Kirchwinkel-Bebauungsplan

Warum Otterfing einen errichteten Rohbau im Kirchwinkel ablehnt

Die Gemeinde Otterfing bleibt hart: Der 2017 gestoppte Rohbau im Kirchwinkel wird nicht nachträglich legalisiert.
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Die Gemeinde Otterfing bleibt hart: Der 2017 gestoppte Rohbau im Kirchwinkel wird nicht nachträglich legalisiert.

Otterfing – Der Kirchwinkel-Bebauungsplan ist in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erneut Thema gewesen. Eine Hühnerhaltung ist nun okay, aber eine nachträgliche Baugenehmigung nicht.

Aufgrund von Bauabsichten und eines so nicht genehmigten Gebäudes im Bereich des Kirchwinkels hatte die Gemeinde beschlossen, mittels eines neuen Bebauungsplans die Bebauung in geordnete Bahnen zu lenken. Weiteres soll der neue Plan zur Sicherung der Verkehrsflächen und zur Regelung des ruhenden Verkehrs dienen. In der jüngsten Gemeinderatsitzung hat nun das Gremium über die von Planer Till Fischer und Bauamtsleiter Heinz Hirz vorgetragenen Stellungnahmen und Beschlussvorschläge zur öffentlichen Auslegung beraten und abgestimmt.

Einstimmig widersprach der Gemeinderat den Ausführungen des Eigentümers des im Jahr 2017 im Rohbaustadium gestoppten Bauwerkes im Kirchwinkel. Nach dessen Meinung wurde in dem Planentwurf der Kubus fälschlicherweise als Doppelhaus ausgewiesen. Tatsächlich genehmigte die Gemeinde auch nur ein Doppelhaus. Der Bauträger wollte der Gemeinde aber ein Mehrparteienhaus mit fünf Wohneinheiten unterjubeln. Mit dem neuen Bebauungsplan sieht der Investor für den Baustopp keinen Grund mehr, weil auch an anderer Stelle des neuen Bebauungsplans theoretisch eine Vielzahl von Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten entstehen könnte. In der Stellungnahme wird allerdings verdeutlicht, dass dieser Vergleich – abgesehen von der Stellplatzproblematik – ins Leere läuft. Eine nachträgliche Genehmigung wird es somit nicht geben, weil dies in den Augen der Gemeinde unverändert eine an dieser Stelle unerwünschte Entwicklung darstellen würde.

Massiv waren auch die Einwände des Besitzers der Flurnummer 1. Bei Androhung von Rechtsmitteln hat er den Plänen widersprochen, den sogenannten Dreiecksplatz öffentlich zu widmen. Die von der Gemeinde gewünschte Kommunikationsfläche könne seiner Ansicht nach auch auf gemeindeeigenem Grund hinter der Sparkasse geschaffen werden. Ebenso besteht kein Einverständnis, ein Geh- und Fahrrecht zu akzeptieren.

Bürgermeister Jakob Eglseder verwies auf den Bebauungsplan von 1990, der als Ziel eine autofreie Mitte zur Begegnung und Kommunikation vorsieht. Diese Geh- und Fahrrechte als auch der Dreiecksplatz sind laut Beschlussvorschlag von Anbeginn der Bauleitplanung des Kirchwinkels mit einer Grunddienstbarkeit abgesichert. Das müsste dem Beschwerdeführer nach Meinung von Planer Fischer auch bekannt sein, weil dessen Gebäude erst danach entstanden sind. Mit den Gegenstimmen von Michael Falkenhahn und Roberto Sottanelli (beide SPD-Fraktion) hält die Gemeinde daher an ihren Planungen fest.

Die Behörden und Träger öffentlicher Belange hatten keine großen Einwände und nur einige Anregungen vorgeschlagen. So begrüßte die Untere Denkmalschutzbehörde des Landrats­amtes Miesbach die moderate Nachverdichtung mit klaren Baukörpern. Für das Baudenkmal Mattheis-­Hof empfahl das Amt, auf die Tiefgaragenzufahrt von Osten her zu verzichten und sich auf die südliche Zufahrt zu beschränken. Da diese jedoch seitens des Eigentümers abgelehnt wird, plant die Gemeinde weiterhin mit beiden Zufahrtsoptionen. Um die Linde im südöstlichen Bereich des Grundstücks zu erhalten, folgt die Gemeinde dem Vorschlag der Unteren Naturschutzbehörde, deren Schutzbereich zu erweitern.

Der Bebauungsplanentwurf wird nun mit den eingearbeiteten Änderungen nochmals in die Auslegung gehen. Auch, weil dessen Gebietsart geändert werden muss. Die bisher als Dorfgebiet (MD) festgesetzten Flächen werden zukünftig als Mischgebiet (MI) ausgewiesen. Auf ausdrückliche Nachfrage von Georg Schlickenrieder (CSU) bleibt aber die Hühnerhaltung, wie sie vermehrt in Wohngebieten zu beobachten ist, erlaubt. hac

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