Geschlossenheit in Otterfing

Fast einstimmiges Ergebnis bei der Wahl der Stellvertreter des Bürgermeisters

Das neue Führungstrio in Otterfing: Der frisch vereidigte Bürgermeister Michael Falkenhahn (M.) mit Gerhard Heimerer als Vize und Ulrike Stockmeier als Dritter Bürgermeisterin.
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Das neue Führungstrio in Otterfing: Der frisch vereidigte Bürgermeister Michael Falkenhahn (M.) mit Gerhard Heimerer als Vize und Ulrike Stockmeier als Dritter Bürgermeisterin.

Otterfing – Der Stimmenkönig wird Vize: Gerhard Heimerer mit dem besten Ergebnis aller Otterfinger Kandidaten bei der Wahl wird Stellvertreter von Michael Falkenhahn.

Mit ein klein wenig Spannung wurde nach den zum Teil überraschenden Ergebnissen in anderen Landkreisgemeinden die Wahl der Stellvertreter von SPD-Bürgermeister Michael Falkenhahn in Otterfing erwartet. Der bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gremiums in der Schulaula vorgebrachte Vorschlag, Gerhard Heimerer (CSU) als Vize zu wählen, blieb aber dann der einzige. Mit nur einer Gegenstimme wurde der Stimmenkönig zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Nicht ganz so einmütig ging es bei der Wahl des Dritten Bürgermeisters zu, bei der sich schließlich Ulrike Stockmeier (FWO) gegen Hildegard Huil (Grüne) durchsetzte.

Der Vorschlag, Heimerer als Zweiten Bürgermeister zu wählen, kam von CSU-Fraktionssprecher Robert Schüßlbauer: „Gerhard ist dem Ort sehr verbunden und bringt Erfahrung mit. Dass er zudem in der Bevölkerung Vertrauen genießt und geschätzt wird, zeigt seine Stimmenzahl.“ Tatsächlich knackte Heimerer bei der Kommunalwahl mit 2.009 Stimmen als einziger die 2.000er-Marke. Damit übertrumpfte der 56-jährige Kfz-Techniker mit eigenem Betrieb in Palnkam sogar Schüßl­bauer (1.843) und Falkenhahn (1.786).

Schüßlbauer selbst, der bei der Stichwahl Falkenhahn knapp unterlag, wollte aus Achtung vor dem Amt nicht selbst als Vize in den Ring steigen: „Als Stellvertreter sollte man auch kurzfristig einspringen können. Für mich wäre das aber berufsbedingt schwierig.“ Auf die Frage Falkenhahns, ob es noch andere Vorschläge gebe, kam von allen Fraktionen ein verneinendes Kopfschütteln. Dementsprechend wurde Heimerer dann mit 16:1 Stimmen gewählt. Wobei sich die Räte nach Bekanntgabe der Auszählung fragend anschauten, woher denn auf den Wahlzetteln, auf denen alle Gemeinderäte aufgeführt waren, die eine Stimme für Josef Killer (FWG) kam.

In Bezug auf den Dritten Bürgermeister wurde offen diskutiert, ob es einen solchen überhaupt braucht und wenn, wer es denn werden sollte. Andreas Eichhorn (SPD) schlug vor, nicht zuletzt aus Sparsamkeitsgründen der unabsehbaren finanziellen Corona-Auswirkungen auf einen zweiten Stellvertreter zu verzichten. „Außerdem hat sich in den vergangenen sechs Jahren gezeigt, dass dafür nicht wirklich Bedarf besteht“, meinte Falkenhahn und erinnerte, dass gegebenenfalls der dienstälteste Gemeinderat einspringen würde.

Ähnlich sah es auch Hubert Baldauf (Grüne): „Vor sechs Jahren fand ich es aufgrund der vor uns liegenden Aufgaben sinnvoll, Charly Einwanger mit seiner Kompetenz als Förster zu etablieren. Ich denke aber, dass wir heute darauf verzichten könnten.“ Kontra kam von Schüßlbauer, der darauf verwies, dass es in den vergangenen Jahren des Öfteren sehr wohl notwendig war, einen Dritten Bürgermeister zu haben.

Dem pflichtete FWO-Fraktionssprecher Martin Burgmayr bei und meinte, dass seine Fraktionskollegin Ulrike Stockmeier mit ihren Erfahrungen als bisherige Vize-Bürgermeisterin den beiden Neuen im Amt sicher eine wichtige Unterstützung sein könnte. Mehrheitlich wurde schließlich beschlossen, das Amt des Dritten Bürgermeisters wieder zu besetzen.

Als es an Wahlvorschläge ging, ergriff erneut Schüßlbauer das Wort und setzte Stockmeier als Kandidatin ein. Thomas Hogger (Grüne) schlug hingegen seine neue Fraktionssprecherin und frisch in den Gemeinderat gewählte Kollegin Hildegard Huil vor: „Dem Wahlergebnis sollte Rechnung getragen werden. Außerdem sähe ich mit ihrer Wahl einen Neustart und Generationenwechsel im Gemeinderat.“ Mit neun Stimmen fiel die Wahl dann schließlich zugunsten Stockmeiers aus. Wobei auch diesmal wieder ein Kreuzchen bei Killer gezählt wurde. Die Freude war der 73-jährigen Ulrike Stockmeier sichtlich anzusehen. „Ich nehme die Wahl sehr gerne an und verspreche, mich weiterhin voll und ganz für Otterfing einzusetzen“, sagte sie. hac

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