber launigen Verse gab es lange anhaltenden Applaus für den Laudator und den so Geehrten.

Als Zuckerl präsentierte Eglseder vor seinen Abschiedsworten noch den neuen Aufkleber der Gemeinde. Die Idee dazu entstand bei der 1.000-Jahr-Feier im Jahr 2003. Zur Gestaltung meinte er: „Wir haben die Steinböcke absichtlich herausgelassen, weil die immer so raffad ausschauen. Stattdessen haben wir ein Herz integriert, das Otterfing so darstellt, wie es ist: Liebenswert!“ Mit einem Augenzwinkern meinte er noch: „Vielleicht kann sich ja der neue Gemeinderat daran ein Vorbild nehmen.“ Sobald es die Corona-Krise zulässt, liegen die Aufkleber in der Gemeinde aus. Dafür wird um eine Spende in Höhe von 3 Euro für den Katja-Ebstein-Fonds gebeten, der sich um Kinder aus sozial schwachen Familien kümmert. hac

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