Gemeinderat fasst Entschluss

Was geht an Sanierung in Otterfing in Zeiten von Corona?

Neben der Anliegerstraße in der Nordsiedlung sollte heuer auch die Schulstraße in Otterfing saniert werden. Ob und wie das stattfinden kann, lässt sich der Gemeinderat offen.
+
Neben der Anliegerstraße in der Nordsiedlung sollte heuer auch die Schulstraße in Otterfing saniert werden. Ob und wie das stattfinden kann, lässt sich der Gemeinderat offen.

Otterfing – Der Otterfinger Gemeinderat hat jüngst über Straßenbau an Schule und Nordsiedlung diskutiert. Nun sind Anwohner gefragt.

Im Otterfinger Haushalt sind Mittel sowohl für die Sanierung der Schulstraße als auch der Anliegerstraße in der Nordsiedlung eingestellt. Wie Bürgermeister Michael Falkenhahn bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einschätzte, wäre beides trotz Mehrkosten für die Gemeindekasse wegen Corona-Pandemie nach wie vor finanzierbar. Der Gemeinderat hingegen möchte es langsamer angehen. Als Entscheidungsgrundlage soll nun die Verwaltung eine Prioritätenliste erstellen und mit Kosten hinterlegen. Außerdem sollen die Anwohner der Nordsiedlung zu ihren Wünschen befragt werden.

Wie Planer Attila Kárpáty in der Schulaula vortrug, käme für den Bereich der Schulstraße zwischen Rathaus und Feuerwehr entweder eine Pflasterung, Asphaltierung oder ein Mix aus beidem infrage. Erreicht werden soll mit allen Variationen, dass der markante Bereich vor dem Rathaus verschlankt und optisch aufgewertet wird. Ziel ist es, eine 3,50 Meter breite Fahrspur mit einem beidseitig 1,25 Meter breiten, befahrbaren und optisch abgetrennten Seitenstreifen zu schaffen. Außerdem soll die Zufahrt zum Rathaus etwas schmaler werden, was der Stellplatzsituation zugute kommen würde. Für die Feuerwehrparkplätze käme wasserdurchlässiger Drain-Beton zum Einsatz. Rund 235.000 Euro kalkuliert Kárpáty für eine reine Pflasterlösung. Für etwa 205.000 Euro wäre die Sanierung mit einem asphaltierten Mittelstreifen machbar.

Bei der Ausführung gingen die Meinungen auseinander. Für eine komplette Asphaltierung sprach sich Robert Schüßlbauer (CSU) aus, weil es sich um einen multifunktionalen Platz handele und dieser so beispielsweise für das Dorffest besser geeignet wäre. Max Ruf (SPD) verwies hingegen auf die Prägnanz des Platzes vor dem Rathaus: „Eine Pflasterung würde diesen Bereich deutlich aufwerten.“ Auf allgemeine Zustimmung stieß der Vorschlag von Johann Thoma (CSU), die Befestigung des Bereichs vor dem Feuerwehrhaus gegenüber den vorhandenen Parkplätzen mit in die Planung aufzunehmen. Dadurch entstehen Zusatzkosten in Höhe von zirka 5.000 Euro.

Falls der Gemeinderat den Start der Bauarbeiten noch heuer wolle, wäre laut Kárpáty ein Beschluss nötig gewesen. Dazu wollte sich das Gremium aber mehrheitlich nicht hinreißen lassen. „Schnelligkeit ist nicht gefragt“, sagte Josef Killer (FWG), und Stefan Burgmayr (FWO) stellte fest, dass es ja bei der Sitzung erst mal nur um die Vorstellung ging. „Wir brauchen möglichst vor der Sommerpause eine Prioritätenliste, so kommen wir nicht weiter“, meinte Ruf.

Zudem ja auch die Sanierung der Straße in der Nordsiedlung ansteht. Auch dazu stellte Kárpáty zwei Varianten vor. Für 290.000 Euro könnte die Anliegerstraße einen 5,50 Meter breiten Fahrstreifen und einen 1,80 Meter breiten Gehweg bekommen, ohne Gehweg wären 210.000 Euro zu berappen. Eine Baumbepflanzung und Parkmöglichkeiten sind bei beiden Varianten vorgesehen. Übereinstimmend meinten sowohl Gerhard Heimerer und Georg Schlickenrieder (beide CSU) als auch Stefan Burgmayr, dass dazu die Anlieger gehört werden sollen. Der Rathauschef sagte zu, dies in die Wege zu leiten.

Außerdem soll die von mehreren Gemeinderäten geforderte Prioritätenliste erstellt werden. Großartig neue Erkenntnisse erwartet sich Michael Falkenhahn davon aber erst einmal nicht: „Berechnungen des Landratsamts gehen bei der Gewerbesteuer von einem Einbruch von rund 24 Prozent und bei der Einkommenssteuer um etwa zehn Prozent aus. Bleibt es dabei, könnten wir beide Projekte wie geplant stemmen.“ Sollte es heuer mit dem Baubeginn nichts mehr werden, wäre das laut Bürgermeister Michael Falkenhahn trotzdem nicht kriegsentscheidend, wie er sagte. Wichtig sei es, dass von der momentanen Situation keine Gefahr für Leib und Leben ausgehe. hac

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Nahverkehr für den Landkreis Miesbach: So läuft's aktuell
Nahverkehr für den Landkreis Miesbach: So läuft's aktuell
Pflanzenschönheit mit tödlichem Gift macht Landwirten immer mehr Probleme
Pflanzenschönheit mit tödlichem Gift macht Landwirten immer mehr Probleme
So soll der neue Fernwanderweg von Wörnsmühl nach Thiersee aussehen
So soll der neue Fernwanderweg von Wörnsmühl nach Thiersee aussehen
Michael Weber ist seit 57 Jahren begeistert vom Maschinenring
Michael Weber ist seit 57 Jahren begeistert vom Maschinenring

Kommentare