Kommunalwahl 2020

Kleine Sensation bei der Stichwahl zum Bürgermeister in Otterfing

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Hauchdünn war der Vorsprung, den SPD-Kandidat Michael Falkenhahn (r.) vor zwei Wochen hatte. Bei der Stichwahl setzte er sich aber doch deutlich gegen Robert Schüßlbauer durch.

Otterfing – Michael Falkenhahn erobert Rathaus: Nach 18 Jahren hat Otterfing somit wieder einen SPD-Kandidaten als Bürgermeister.

Die kleine Sensation, die nach der Kommunalwahl in Otterfing in der Luft lag, wurde bei der Stichwahl perfekt: Nach 18 Jahren an der Spitze muss CSU-Bürgermeister Jakob Eglseder sein Amt an den SPD-Kandidaten Michael Falkenhahn übergeben. Hatte der vor zwei Wochen nur einen hauchdünnen Vorsprung von 26 Stimmen vor seinem CSU-Konkurrenten Robert Schüßlbauer, lag er bei der Stichwahl mit 195 Stimmen (53,44 Prozent) doch deutlich vorne.

Als angehender Rathauschef möchte Falkenhahn, wie er sagt, in gewisser Weise einen Neustart für die Gemeinde. Der IT-Projektleiter setzt dabei auf den künftigen Gemeinderat, der mit Ausnahme der SPD-Fraktion viele neue Mitglieder hat: „Ich lege auf eine gute Zusammenarbeit wert. Klar dürfen auch mal die Emotionen hoch kochen, das gehört zum Geschäft, aber ich werde, egal von welcher Seite, keine persönlichen Angriffe dulden.“

Dass Robert Schüßlbauer ihm nach einem, wie beide Kandidaten betonen, äußerst fairen und von Sachthemen bestimmten Wahlkampf mit als Erster gratulierte, freut Falkenhahn besonders. Warum es für ihn nicht gereicht hat, vermag der 44-jährige CSU-Kandidat, der als Gemeinderat stets loyal an Eglseders Seite stand, nicht zu sagen: „Vielleicht wollten die Bürger nach 18 Jahren CSU einfach etwas anderes? Ich kann auch nicht sagen, ob es daran lag, dass ich keine Wahl­empfehlung anderer Fraktionen erhielt.“

Trotz erster Enttäuschung bricht für Schüßlbauer aber nicht die Welt zusammen: „Mit sechs Sitzen stellen wir die stärkste Fraktion im Gemeinderat, da können wir schon noch mitgestalten. Aber selbstverständlich biete ich Michael Falkenhahn für gute und tragfähige Entscheidungen gerne meine Kooperation an“, erklärt er nach der Stichwahl.

Die Bediensteten des Rathauses brauchen sich laut Falkenhahn auf keine großen Änderungen einstellen: „Natürlich werde ich anfangs einige Fragen stellen müssen, um überall rein zu kommen. Deshalb bin ich umso beruhigter, dass wir eine Mannschaft mit sehr guten Leuten haben.“ In seiner Rolle als künftiger Personalführer sieht er sich ohnehin als Teamplayer: „Sobald es die Corona-Lage zulässt, möchte ich mit allen Mitarbeitern ein Gespräch führen. Ein Team zu führen, heißt auch, sein Team zu kennen.“

Ein gutes Händchen wird Falkenhahn auch bei der in naher Zukunft nötigen Nachbesetzung der Schlüsselpositionen von Bauamtsleiter und Kämmerer brauchen. Vordringlich gilt es für ihn aber jetzt erst einmal, die Corona-Krise gut zu überstehen und zu managen: „Die Rettung von Menschenleben hat oberste Priorität. Ich mache mir aber schon auch Gedanken, wie wir als Gemeinde unseren Firmen beistehen und Arbeitsplätze erhalten können.“

Bernhard Schäfer wird Bürgermeister in Valley

Bernhard Schäfer (FWG) ist bei der Stichwahl mit 1.058 gültigen Stimmen zum neuen Ersten Bürgermeister der Gemeinde Valley gewählt worden. Er hat sich mit 52,87 Prozent ebenfalls relativ knapp gegen Anton Huber (CSU) mit 47,13 Prozent durchgesetzt. „Die Zeit bis zur Entscheidung der Stichwahl war sehr intensiv, umso größer ist die Freude, dass die Valleyer mir das Vertrauen entgegengebracht haben“, sagt er im Rückblick auf die Stichwahl. „Dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken. Ein besonderer Dank gilt meinen zwei Mitbewerbern: Es war immer der gegenseitige Respekt zu spüren.“

Am 1. Mai übernimmt der 55-Jährige von Amts­inhaber Andreas Hallmannsecker, der für den Posten des Landrats kandidiert hatte, aber bereits im ersten Wahlgang leer ausgegangen war. Das künftige Handeln müsse in dieser schwierigen Zeit vorausschauend, besonnen und vorsichtig sein, erklärt Schäfer in Vorfreude auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neu gewählten Gemeinderat. ksl; hac

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