36 kleine Häuschen am Pitzarweg

Neues Wohnquartier am Otterfinger Bahnhof nimmt nächste Hürde

Auf dem verwinkelten Preimesser-Gelände in Otterfing entstehen 36 Wohneinheiten. Der benachbarte Gewerbebetrieb soll dadurch keine Nachteile haben. Zum Bahngleis hin wird außerdem eine Lärmschutzwand gebaut.
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Auf dem verwinkelten Preimesser-Gelände in Otterfing entstehen 36 Wohneinheiten. Der benachbarte Gewerbebetrieb soll dadurch keine Nachteile haben. Zum Bahngleis hin wird außerdem eine Lärmschutzwand gebaut.

Otterfing – Das Unternehmen Baustolz plant 36 Reihenhäuser auf dem ehemaligen Preimesser-Areal am Otterfinger Bahnhof. Der Gemeinderat ist zu Zugeständnissen bereit.

Auf dem ehemaligen Preimesser-Gelände in Otterfing sollen 36 Wohneinheiten als kleine Reihen- und Doppelhäuser entstehen. Den Entwurf des geänderten Bebauungsplans dazu hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit zwei Gegenstimmen genehmigt. Zuvor wurde noch die auf einen Beschluss von 1998 zurückgehende Erhöhung des Lärmschutzpegels für den angrenzenden Gewerbebetrieb von 45 auf 50 dB(A) kassiert. Auch da gab es zwei Gegenstimmen.

Entwickelt und vorgestellt wurde der Entwurf zum Bebauungsplan für das verwinkelte Gelände von Andreas Jurina von der Planungsgruppe Strasser. Ursprünglich waren für das etwa 10.000 Quadratmeter große Areal 22 Wohneinheiten vorgesehen. Später stimmte der Gemeinderat zu, die Zahl auf 28 zu erhöhen. Im April 2020 bekam die Firma Baustolz schließlich 36 Wohnungen zugesichert. Wie Jurina sagte, stellt diese massive Verdichtung die Obergrenze des Möglichen dar, schone aber auch Außenflächen. Die Zu- und Abfahrt ins Wohnquartier soll über den Pitzarweg erfolgen. Von der Kreuzstraße her ist nur eine Zufahrt vorgesehen. Um die Stellplatzsituation in den Griff zu bekommen sind für jedes Gebäude Tiefgaragen geplant. Zudem entstehen einige oberirdische Parkplätze.

Da hakte Roberto Sottanelli (SPD) ein, dem die Bebauung zu massiv ist: „Mit 28 Wohneinheiten hätte ich mich noch anfreunden können, aber das ist zu viel, und ich sehe schon, dass alle Straßen zugeparkt werden.“ Zweifel an dem Parkkonzept hatte auch Josef Killer (FWG), dem außerdem Besucherparkplätze fehlen. Diese sind aber, wie Bürgermeister Michael Falkenhahn sagte, gemäß Stellplatzsatzung nicht nachzuweisen. Da die Parkplätze zum Baugrund gehören, meinte Jurina, dass auch mit einer gewissen Selbsterziehung der Bewohner zu rechnen sei. Zwar wurde in den Beschluss aufgenommen, dass die Parksituation nochmals geprüft werden soll, das reichte Sottanelli und Killer aber nicht – sie stimmten gegen den Vorentwurf.

Zustimmung kam von Thomas Hogger (Grüne), der anmerkte: „Wir haben doch alle im Wahlkampf für bezahlbaren Wohnraum geworben und hier entsteht er.“ Tatsächlich soll es für Otterfinger Bürger Sonderkonditionen geben. In Vorausschau bat Maria Dießl (CSU) darum, dass die Firma Baustolz nicht nur den Kinderspielplatz baue, sondern auch in die Pflicht genommen werde, wenn durch die Bebauung ein höheres Kinderbetreuungsangebot notwendig werde. Falkenhahn versprach, das Thema mitzunehmen, und merkte an, dass Baustolz bisher sehr gut kooperiert habe.

Auch in Sachen Bepflanzung muss nachgelegt werden. Da das Gelände wegen Altlasten großflächig ausgekoffert wurde, waren 80 Bäume nicht mehr zu retten. „Da werden wir nachfordern“, sagte der Rathauschef. „Wäre schön“, meinte Stefan Burgmayr (FWO) zusammenfassend, „ schließlich wird das das größte Wohnbauprojekt der vergangenen 30 Jahre.“

Bevor der Planentwurf mit zwei Gegenstimmen ins weitere Verfahren geschickt wurde, beschloss das Gremium – ebenfalls mit zwei Gegenstimmen – eine aus dem Jahr 1998 stammende Zusage, die Immissionsschutzwerte von 45 auf 50 dB(A) zu erhöhen, für das angrenzende Gewerbegebiet zu kippen.

Wie Bauamtsleiter Heinz Hirz erklärte, wäre nach erneuter Prüfung die Umsetzung dieses Beschlusses und des Folgebeschlusses vom April 2020 rechtswidrig. Der betroffene Betrieb, derzeit eine Schreinerei, ließ über seine Anwaltskanzlei in einem offenen Brief erklären, dass er davon erst wenige Tage vorher erfahren habe und dies auch nicht nachvollziehen könne. Das Schreiben erhielten die Räte dann auch erst kurz vor der Sitzung.

Aufgrund des Schreibens sieht Killer in der Rücknahme eine Gefährdung des Betriebs: „Hier wird der Bestandsschutz eines Unternehmers eliminiert.“ Das ließ Falkenhahn so nicht stehen: „Ich sehe mit der Rücknahme keine Nachteile für den Betrieb. Wir sind auch nicht interessiert, ein aktives Gewerbe irgendwie zu schädigen.“ Neben Killer stimmte Susanne Weitl (CSU) gegen die Rücknahme. hac

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