Parkplätze statt Tiefgarage

Schmaler und höher darf das Unternehmen Bergzeit in Otterfing erweitern

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Indem der Bebauungsplan geändert wird, möchte Bergzeit einen Erweiterungsbau ohne Tiefgarage realisieren. Dafür hat der Gemeinderat in einem ersten Schritt grünes Licht gegeben.

Otterfing – Parkplätze statt einer Tiefgarage möchte die Firma Bergzeit am Standort Otterfing. Schmaler und höher darf das Unternehmen bauen.

In seiner letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung des Jahres befasste sich das Otterfinger Gremium mit der Änderung des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet Hienlohestraße-Nord. Grund dafür war der Antrag der Firma Bergzeit, die dort expandieren, aber auf den Bau der im gültigen Bebauungsplan dargestellten Tiefgarage verzichten will. Da es bereits in der Vergangenheit Beschwerden wegen der Parksituation in den anliegenden Straßen der Firma gab, wurde das Vorhaben konträr diskutiert. Schließlich entschied sich der Gemeinderat aber, Bergzeit entgegen zu kommen.

Eigentlich war es beschlossene Sache: Wenn sich Bergzeit vergrößern möchte, muss eine Tiefgarage gebaut werden. Nun ist es soweit und die Halle soll einen Erweiterungsbau bekommen. Der Einbau eines neuen, moderneren Logistiksystems in die Halle vereitelt aber den Bau einer Tiefgarage. Um für den Anbau trotzdem die notwendige Anzahl der Parkplätze nachweisen zu können, plant die Firma schmäler, aber dafür zwei Meter höher zu bauen. Dazu muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden.

Für Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier ist und bleibt der Knackpunkt die Parkplatzsituation rund um das Firmengelände: „Der Nachweis der Stellplätze ist mit dem Entwurf zwar erbracht, aber wir müssen die Firma auch in die Pflicht nehmen, dafür zu sorgen, dass die Straßen nicht zugeparkt werden.“ Max Ruf (SPD) sah in der Änderung indes eine klare Bevorteilung: „Wenn wir nach drei Jahren sagen, wir brauchen keine Tiefgarage mehr, schaffen wir einen Bezugsfall. Ich lehne den Antrag daher ab.“ Ähnlich sah es sein Fraktionskollege Roberto Sottanelli: „Ich weiß nicht, wie wir das erklären sollen. Zumal die Hienlohestraße ja jetzt schon ständig zugeparkt ist. Das ist fragwürdig und sollte nicht durchgeboxt werden.“ Thomas Hogger (Grüne) störte sich an der Höhe: „Zwei Meter mehr haben wir bei keinem anderen zugelassen.“ Dagegen konterte Georg Schlickenrieder (CSU), dass er hier keine Bevorzugung von Bergzeit sehe, weil sich schließlich die Kubatur in ihrer Gesamtheit ausgleiche. Außerdem meinte Schlickenrieder wie zuvor auch Stockmeier: „Wir sollten als Gemeinde Berg­zeit nicht verlieren.“

CSU-Bürgermeisterkandidat Robert Schüßlbauer sah die Stellplatzsituation als lösbar: „Unsere Aufgabe ist es, Dinge zu ermöglichen. Wenn die geforderten Parkplätze ohne Tiefgarage nachgewiesen werden können, sehe ich da kein Problem.“ In diese Richtung äußerte sich auch Andreas Eichhorn (SPD): „Ich stehe dem Antrag positiv gegenüber.“ Eichhorn sah auch kein Problem, im Gewerbegebiet zwei Meter höher bauen zu lassen und keine zwingende Notwendigkeit für eine Tiefgarage, wenn es auch ohne ginge. Außerdem meinte er: „Wir sind ja schließlich auch mit Bergzeit eine Patenschaft eingegangen.“ Auf Anregung von Hubert Baldauf (Grüne) soll in die weiteren Planungen die Installation von Solarmodulen mit aufgenommen werden.

Mit Mehrheitsbeschluss wurde die Verwaltung dann in der Sitzung beauftragt, einen Planentwurf für die Bebauungsplanänderung zu erstellen. Für dessen Ausarbeitung wird von Bergzeits Planungsbüro noch eine detaillierte Vorlage gefordert. Um das Problem mit zugeparkten Straßen erst gar nicht weiter zu verschärfen, sollen in der Vorlage neben den bereits eingezeichneten Stellplätzen möglichst noch einige zusätzliche Besucherparkplätze nachgewiesen werden. Die Kosten für das Planänderungsverfahren werden dem Unternehmen Bergzeit in Rechnung gestellt. hac

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